Volkswagen VW steckt weitere Milliarden in E-Mobilität

Der Volkswagenkonzern will bis 2024 knapp 60 Milliarden Euro in Elektromobilität und Digitalisierung investieren, deutlich mehr als bislang geplant. 75 neue E-Modelle sollen entwickelt werden, 26 Millionen E-Autos binnen zehn Jahren vom Band rollen. Eine Vorreiterrolle spielt bei den Planungen das Werk in Zwickau.

Ein Mitarbeiter entfernt eine Schutzfolie vom VW-Logo
VW stellt konsequent auf E-Mobilität um. Ein Mitarbeiter entfernt die Schutzfolie vom VW-Logo an einem ID.3-Modell. Bildrechte: dpa

Der Volkswagen-Konzern will in den kommenden fünf Jahren knapp 60 Milliarden Euro in die Zukunftsbereiche Elektro- und Hybridantriebe sowie Digitalisierung stecken. Gut die Hälfte davon soll in die Forschung, Entwicklung und den Bau von Elektroautos fließen, wie VW am Freitag in Wolfsburg mitteilte.

Zuvor waren für die Bereiche E-Mobilität und Digitalisierung bis 2024 rund 44 Milliarden Euro vorgesehen. Damit steigt der Anteil der Ausgaben für diese Zukunftsbereiche von knapp einem Drittel auf mehr als 40 Prozent aller Sach- und Entwicklungsinvestitionen.

ID-Produktion in Zwickau ist Vorbild

Ein Schwerpunkt der Investitionen ist die Erweiterung der Produktion reiner Elektrofahrzeuge. So will VW nach dem Umbau des Werks Zwickau für die Fertigung von E-Autos der ID-Serie als nächstes die Fabriken in Emden und Hannover neu ausrichten.

Auch in China und in den USA sollen Standorte teilweise oder ganz von Verbrenner- auf Elektromotoren umgestellt werden. In den chinesischen Werken Foshan und Anting sollen ab 2020 batteriegetriebene Fahrzeuge gebaut werden, im US-Werk in Chattanooga ab 2022.

VW plant 75 E-Modelle

Binnen zehn Jahren will Volkswagen nach neuer Planung bis zu 75 reine Elektro-Modelle entwickeln, zuvor war von 70 neuen Modellen die Rede. Bis 2029 sollen weltweit 26 Millionen E-Mobile produziert werden, größtenteils auf Basis des Elektrobaukastens MEB. Bisher waren rund 22 Millionen Stück anvisiert.

VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch (l) und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)
VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch (l) und Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Niedersachsen ist Anteilseigner an VW. Bildrechte: dpa

Nach dem ID.3, dessen Produktion gerade in Zwickau angelaufen ist, stehen weitere Modelle auf dem Plan. In der Autofabrik in Emden soll ab 2022 ein elektrischer SUV (ID.4) vom Band rollen. Der bislang dort produzierte Passat mit Verbrennungsmotor soll dann woanders gebaut werden, nach bisherigen Plänen in der Türkei. Wegen des türkischen Militäreinsatzes in Nordsyrien war die Planung jedoch auf Eis gelegt worden.

Reaktion auf Tesla-Vorstoß?

VW informierte über die massive Aufstockung der Mittel für Elektromobilität wenige Tage nach der überraschenden Ankündigung des amerikanischen E-Automobilanbieters Tesla, in Brandenburg ein neues Werk zu errichten. Das Geld für die Investitionen will VW weiter sowohl durch den Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft als auch durch Sparprogramme selbst erwirtschaften.

Wir erhöhen in den folgenden Jahren mit unseren Investitionen noch einmal das Tempo.

VW-Chef Herbert Diess

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. November 2019 | 14:45 Uhr

8 Kommentare

Mark_Anton vor 38 Wochen

Was sollte ich mit einer solchen E-Karre anfangen ?? REICHWEITEN "unter aller Kanone", LADEMÖGLICHKEITEN in meinem "erreichbaren Arbeits-/Wohn-Umfeld" = NULL, LADEZEITEN "viel zu lang", auf "nur 80% "vollkommen inakzeptabel", Latente AKKU-BRANDGEFAHR "viel zu groß", UMWELTBILANZ "verheerend", vor allem wenn man sich die "Umweltsauereien" bei der Li-Gewinnung in Chile und Bolivien und die "Entsorgungsprobleme" z.B. bei "verunfallten" und "abgebrannten" E-Vehikeln anschaut, die nichts anderes als "hochgiftigen Sondermüll" darstellen, der nur "extrem aufwendig" entsorgt werden kann. Für mich "einfach unfassbar", wie man erneut auf diesen, vor ca. 110 Jahren schon einmal kläglich gescheiterten "Technischen Irrweg" setzen und dabei "-zig Milliarden" Euro "versenken" kann, die man für die weitere Optimierung der Verbrenner-Autos viel besser hätte verwenden können...

Peter vor 38 Wochen

Tja mein Lieber, VW produziert für den Weltmarkt.
In Norwegen ist jedes zweite neu zugelassene Auto ein Stromer. Und in China werden jeders Jahr 1 Million E-Autos zugelassen. Und auch in Deutschland steigt die Akzeptanz der E-Autos. Gegenüber dem Vorjahr werden doppelt so viele zugelassen.
VW hat die Zeichen der Zeit erkannt.

ElBuffo vor 38 Wochen

Da die E-Autos nunmal mit Strom "betankt" werden, kann doch auch nur die Stromerzeugung mit deren EE-Anteil herangezogen werden?? Der Energieverbrauch zum Heizen oder eben der für den Verkehr ist doch da völlig Bockwurst.
Ob nun E-Autos 2019 die alleinseeligmachende Lösung sind, kann sicher bezweifelt werden. Die Entwicklung schreitet wie so oft weiter voran. Man wird immer weniger Rohstoffe in Relation zur Energiedichte benötigen. Und ob der E-Motor nachher tatsächlich von einer Batterie gespeist wird, muss ja auch nicht immer oder ausschließlich der Fall sein.
Wünschenswert wäre auf jeden Fall erstmal eine wirtschaftliche Speichermöglichkeit des durch Wind und Sonne erzeugten Stroms.