Mechatroniker installieren einen Roboter in der neuen Karosseriefertigung des Sportwagenbauers Porsche in Leipzig (Sachsen)
Schreckt der AfD-Erfolg Investoren und ausländische Fachkräfte ab? Das Porsche-Werk in Leipzig Bildrechte: dpa

Nach Landtagswahlen Wirtschaft besorgt über starke AfD

Vertreter der Arbeitgeber und Wirtschaft werten das Erstarken der AfD als Risiko für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Radikale Aussagen von AfD-Vertretern im Osten schadeten dem Ruf dort agierender Firmen und schreckten dringend benötigte Fachkräfte ab.

Mechatroniker installieren einen Roboter in der neuen Karosseriefertigung des Sportwagenbauers Porsche in Leipzig (Sachsen)
Schreckt der AfD-Erfolg Investoren und ausländische Fachkräfte ab? Das Porsche-Werk in Leipzig Bildrechte: dpa

Die Arbeitgeber bewerten das starke Abschneiden der AfD bei den Landtagwahlen in Sachsen und Brandenburg als negativ für die deutsche Wirtschaft. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sagte, Äußerungen führender AfD-Vertreter drohten den guten Ruf der auch in diesen Bundesländern international tätigen Wirtschaft zu schädigen.

Industriepräsident Dieter Kempf hatte bereits vor der Wahl gewarnt. "Es geht darum aufzuzeigen, welche Gefahr ein starker rechter Rand für die international vernetzte deutsche Wirtschaft bedeutet. Und was es bedeutet, wenn wir einerseits über Fachkräftemangel klagen, andererseits aber alles andere als eine Willkommenskultur ausstrahlen."

Mittelstand fordert mehr Wirtschaft- statt Sozialpolitik

Mittelstandspräsident Mario Ohoven sieht das starke Abschneiden der AfD als Warnschuss für die Große Koalition von Union und SPD im Bund. Trotz jahrelanger Politik der sozialen Wohltaten liefen Union und SPD die Wähler in Scharen davon, sagte Ohoven. "Die GroKo sollte daraus die Konsequenz ziehen und endlich eine wachstumsorientierte Politik betreiben, um eine Rezession abzuwenden.

Fachkräftemangel könnte sich im Osten verschärfen

Der Vizepräsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Oliver Holtemöller, mahnte: "Aufgrund der Alterung der Bevölkerung nimmt die Attraktivität einiger Regionen in Ostdeutschland als Investitionsstandort ab, weil es dort für die Unternehmen in Zukunft schwieriger werden wird, geeignetes Personal zu finden." Die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte könnte die Probleme mildern, doch sei das mancherorts fremdenfeindliche Klima dabei ein Nachteil.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. September 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. September 2019, 22:17 Uhr