Prototypmotor DEUTZ TCG 7.8 mit KEYOU-inside Technik
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Alternative Antriebsform Wasserstoffantrieb: Gelingt in Chemnitz der Durchbruch?

Bisher stand die Brennstoffzelle im Schatten der Batterie. In Chemnitz gibt es eine Initiative, die dem Wasserstoffantrieb endlich zum Durchbruch verhelfen will. Und davon soll die hiesige Automobilbranche profitieren.

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Womit fahren wir in Zukunft?

In Einem sind sich inzwischen alle Autohersteller einig: der Verbrennungsmotor hat irgendwann ausgedient. Welche alternative Antriebsform uns aber zukünftig voran bringt, ist noch längst nicht entschieden. Neben dem Elektromotor ist auch die Brennstoffzelle mit Wasserstoff wieder im Rennen.

Und genau in dieser Antriebsform liegen auch die größten Chancen für die Automobilindustrie, Arbeitsplätze in Mitteldeutschland zu erhalten. Die Motoren sind dem Verbrennungsmotor ähnlich. Die Hersteller könnten ihre Produktion schnell anpassen. In Chemnitz gibt es eine Initiative, die dem Wasserstoffantrieb und damit der mitteldeutschen Autoindustrie auf die Beine helfen will.

Brennstoffzellen sind wie kleine Kraftwerke

An der Technischen Universität in Chemnitz forschen Prof. Thomas von Unwerth und seine Mitarbeiter an Brennstoffzellen. Dem Team steht hochkomplexe Forschungstechnik für eine Technologie zur Verfügung, die unser aller Mobilität grundlegend beeinflussen kann. Um noch mehr praxisnahe Dauertests von Brennstoffzellen durchführen zu können, hat die Universität beispielsweise mit einem riesigen Wasserstofftank jüngst Technik aufgerüstet.

Brennstoffzellen erzeugen Strom, wie ein kleines Kraftwerk – dafür benötigen sie nur Wasserstoff – eine sehr saubere Form der Energiegewinnung. Aus dem Auspuff kommt nur Wasser. Seit Jahrzehnten ist das bekannt. Und doch rollen nach Meinung von Professor Olle vom Chemnitzer Automotive Institute viel zu wenige Autos mit dieser Technik auf Deutschlands Straßen.

Prof. Dr. Werner Olle, Chemnitzer Automotive Institute
Prof. Dr. Werner Olle Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wir wissen aus Asien, dass dort intensiv an dem Thema Brennstoffzelle geforscht und gearbeitet wird. Es darf nicht passieren, dass man beim Thema Batterie und in zehn Jahren bei der Brennstoffzelle nicht mithalten kann. Es ist ein ganz wichtiges Signal, dass hier an der Universität Chemnitz, in einem Netzwerk von Unternehmen, an dieser Zukunftstechnologie geforscht wird.

OT Prof. Werner Olle, Chemnitz Automotive Institute

Know-how von Forschung und Industrie zusammenbringen

Mit mehr als 700 Firmen und rund 100.000 Beschäftigten ist die Branche der wichtigste sächsische Arbeitgeber und muss sich der Transformation der Industrie stellen. Karl Lötsch vom Verein "HZwo" möchte das Know-how der Chemnitzer Forscher und der mitteldeutschen Autoindustrie vernetzen, um auch in Zukunft Arbeitsplätze in der Region halten zu können.

Zwei Dutzend Forschungseinrichtungen und Firmen aus der Branche engagieren sich schon im Verein. Für die mitteldeutschen Hersteller besteht die Möglichkeit, ihre herkömmlichen Produkte in abgewandelter Form in Wasserstofffahrzeuge einzubauen. Und die Technik verbindet die Vorteile des Verbrennungsmotors mit denen des Elektroautos.

Die Brennstoffzellen-Technologie ist nicht nur eine Technologie für den Pkw-Bereich, sondern gilt auch für den Nutzfahrzeugbereich. Es gibt das Thema Schienenverkehr. All diese Verkehrsmittel profitieren vom Thema Brennstoffzelle. Man benötigt Pilotanwendungen und dafür geeignete Infrastruktur.

Prof. Werner Olle, Chemnitz Automotive Institute

Zahl der Wasserstofftankstellen soll steigen

In Mitteldeutschland sind es derzeit nur drei Tankstellen, die Wasserstoff anbieten. Aber es sollen mehr werden. Denn ob Elektro oder Wasserstoff, welche alternative Antriebsform sich letztendlich durchsetzt, oder ob beide koexistieren, ist noch nicht sicher.

E-Auto
Aus einer kleinen Anfrage der FDP an die Bundesregierung geht hervor, dass ein klarer Fokus auf den Aufbau einer Infrastruktur für E-Mobilität gesetzt wird. Bildrechte: imago images / Jan Huebner

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 10. Mai 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Mai 2019, 15:44 Uhr