Der Dieselskandal betrifft viele Hersteller, geklagt wird vorerst nur gegen einen.
Der Dieselskandal betrifft viele Hersteller, geklagt wird vorerst nur gegen einen. Bildrechte: IMAGO

Abgasskandal Verbraucherschützer planen vorerst keine weiteren Sammelklagen

Volkswagen bleibt zunächst der einzige Autohersteller, gegen den in Deutschland eine Musterfeststellungsklage angestrengt wird. Das teilten der ADAC und der Bundesverband der Verbraucherzentralen MDR AKTUELL mit.

Der Dieselskandal betrifft viele Hersteller, geklagt wird vorerst nur gegen einen.
Der Dieselskandal betrifft viele Hersteller, geklagt wird vorerst nur gegen einen. Bildrechte: IMAGO

Im Abgasskandal müssen Autohersteller wie Daimler, Opel, Porsche oder BMW vorerst nicht mit Musterfeststellungsklagen rechnen. Vertreter von Verbraucherzentrale und ADAC sagten MDR AKTUELL, sie hätten zurzeit keine derartigen juristischen Schritte in Vorbereitung.

Allerdings seien Sammelklagen wie gegen Volkswagen auch gegen andere Konzerne nicht auszuschließen. Man halte sich alle Optionen offen, erklärte eine Sprecherin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen. Zunächst müsse sich aber gegen andere Hersteller der Verdacht der Manipulation noch erhärten.

Eintrag ins Klageregister bald möglich

Verbraucherzentrale
Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat die erste Musterfeststellungsklage eingereicht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen und der ADAC hatten am Donnerstag am Oberlandesgericht Braunschweig eine Musterfeststellungsklage gegen VW eingereicht. "Volkswagen hat betrogen und schuldet geschädigten Verbraucherinnen und Verbrauchern dafür Schadenersatz", sagte Klaus Müller, der Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen.

Die Klage betrifft Fahrzeuge der Marken Volkswagen, Audi, Skoda und Seat mit Dieselmotoren des Typs EA189. Verbraucher, die so ein Fahrzeug ab November 2008 gekauft haben, können sich demnächst kostenlos in das Klageregister eintragen. Die Verbraucherzentralen informieren, sobald das möglich ist.

ADAC: Kein Zeitdruck für weitere Sammelklagen

Mit der Klage habe man auch eine drohende Verjährung abwenden wollen, sagte ein ADAC-Sprecher MDR AKTUELL. Denn Ende des Jahres liefen die Ansprüche vieler vom Dieselskandal betroffenen VW-Kunden aus. Wer sich an der Musterfeststellungsklage gegen VW beteilige, verhindere das. Diesen Zeitdruck gebe es bei anderen Autoherstellern zurzeit nicht, da keine Verjährung drohe.

Der Abgasskandal hat seinen Ursprung bei Volkswagen. Der Wolfsburger Konzern hatte im September 2015 eingeräumt, die Abgastests von Millionen Dieselautos manipuliert zu haben. Doch auch viele andere Autohersteller stehen inzwischen unter Betrugsverdacht.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. November 2018 | 12:38 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. November 2018, 19:58 Uhr

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