Autos fahren am 13.05.2014 bei Stuttgart (Baden-Württemberg) auf der Autobahn A8 unter einer Brücke mit dem Bosch-Logo entlang.
Das Logo von Bosch prangt auf einer Autobahnbrücke bei Stuttgart. Bildrechte: dpa

Medienbericht US-Kläger nehmen Bosch ins Visier

Bislang richtet sich die US-Sammelklage im VW-Abgasskandal nur gegen den Fahrzeugsteller. Doch hat der offenbar kompromittierende Unterlagen offengelegt, die nun auch Bosch schwer belasten.

Autos fahren am 13.05.2014 bei Stuttgart (Baden-Württemberg) auf der Autobahn A8 unter einer Brücke mit dem Bosch-Logo entlang.
Das Logo von Bosch prangt auf einer Autobahnbrücke bei Stuttgart. Bildrechte: dpa

US-Anwaltskanzleien nehmen im VW-Abgasskandal offenbar jetzt auch den Zulieferer Bosch ins Visier. Wie "Spiegel Online" berichtet, werfen sie dem Unternehmen eine Mittäterschaft in der Affäre vor. Bosch hatte die Steuerungs-Software entwickelt und an VW geliefert, die für die Manipulation von Abgaswerten genutzt worden war.

Zustimmung für Vergleichszahlung noch offen

Die US-Fahne spiegelt sich in Logo und Kühlergrill eines Volkswagen-Fahrzeugs.
Im Kühlergrill eines VW-Autos spiegelt sich die US-Fahne wider. Bildrechte: dpa

VW hatte sich erst vor wenigen Tagen in einer Vereinbarung mit US-Klägern zur Zahlung von 14,7 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 13,3 Milliarden Euro) bereit erklärt. Das Gericht in San Francisco muss dem Vergleich allerdings noch zustimmen. Die Entscheidung wird Ende Juli erwartet.

Die Summe ist für Rückstände, Entschädigungen und Strafen gedacht. Das US-Justizministerium erklärte, die Gesamtsumme sei davon abhängig, wie viele Fahrzeugbesitzer auf einen Rückkauf bestehen oder eine Umrüstung akzeptieren würden. Auch soll VW mit dem Geld eine Stiftung einrichten, die Umweltprojekte finanzieren soll.

Schriftwechsel belastet Zulieferer

Bislang hatte sich die US-Sammelklage nur gegen VW gerichtet. Nun soll die Klage auch gegen Bosch und Konzernchef Volkmar Denner erweitert werden, zitiert das Online-Portal einen Insider. VW habe im Rahmen des US-Verfahrens einen Schriftwechsel mit Bosch-Managern vorgelegt, die den Stuttgarter Autozulieferer belasten. Die Unterlagen würden belegen, dass Bosch wusste, wofür die Software zur Motorsteuerung genutzt werden sollte.

Bosch bestreitet Vorwürfe

Bosch hat bislang bestritten, von den Manipulationen gewusst zu haben. Ein Konzernsprecher sagte laut "Spiegel Online", man beabsichtige, "sich in den Zivilgerichtsverfahren entschieden gegen die erhobenen Ansprüche zu verteidigen."

Ausmaß des Abgasskandals

In weltweit elf Millionen Dieselfahrzeugen hatte VW in der Vergangenheit eine Software eingesetzt, durch die die Messungen der Abgaswerte geschönt wurden. In den USA sind fast eine halbe Million Diesel-Fahrzeuge mit 2,0-Liter-Motoren betroffen, für die Bosch die Software geliefert hatte.

Zuletzt aktualisiert: 02. Juli 2016, 15:40 Uhr

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7 Kommentare

04.07.2016 08:48 Wieland der Schmied 7

Mir kamen erste Bedenken, als Winterkorn vor einiger Zeit mit stolzgeschwellter Brust verkündete, er wolle größter Autobauer werden. Das muss doch bei unseren Freunden und Beschützern wie eine Kampfansage des David gegen den Goliath verstanden worden sein. Ein paar Jährchen haben sie gebraucht, dann hatten sie den „Stein der Weisen“ – die Klimareligion, unanfechtbar, weil sonst „Gotteslästerung“, und wer will das schon, und schon gar nicht in D, wo Klima gleichzusetzen ist mit Staaträson. Die Andeutung des strafenden Blickes der Gnädigen würde allein schon zur Umkehr zwingen. Und dann noch Bosch, da hat man doch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Besser geht nicht. Also ran an den Speck, Zahlen bringt vllt. noch keinen Frieden, aber Aufschub. Auf jeden Fall ein Lehrstück , was mit TTIP droht. „Wacht auf, Verdammte dieser Erde…“

03.07.2016 19:48 Wieland der Schmied 6

@ 1-5 > Vorbehaltlose, uneingeschränkte und nachhaltige Unterstützung. Weiter so!

02.07.2016 20:52 REXt 5

CETA u. TTIp Verträge werden Europas Wirtschaft den letzten Gnadenstoß versetzen, der Ausverkauf wird durch unsere eigenen politischen Elite vorangetrieben. VW, Ist nur der Anfang diesen miesen Spiels, Europas Wirtschaft wird den USA zu mächtig!

02.07.2016 20:06 D.o.M. 4

Meine Erfahrung im Umgang mit den USA: Patente. Man nehme einen Besenstiel. Man mache ihn 3 cm länger als üblich. Man sei US-Firma und man nehme sich US-Patent-Anwälte. Und schon hat das Ding eine respektable erfinderische Höhe und einen sagenhaften Neuheitswert. Und wehe, wer ab da Besenstiele in die USA veräußern will.
Oder dieser ganze Mode-Schwachsinn "Projektmanagent" oder "Zertifizierung xyz", vermittelt in beklopptestem Denglisch Was nicht in der EU-Küche ausgegoren wurde, das schwappt aus den USA herüber und wird als heilig angebetet. Man fragt sich, wie frühere Wirtschaftswunder ohne diesen ganzen Sch.... funktioniert haben. Und vor allem ohne ein Heer von Anwälten mit klebrigen Fingern.

02.07.2016 19:52 jochen 3

Die US-Amerikaner wollen die deutsche Wirtschaft zerstören. Ist doch eindeutig. Nur Merkel und Co schweigen, wenn eigene, deutsche Interessen auf dem Spiel stehen - wie immer.
Erbärmlich ist das.

02.07.2016 18:56 Henriette 2

und von welcher Firma ist der Chip, wer hat das Schräubchen für die Halterung hergestellt, .... Da kann man froh sein das TTIP noch nicht unterschrieben ist.

02.07.2016 18:31 lachender Hans 1

der nächste US Schuss gegen die zu mächtig werdende deutsche Wirtschaft, bravo EU, bravo Merkel