VW-Verwaltungshochhaus - schräge Aufnahme
Vom Stellenabbau ist offenbar vor allem die Verwaltung am VW-Hauptsitz Wolfsburg betroffen. Bildrechte: imago/Schöning

Konzern im Umbruch VW-Betriebsrat bestätigt Sparplan und Stellenabbau

Der VW-Konzern will in einer neuen Sparrunde Tausende Jobs streichen und Milliardenkosten einsparen. Grund ist nicht etwa die Krise nach dem Diesel-Skandal, sondern die Umstellung auf E-Autos.

VW-Verwaltungshochhaus - schräge Aufnahme
Vom Stellenabbau ist offenbar vor allem die Verwaltung am VW-Hauptsitz Wolfsburg betroffen. Bildrechte: imago/Schöning

Volkswagen plant offenbar ein milliardenschweres Sparprogramm und will Tausende Jobs streichen. Wie Betriebsratschef Bernd Osterloh der "Braunschweiger Zeitung" sagte, prüft der Vorstand den Abbau von bis zu 7.000 Stellen in der Verwaltung der Kernmarke.

Grund für den Abbau sei die Einführung moderner IT-Systeme. Der Betriebsrat verwies jedoch auf eine bis 2025 gültige Beschäftigungsgarantie, die betriebsbedingte Kündigungen ausschließe.

Zuvor hatte das "Handelsblatt" gemeldet, dass die Kernmarke VW Pkw ab dem Jahr 2023 jährlich rund sieben Milliarden Euro einsparen soll. Die VW-Spitze wollte das nicht kommentieren und verwies auf die Jahrespressekonferenz am kommenden Mittwoch.

Kritik am Management

VW-Vorstandschef Herbert Diess und Betriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh
VW-Vorstandschef Herbert Diess (r) und Betriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh. Bildrechte: dpa

Osterloh warf in der "Braunschweiger Zeitung" der Konzernführung um Herbert Diess schwere Fehler vor. Dadurch seien "Milliarden versenkt" worden. Es könne nicht sein, dass das ohne Folgen bleibe. Allein Versäumnisse bei der Umstellung auf den neuen Abgasstandard WLTP hätten VW mindestens eine Milliarde Euro gekostet.

Aktuelles Sparpaket reicht offenbar nicht aus

Grund für die Sparrunde ist wohl die Umstellung auf Elektroautos. "Die E-Modelle werden teurer als die Verbrenner - und die Mehrkosten können wir nicht auf die Kunden umlegen", sagte ein hochrangiger Manager dem "Handelsblatt". Volkswagen will, dass in sechs Jahren jedes vierte Auto aus dem Konzern einen Elektroantrieb hat. Als erstes soll dazu das Werk in Zwickau umgerüstet werden.

Volkswagen hatte erst im Jahr 2016 ein Sparpaket beschlossen. Damals war zusammen mit dem Betriebsrat ein sogenannter "Zukunftspakt" verabredet worden - mit einem Sparumfang von rund 3,7 Milliarden Euro. Weltweit hatte das Unternehmen dafür die Streichung von 30.000 Stellen beschlossen, 23.000 davon in Deutschland. Im Gegenzug sollten in Zukunftsbereichen Tausende Jobs entstehen.

Volkswagen ist der größte europäische Autohersteller. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 642.000 Mitarbeiter.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Februar 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. März 2019, 16:25 Uhr

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12 Kommentare

10.03.2019 14:19 NRW-18 12

Zitat: "Grund für den Abbau sei die Einführung moderner IT-Systeme. Zitatende

Wer jetzt noch nicht verstanden hat, wofür die hoch gelobte Digitalisierung steht, wird es nie verstehen.

10.03.2019 11:27 Kobold 11

Unübersichtliche Herachiesrufen ohne Verantwortung und riesigen Gehältern und Bonuszahlungen. Hier sollte mal der Rasierer angesetzt werden um wichtige Entscheidungsprozesse nicht unnötig heraus zu zögern

10.03.2019 11:11 Daniel 10

Gut so!

Klingt jetzt böse, ist aber für VW notwendig.
VW hat, wie auch Posche sagt, Speck angesetzt. Zu viele Bullshitjobs die keinen Mehrwert bringen, sondern nur mehr Bürokratie schaffen.
Das kann man sich in guten Jahren vielleicht leisten, ist aber langfristig gesehen sehr gefährlich. Es kosten nämlich nicht nur unnötig Geld, es verlangsamt den ganzen Konzern durch mehr Verwaltungs- und Regularienaufwand.

09.03.2019 08:44 Endlich 9

Der Hass und die Hetze, den die Medien seit Jahren gegen das letzte große Standbein der deutschen Wirtschaft fleißig säen, trägt nun Früchte. Mal sehen, woher in Zukunft die Steuereinnahmen zur Versorgung der vielen Millionen zusätzlichen Hartz-IV-Empfänger kommen werden. Aber lt. Auffassung der Medien ist das alles ja kein Problem, so werden endlich die dringend benötigten Fachkräfte frei.

08.03.2019 19:54 Rasselbock 8

Der neue Trend zum E- Antrieb ist schon länger erkennbar, wurde aber von der deutschen Autoindustrie verdrängt, man hat lieber spekuliert, dami "Geld gemacht" anstatt durch gute F+E Arbeit Vorlauf zu schaffen für die Zukunft. 70% weniger Teile des E- Autos und IoT 4.0 schaffen weitere Fakten. Wer mit der Digitalisierung und ihren Derivaten nicht mitkommt gilt künftig als nicht verwendbarer "Sozialschrott" mit allen Folgen. Da mit Personalabbau Geld "verdient" werden kann wird es auch gemacht, die Folgen werden sozialisiert. Wenn man auch den Diess in die Wüpste katapultieren würde, es käme ein anderer und macht das gleiche.

08.03.2019 18:04 REXt 7

Deutsche Autokonzerne haben weltweite Absatzschwierigkeiten, zur Zeit, jetzt fängt man an , mit vorauseilenden Gehorsam., die Produktion auf E Auto,s umzustellen. Genau so planlos wie die Energiewende, erst baut man Windräder, erst später die Leitungen. Wo sollen diese E Kisten geladen werden bei wenigen Km Reichweite? Darüber macht man sich wahrscheinlich keine Gedanken. Vom Verkauf bestimmt auch nicht. Da fahr ich in Zukunft lieber mit dem Zug, da weiß ich das ich wenigstens mit Verspätung ankomme.

08.03.2019 17:14 lummox 6

die VW-Spitze gehört in den knast plus saftiger geldbuße mitsamt den involvierten politikern. nun mal ran ihr sozialdemokraten und linken und alle anderen weltverbesserer.

08.03.2019 16:57 Atze 5

Inzwischen weiß doch jedes kleine Kind, dass E- Autos keinesfalls " sauber" sind.
Und: Was wird bloss die Kanzlerin sagen, wenn ihre geliebte Autoindustrie in die Krise gerät.
Ich werde jedenfalls kein E- Auto fahren. Erst muss der Diesel dran glauben....

08.03.2019 15:52 Halligalli 4

Aha, VW erwägt Entlassungen! Wegen Umstellung auf E Autos. Dabei nimmt man das Werk im Osten als Vorreiter! Bestimmt werden die in Sachsen hergestellten EAutos zum Exportschlager? Oder zum Rohrkrepierer? Wer kauft dann den E Schrott?

08.03.2019 14:47 Fragender Rentner 3

Ach deshalb hat man ihnen erst vor Kurzem die 4.750,- € versprochen um kurz danach ihnen das zu verkünden.