Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, stellt in der Bundespressekonferenz die Konjunkturprognose der Bundesregierung vor
Bundeswirtschaftsminister Altmaier lässt sich von sinkenden Exporten nicht die Laune verderben. Er verweist auf Wirtschaftskraft im Inland. Bildrechte: dpa

Handelskonflikte Bundesregierung senkt Wachstumsprognose

Die Bundesregierung senkt ihre Konjunkturprognose für Deutschland. Ein Grund sind die Folgen der Handelskonflikte auf der Welt. Noch im Frühjahr hatte die Regierung ein Plus des Bruttoinlandprodukts von 2,3 Prozent erwartet. Jetzt hat Bundeswirtschaftsminister Altmaier die aktuelle Prognose vorgestellt.

von Martin Mair, Hauptstadtkorrespondent MDR AKTUELL

Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, stellt in der Bundespressekonferenz die Konjunkturprognose der Bundesregierung vor
Bundeswirtschaftsminister Altmaier lässt sich von sinkenden Exporten nicht die Laune verderben. Er verweist auf Wirtschaftskraft im Inland. Bildrechte: dpa

Wirtschaftsminister Peter Altmaier zeigt sich zufrieden. Zwar muss die Bundesregierung ihre Wirtschaftsprognose nach unten korrigieren. In diesem und im kommenden Jahr rechnet sie nur noch mit einem Wachstum von je 1,8 Prozent.

Längste Aufschwungphase seit 1966

Trotzdem findet Altmaier, dass es gute Zahlen sind: "Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiterhin in einem kräftigen Aufschwung. Es handelt sich um die längste Aufschwungsphase seit 1966. Es handelt sich um den zweitlängsten Aufschwung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland."

Tatsächlich wächst vor allem die Wirtschaftskraft im Inland. Produktion und Konsum entwickeln sich gut. Für Arbeitnehmer rechnet Altmaier damit, dass die Löhne weiter steigen. Ebenso die Zahl der Menschen, die einen Job haben. In diesem Jahr sind es fast 600.000 mehr. 2019 sollen es noch einmal 400.000 sein.

Vollbeschäftigung in Reichweite

"Das heißt, der Beschäftigungsaufbau geht weiter. Er facht sich zwar etwas ab. Das geschieht aber auf einem hohen Niveau. Im Koalitionsvertrag haben wir uns vorgenommen, Vollbeschäftigung bis 2025 zu erreichen. Dieses Ziel gerät in Reichweite", so Altmaier.

Voraussetzung ist, dass der Aufschwung stabil anhält. Die Weltwirtschaft schwächelt aber. Seit Jahresbeginn stagniert der Handel, weshalb die Exporte schwächer ausfallen. Ein Grund, warum die Bundesregierung in ihrer Herbstprognose etwas weniger optimistisch ist als noch im Frühjahr. Dazu kommen Handelskonflikte in vielen Teilen der Welt.

Altmaier sagt, diese Probleme zu lösen, sei eine zentrale Aufgabe. Schlechte Stimmung sei aber nicht angebracht: "Wenn ich mir die Wachstumsprognosen anschaue, gibt es eigentlich keinen Grund dafür, warum die Erfolgsgeschichte abreißen sollte. Wir haben einen starken Außenhandel, der sich ein bisschen abschwächt. Aber wir haben eine starke Inlandsnachfrage. Beides zusammen genommen kann dazu beitragen, dass wir den Aufschwung verstetigen."

Nachholbedarf bei Digitalisierung

Von zentraler Bedeutung sei dabei, dass Deutschland die Digitalisierung der Wirtschaft aktiv gestalte. Hier sieht Altmaier Nachholbedarf. Dabei denkt er vor allem an das Thema künstliche Intelligenz. Dass das Rennen längst gelaufen und US-Großkonzerne wie Google, Apple und Facebook nicht mehr einzuholen seien, glaubt Altmaier nicht.

Kampf gegen digitale US-Konzerne schon verloren?

Er verweist auf die 80er-Jahre und den Kampf des US-Flugzeugherstellers Boeing und seinem europäischen Konkurrenten Airbus: "Wir haben damals erlebt, dass das Rennen um die Flugzeugmärkte der Zukunft bereits gelaufen schien. Es ist dann gelungen, durch eine kluge Politik, die auf private Initiative setzt, die staatlicherseits unterstützt wird, heute 50 Prozent des Weltmarktes für große Verkehrsflugzeuge aus Europa zu bedienen."

Ähnliche Erfolge seien auch in der Digitalisierung möglich, so die Hoffnung des Wirtschaftsminister. Zu dessen Aufgabe gehört es auch, Optimismus zu verbreiten. Das ist ein wichtiger Faktor bei der wirtschaftlichen Entwicklung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Oktober 2018 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2018, 16:02 Uhr

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8 Kommentare

13.10.2018 11:43 Ureinwohner 8

Bundeswirtschaftsminister Altmaier lässt sich von sinkenden Exporten nicht die Laune verderben. Er verweist auf Wirtschaftskraft im Inland. Wirtschaftsminister Peter Altmaier zeigt sich zufrieden.Wir müssen es nur glauben dann geht es uns allen auch gut.Er sieht immer so zuversichtlich aus.

11.10.2018 21:34 ein schon länger in Deutschland lebender 7

Das wird aber Herrn Macron ärgern, hatte er doch so tolle Pläne mit den Euros aus Deutschland ;-)

11.10.2018 20:11 optinator 6

Die ältere Generation verliert die Lust am verplempern von Geld, was dann auch zum Wachstum beitragen würde.
Die Jüngeren haben das Geld noch nicht zum verplempern.
Vielleicht wird der Mensch langsam einsichtig das die Welt nur durch moderates Leben, damit verbunden geringer Konsum, zu retten ist.

Mehr als Essen und Trinken und einige wenige Annehmlichkeiten reichen doch auch um glücklich zu sein.

11.10.2018 18:28 ein schon länger in Deutschland lebender 5

bei den Aussichten wurden gleich mal die Spritzpreise nachgesetzt. ;-)

11.10.2018 17:48 Thüringer 4

Da braucht man sich nicht zu Wundern. Die BK macht das was SIE will, sowie die EU und Ihre USA Freunde befehlen. Wie war das nochmal mit den Sanktionen mit Russland? Ach habe ja vergessen, es waren nur hauptsächlich Betriebe aus den Neuen Bundesländern und da ist es nicht so schlimm.

11.10.2018 17:15 REXt 3

Nichts investiert im Land, alles verplempert in der Welt, jetzt bricht die Wirtschaft ein, fehlt noch eine kleine Finanz/ Imobilienblase, das perfekte Chaos wird D beherrschen, die Vorbereitungen dazu wurden ja seit 2015 gesät! Was gelingt Merkel überhaupt noch, geht jetzt alles schief? Mir fällt nicht positives ein, was Merkel betrifft.

11.10.2018 16:47 Lisa 2

Keiner konnte bisher plausibel erklären woher die ganzen Milliarden gekommen sind.
Und jetzt bricht auch noch die Wirtschaft ein.
Klasse gemacht kann ich da nur sagen

11.10.2018 16:10 Lisa 1

Kann nicht sein.

Jetzt wo wir die Fachkräfte haben und 90 Prozent in Versicherungspflichter Arbeit sind.

Da passt was nicht zusammen.

Und wo sollen da zukünftig die Mrd herkommen?