Absperrschild auf Flughafen Köln/Bönn
Wenig los am Donnerstag auf dem Flughafen Köln/Bonn. Bildrechte: dpa

Ausstand an Flughäfen Verdi zufrieden mit Warnstreik

Am Montag traf es die Berliner Flughäfen, jetzt die Airports in Stuttgart, Düsseldorf und Köln-Bonn. Betroffen waren auch Fluggäste in Leipzig und Dresden. Die Gewerkschaft will damit höhere Löhne durchsetzen.

Absperrschild auf Flughafen Köln/Bönn
Wenig los am Donnerstag auf dem Flughafen Köln/Bonn. Bildrechte: dpa

Die Gewerkschaft Verdi hat sich zufrieden mit den heutigen Warnstreiks auf den drei Flughäfen Köln/Bonn, Düsseldorf sowie Stuttgart gezeigt. Den Gewerkschaftsangaben zufolge beteiligten sich rund 1.000 Beschäftigte am Ausstand, der noch bis Mitternacht dauern sollte.

Androhung neuer Warnstreiks

NRW-Verdi-Sprecher Özay Tarim sagte MDR AKTUELL, es hätten damit 75 bis 80 Prozent des Personals gestreikt. Das sei "eine wahnsinnig hohe Beteiligung" gewesen. Man hoffe, dass die Arbeitgeber das Signal verstanden habe, andernfalls müsse man weiterstreiken, sagte Tarim. Das könnte in der nächsten Runde auch die großen Flughäfen Frankfurt/Main, Hamburg und München treffen.

Über hunderttausend Passagiere betroffen

Von den Flughafenbetreibern hieß es, an den drei Flughäfen seien allein bis zum Morgen mehr als die Hälfte aller Flüge ausgefallen: 643 von 1.054 Verbindungen. Über hunderttausend Passagiere sollen betroffen gewesen sein. An den Airports in Leipzig und Dresden fielen ingesamt zwölf Flüge aus.

Viele Passagiere waren vorab von den Airlines über den Wegfall der Flugverbindungen informiert worden, sodass ein Chaos ausblieb. In Köln/Bonn werden zudem viele Frachtflieger von DHL, UPS oder Fedex abgefertigt. Auch sie waren vom Warnstreik betroffen, da ihr Personal und die Fracht durch den Sicherheitscheck müssen.

Gewerkschaftler von Verdi demonstrieren mit einem Plakat mit der Aufschrift ''Mehr Lohn?''.
Gewerkschaftler von Verdi demonstrieren mit einem Plakat mit der Aufschrift ''Mehr Lohn?'' Bildrechte: dpa

Lohnplus im zweistelligen Bereich gefordert

Verdi will mit den Protesten den Druck auf die Verhandlungen mit den Arbeitgebern erhöhen, die derzeit festgefahren sind. Die Gewerkschaft fordert für die bundesweit insgesamt rund 23.000 Beschäftigten der Branche einen Stundenlohn von 20 Euro.  Das wäre ein Plus im teilweise hohen zweistelligen Prozentbereich - derzeit ist die Bezahlung je nach Region und Tätigkeit unterschiedlich. An ostdeutschen Airports liegt der Stundenlohn bei 14,70 Euro, in Hessen beispielsweise zwischen 13,75 Euro und 15,72 Euro. Die Arbeitgeber lehnen das als unrealistisch ab.

Bereits am Montag hatte ein vierstündiger Warnstreik des Sicherheitspersonals an den beiden Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld den Flugverkehr zwischenzeitlich lahmgelegt. Die Tarifverhandlungen sollen am 23. Januar fortgesetzt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 10. Januar 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2019, 18:58 Uhr

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4 Kommentare

11.01.2019 15:48 Fragender Rentner 4

@Wessi zu 1
Du schreibst: ... Und ja: dadurch kann es zu Steigerungen von bis zu 44% kommen.

Das klingt ja so als wenn die Kollegen im Osten soviel weniger bekommen ???

10.01.2019 23:05 Mittelsachse 3

20 Euronen die Stunde für "Kofferkontrolleure"? Erklärt das mal einem fleißigen Handwerksgesellen der reale Werte schafft. In manchen Ecken dieses Landes hat man den Realitätssinn völlig verloren.

10.01.2019 21:16 Ossi 2

Wessi@1 Und ich dachte immer wir sind seit 1990 ein Land.

10.01.2019 19:28 Wessi 1

Teilweise 90% (NDR Info) der Sicherheitskollg*innen sind oder waren im Streik.Die Wessis sagen "der Kollege im Osten macht doch die gleiche Arbeit, also soll er auch das gleiche Geld bekommen"+streiken.Und ja: dadurch kann es zu Steigerungen von bis zu 44% kommen.