Schadenersatz möglich VW verhandelt über Vergleich mit Diesel-Kunden

Vor vier Jahren war der Skandal um Manipulations-Software in Diesel-Autos von Volkswagen aufgeflogen. In den USA hat VW schon Milliarden an Entschädigungen für getäuschte Kunden gezahlt. In Deutschland weigerte sich der Konzern bisher. Allerdings läuft ein Klage, in deren Folge nun ein Vergleich besprochen wird.

Volkswagen verhandelt jetzt über Schadenersatz für die Käufer von Autos mit manipulierter Diesel-Abgas-Software. Wie der Konzern mitteilte, hat er sich mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) auf Gespräche über einen Vergleich geeinigt. Ziel sei "eine pragmatische Lösung im Sinne der Kunden".

Beide Seiten betonten am Donnerstag aber, dass "offen" sei, ob es einen Vergleich geben werde. Die Gespräche befänden sich in einem frühen Stadium und man habe Vertraulichkeit darüber vereinbart.

Milliarden in den USA

Während VW in den USA schon Milliarden für Entschädigungen von Kunden ausgegeben hat, war das Unternehmen in Deutschland bisher nicht dazu bereit. Seit Ende September verhandelt nun das Oberlandesgericht Braunschweig über die sogenannte Musterfeststellungsklage des Verbands der Verbraucherschützer, der sich mehr als 440.000 Kunden anschlossen.

Ziel der Klage ist es, den Wertverlust der Autos zu ersetzen, weil Volkswagen die Käufer von Autos mit Dieselmotoren "vorsätzlich und sittenwidrig" geschädigt habe. Das Gericht hatte beide Seiten im November aufgefordert, bis Jahresende einen Vergleich zu prüfen, der das komplexe Verfahren deutlich abkürzen könnte. Das Musterfeststellungsverfahren könnte sich inklusive einer Runde beim Bundesgerichtshof über vier Jahre hinziehen; und nach ihrer Festsellung müssten Verbraucher ihre Ansprüche auch noch individuell durchsetzen.

Schwierige Verhandlungen

Volkswagen hatte einen Vergleich stets als "nicht vorstellbar" zurückgewiesen und argumentiert, dass die Kunden keinen Schaden hätten, da alle Fahrzeuge im Verkehr genutzt werden könnten und sicher seien. Nun aber sagte ein VW-Sprecher: "Wir haben Interesse an einem zügigen Verfahren." Wegen unterschiedlicher Ansprüche dürften die Vergleichsverhandlungen allerdings auch nicht einfach werden.

Im Klageregister des Bundesamts für Justiz hatte es rund 470.000 Anmeldungen gegeben, allerdings auch 77.000 Abmeldungen. Unklar ist außerdem, wie viele der Anmeldungen tatsächlich berechtigt sind.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Januar 2020 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Januar 2020, 14:16 Uhr

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