Thomas Steg
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Nach Abgastests an Affen VW beurlaubt Cheflobbyisten Steg

Es ist möglicherweise nur eine symbolische Geste - Volkswagen spricht von "ersten Konsequenzen": Der Generalbevollmächtigte Thomas Steg ist beurlaubt worden. Nachdem bekannt wurde, dass der Konzern in den USA an Affen die Schädlichkeit von Abgasen getestet hat, gibt es eine neue Welle der öffentlichen Empörung. Konzern-Chef Müller hat sich bereits für das "unethische" Verhalten entschuldigt.

Thomas Steg
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Nach Bekanntwerden von Abgastests an Affen hat der Volkswagen-Konzern reagiert und seinen Cheflobyyisten Thomas Steg beurlaubt. Wie das Unternehmen in Wolfsburg mitteilte, hatte Steg erklärt, die volle Verantwortung zu übernehmen und angeboten, ihn zu beurlauben.

Steg, Leiter der Außenbeziehungen und zuständig für Nachhaltigkeit, werde bis zur vollständigen Aufklärung der Vorgänge von seinen Aufgaben entbunden.

"EUGT-Arbeit genau untersuchen"

Weiter erklärte Volkswagen, man sei dabei, die Arbeit der inzwischen aufgelösten Europäischen Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT) genau zu untersuchen und alle nötigen Kosequenzen zu ziehen.

Thomas Steg arbeitet seit Anfang 2012 für Volkswagen. Davor war er von 2002 bis 2009 stellvertreternder Regierunsgsprecher und danach selbständiger Kommunikationsberater.

Studie sollte Abnahme von Schadstoffbelastung beweisen

Die EUGT war Ende vergangener Woche in die Kritik geraten, nachdem bekannt wurde, dass sie in den USA umstrittene Abgas-Versuche an Affen finanziert hatte. Die Tests waren Teil einer Studie, die beweisen sollte, dass die Schadstoffbelastung durch Diesel dank moderner Abgasreinigung erheblich abgenommen hat.

Bei der EUGT handelt es sich um eine Lobby-Initiative, die unter anderem von VW, BMW und Daimler finanziert wurde.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. Januar 2018 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2018, 15:00 Uhr

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7 Kommentare

31.01.2018 12:36 Max W. 7

@30.01.2018 22:47 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" (Wenn man mit den Tests eh' nur die hervorragende Wirksamkeit seiner Abgassäuberung hätte beweisen wollen, hätte man anstatt Affen oder Probanten auch sich selbst in die 'Gaskammern' setzen können.)

Kapitalismus-Populist Maas (Seeheimer Partei Deutschlands) könnte diesem ausgezeichnetem Vorschlag Gesetzeskraft verleihen. Aufsichtsratgenosse Weil wird bei der Durchsetzung sicherlich behilflich sein.

31.01.2018 12:01 Max W. 6

@30.01.2018 16:43 pickering (Ich gehe mal davon aus, dass sich der ehrenwerte Herr für seine Bereitschaft, die Sündenbock-Rolle zu übernehmen, fürstlich bezahlen lässt.)

Davon dürfen sie mit absoluter Gewissheit ausgehen. Wir befinden uns in Kleinbürgerschland und inmitten des Merkelismus: Ausser Bereicherung ist gar kein anderes Handlungsmotiv mehr denkbar - nicht einmal beim "Übernehmen von Verantwortung". Sonst würde "man" sich auf den "Befehlsnotstand", den "Parteiauftrag" oder das alternativlose Große Ganze berufen und weiterzuverdienen versuchen.
Im "Aufsichtsrat" des KDF-Wagen-Werks Fallersleben/Wolfsburg sitzt übrigens der Genosse Weil/SPD...

30.01.2018 22:47 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 5

Wenn man mit den Tests eh' nur die hervorragende Wirksamkeit seiner Abgassäuberung hätte beweisen wollen, hätte man anstatt Affen oder Probanten auch sich selbst in die 'Gaskammern' setzen können.

Aber selbst für die Dieselwerbung in den USA haben sie unschuldige alte Damen eingesetzt...

30.01.2018 17:10 martin 4

...ehemaliger stellv.Regierungssprecher fällt hoffentlich weich ?

30.01.2018 16:49 Atze 3

" hatte Steg erklärt............ihn zu beurlauben. "
Ja mei das lass ich mir gefallen.Bloss unsereinem passiert so etwas nicht.
Wenn ich zu meinem Chef gesagt hätte, ich übernehme
die Verantwortung, wie Steg, ich will beurlaubt werden, dann hätte mein Chef mich achtkantig aus der Firma geworfen.
Warum bloss hat Herr Steg nur unsere Primaten missbrauchen lassen??? Den würde ich gerichtlich verdonnern auch paar Stunden nach Luft zu ringen. MfG

30.01.2018 16:43 pickering 2

Ich gehe mal davon aus, dass sich der ehrenwerte Herr für seine Bereitschaft, die Sündenbock-Rolle zu übernehmen, fürstlich bezahlen lässt.

30.01.2018 16:01 SHKreis 1

...und dann bekommt er paar Millionen als Abfindung für seinen Urlaub...wir erfahren doch sowieso nur die Hälfte,das wird alles intern geregelt...genau,wie bei den Politikern..

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