Dieselskandal VW-Spitzen wegen Marktmanipulation angeklagt

Die Staatsanwaltschaft hat die VW-Spitzen Diess und Pötsch sowie Ex-Vorstand Winterkorn wegen Manipulationsvorwürfen im Dieselskandal angeklagt. Sie sollen Anleger zu spät über Risiken informiert haben. Diess' Anwälte wiesen die Vorwürfe bereits zurück.

Herbert Diess und Hans Dieter Pötsch
VW-Vorstandsboss Diess (rechts) und Aufsichtsratschef Pötsch. Bildrechte: dpa

Im Dieselskandal hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen ehemalige und amtierende Führungskräfte des Volkswagen-Konzerns Anklage erhoben.

Anleger zu spät informiert

Die Anklagebehörde wirft VW-Vorstandschef Herbert Diess, Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch und dem Ex-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn vor, Anleger im Jahr 2015 "vorsätzlich zu spät" über die Risiken der Dieselaffäre informiert zu haben. Damit hätten sie "rechtswidrig Einfluss auf den Börsenkurs des Unternehmens“ genommen.

Laut Anklageschrift soll Winterkorn spätestens seit Mai 2015, Pötsch seit Ende Juni 2015 und Diess seit Ende Juli 2015 jeweils "vollständige Kenntnis" davon gehabt haben, dass weltweit in Millionen VW-Fahrzeugen eine illegale Software eingebaut worden war, die den Ausstoß von Stickoxiden auf dem Prüfstand, nicht aber im Straßenverkehr sinken ließ.

Diess-Verteidiger weisen Vorwürfe zurück

Die Verteidiger von VW-Konzernchef Diess wiesen die Vorwürfe wegen Marktmanipulation bereits zurück. Die Anklageerhebung sei vollkommen unverständlich, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung der Kanzlei Park. Weder die Fakten- noch die Rechtslage würden den Vorwurf rechtfertigen, dass Diess den Tatbestand einer strafbaren Marktmanipulation "verwirklicht" habe.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. September 2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. September 2019, 14:09 Uhr

2 Kommentare

Leachim-21 vor 27 Wochen

da bin ich mal gespannt was dabei raus kommt und diese Herren auch für Schuldig gesprochen werden wenn die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft stimmen sollte oder nur einmal mehr diese Leute sich dann frei kaufen können, wie bisher immer der fall bei den oberen 10.000 .

ElBuffo vor 27 Wochen

Genau. Schließlich ist das alles ganz legal gewesen. Und wenn die Manipulationen legal waren, dann können die natürlich auch niemanden informieren, dass aus illegalen Manipulationen Risiken herrühren.
Natürlich ein bißchen dünn von den Anwälten hier zu sagen, dass nur Diess den Tatbestand nicht verwirklicht habe.