VW-Logo vor Bosch-Stammsitz in Gerlingen
Volkswagen prüft im Dieselskandal eine Schadenersatzklage gegen Bosch. Bildrechte: dpa

"Spiegel"-Bericht Volkswagen prüft im Dieselskandal Schadenersatz von Bosch

Volkswagen prüft im Dieselskandal eine Mitverantwortung seines Zulieferers Bosch. Das hat der "Spiegel" berichtet. Dem Nachrichtenmagazin zufolge könnte es um eine Forderung im Milliardenbereich gehen.

VW-Logo vor Bosch-Stammsitz in Gerlingen
Volkswagen prüft im Dieselskandal eine Schadenersatzklage gegen Bosch. Bildrechte: dpa

Volkswagen prüft laut einem "Spiegel"-Bericht im Dieselskandal Schadenersatzansprüche gegen Bosch. Wie das Nachrichtenmagazin am Freitag unter Berufung auf Konzernkreise berichtete, sieht der VW-Konzern seinen Zulieferer in der Mitverantwortung für entstandene Schäden. Der Dieselskandal hat Volkswagen bisher über 28 Milliarden Euro gekostet. Laut "Spiegel" könnten sich die Schadenersatzforderungen des Konzerns gegen Bosch auf bis zu eine Milliarde Euro summieren.

Grundversion für Motorsteuerung

Bosch hatte VW die Grundversion für jene Motorsteuerungssoftware geliefert, die in großem Stil zur Manipulation von Abgaswerten bei Diesel-Autos genutzt wurde. Auf dem Prüfstand hielten die Fahrzeuge die Abgaswerte zwar ein, auf der Straße war der Schadstoffausstoß jedoch um ein Vielfaches höher.

Der weltgrößte Automobilzulieferer geriet deshalb ebenfalls bereits ins Visier der Justiz. Allerdings ist bislang unklar, wie tief Bosch in die Entwicklung der illegalen Abschalteinrichtung involviert war.

VW-Klage bereits Ende 2018 vorbereitet

Dem "Spiegel"-Bericht zufolge hatte VW bereits Ende 2018 eine Klage gegen Bosch vorbereitet, da sonst eine Verjährung gedroht hätte. Inzwischen hätten die beiden Konzerne aber vereinbart, bis Ende März gemeinsam über das weitere Vorgehen entscheiden zu wollen.

Volkswagen äußerte sich offiziell nicht zu den möglichen Schadenersatzforderungen. In einer Stellungnahme des Konzerns hieß es nur: "Wir verweisen darauf, dass wir uns zu Fragen, die etwaige interne vertrauliche Vorgänge betreffen könnten, nicht äußern."

Bosch wiederum verwies auf sein jahrzehntelanges Lieferanten-Verhältnis zu Volkswagen. "Wir können uns eine solche Klage gegen Bosch nicht vorstellen", erklärte das Unternehmen.

Ärger für VW geht weiter

Volkswagen hatte im September 2015 auf Druck der US-Behörden zugegeben, in großem Stil bei der Abgasreinigung von Dieselmotoren betrogen zu haben. Der Autobauer hat die rechtlichen Konsequenzen in Nordamerika mittlerweile weitgehend abgearbeitet. Es droht aber weiterer Ärger. So laufen etwa in Deutschland Anleger-Klagen, weil VW die Finanzwelt zu spät über die drohenden Risiken des Skandals informiert haben soll. Der Konzern bestreitet das.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Februar 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Februar 2019, 21:05 Uhr