ARCHIV - Vertrauensleute des Mercedes-Benz-Werkes Bremen protestieren mit T-Shirts mit der Aufschrift "Werkvertrag", "Stammmitarbeiter", "Leiharbeitnehmer" am 24.09.2015. (zu "Gesetz zur Leiharbeit tritt in Kraft" vom 31.03.2017)
Leiharbeit ist eine Form der atypischen Beschäftigung. Bildrechte: dpa

Arbeitsmarkt Zahl atypisch Beschäftigter in Deutschland steigt

Immer mehr Beschäftigte in Deutschland arbeiten in atypischen Beschäftigungsverhältnissen - mit befristetem Arbeitsvertrag, in Teilzeit, als geringfügig Beschäftigte oder in Leiharbeit. Die aktuellen Zahlen.

ARCHIV - Vertrauensleute des Mercedes-Benz-Werkes Bremen protestieren mit T-Shirts mit der Aufschrift "Werkvertrag", "Stammmitarbeiter", "Leiharbeitnehmer" am 24.09.2015. (zu "Gesetz zur Leiharbeit tritt in Kraft" vom 31.03.2017)
Leiharbeit ist eine Form der atypischen Beschäftigung. Bildrechte: dpa

Die Zahl der atypisch Beschäftigten in Deutschland ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren 2017 rund 7,7 Millionen Menschen atypisch beschäftigt, rund 116.000 mehr als im Vorjahr. Wie die Statistiker in Wiesbaden mitteilten, bleibt damit der Anteil an den Erwerbstätigen mit 20,8 Prozent fast unverändert.

Auch Geschlechter betrachtet arbeiten Frauen häufiger in einer atypischen Beschäftigungsform (30,5 Prozent) als Männer (rund 12 Prozent). Die Art der atypischen Beschäftigung verteilt sich auf Erwerbstätige mit befristetem Arbeitsvertrag, Teilzeitbeschäftigung mit bei zu 20 Wochenstunden, geringfügig Beschäftigte und Leiharbeit. Diese verschiedenen Erwerbsformen überschneiden sich den Statistikern zufolge.

Die Zahl der Selbständigen sank im gleichen Zeitraum übrigens von 9,9 auf 9,7 Prozent, die der "Normalarbeiter" stieg leicht von 69,2 auf 69,3 Prozent. Die Zahlen sind ein Ergebnis des jährlichen Mikrozensus. Dabei wird in einer Stichprobe rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt. Aufgrund einer Umstellung bei der Befragung zur Zeitarbeit sind Vergleiche zu den Vorjahren den Statistikern zufolge eingeschränkt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Juni 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. August 2018, 10:35 Uhr

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11 Kommentare

28.08.2018 19:21 Fragender Rentner 11

Zitat von Oben: Zahl atypisch Beschäftigter in Deutschland steigt

Wer wird da wohl einen Vorteil davon haben, die AN oder die AG ?

Die zahlen bestimmt viel in die Sozialsysteme ein.

28.08.2018 11:28 O-Liner (1. V.) 10

Die Darstellung in den Säulendiagrammen ist nicht eindeutig. Säule Nr. 1 stellt nach meinem Dafürhalten die Grundgesamtheit des statistischen Sachverhalts dar. Die anderen vier sind ausdrücklich mit dem vorangestellten Wort "Davon" benannt. Nach Grundschul-Einmaleins kann das eigentlich nicht aufgehen: die Summe der Zahlen in den Säulendiagrammen zwei bis fünf sollte eigentlich genau die Zahl in der Säulennummer eins ergeben. Wenn das aber so gemeint ist, daß EIN konkreter Fall einer atypischen Beschäftigung die Kriterien MEHRERER Kategorien erfüllt (z.B.: eine konkreter Beschäftigter ist sowohl befristet angestellt als auch sowohl teilzeit- wie geringfügig beschäftigt als auch Zeitarbeitnehmer), dann wäre es doch besser, das dazuzuschreiben - etwa sinngemäß: "Ein Arbeitnehmer kann unter mehrere Kategorien fallen". Und es lache niemand! So etwas passiert oft genug! Übrigens: Allein die Zahl von über zwanzig Prozent sollten sich die SPD-Fans hier mal auf der Zunge zergehen lassen!

28.08.2018 07:08 kleinerfrontkaempfer 9

Atypische Beschäftigung und dann stetig steigende Verdienste in den Neuen Bundesländern?
Finanzielle Sonderleistungen sind meist nicht vorhanden oder nur symbolisch, die Arbeitsstunden gehen hoch und kiegen über der Bundesnorm.
Mal wieder typisch für die Meinnugsmache und Bestätigung, denn: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!

27.08.2018 19:17 lummox 8

mit dank an spd & cdu, sowie an grüne & fdp, die in aufopferungsvoller kleinarbeit das 21. jh. für uns alle wieder lebenswert gemacht haben :)

27.08.2018 17:35 Horst 7

@ 27.08.2018 13:29 winfried 4

CDU/CSU und Frau Merkel, die nun seit 13 Jahren an der Macht sind, sollen nicht für diese Entwicklung verantwortlich sein?

27.08.2018 17:24 Peter 6

@4 winfried: Ich setze mal Ihre Zahlen ins Verhältnis zu der Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Jobs in Deutschland.
2004 - 26,5 Mio
2017 - 32,1 Mio
(Quelle: statista.de)
Ich sag´s gern, die Politik der SPD ist mitursächlich für diese Entwicklung.

27.08.2018 16:42 Fragender Rentner 5

Na die sind doch dann in sozialversicherungspflichtigen Jobs.

27.08.2018 13:29 winfried 4

Seit Januar 2005 gibt es "Schröders" Hartz IV.
Die "statista"-Zahlen bzgl. "atypisch Beschäftigte"
2004 -> 6,177 Mio. .. 2005 -> 6,854 Mio. .. 2006 -> 7,574 Mio. .. 2017 -> 7,7 Mio.

Ich sag' es zwar nicht gern, aber die CDU und Frau Merkel waren's nicht.

27.08.2018 13:10 Horst 3

Bei 20,8% scheint mir "atypisch" eine überholte Bezeichnung zu sein.

27.08.2018 12:39 Gaihadres 2

Da die Zahl der Alleinerziehenden zugenommen hat ist ein Anstieg der Teilzeitarbeit ein vermuteter Zusammenhang. Es wollen jedoch auch gerade junge Menschen zunehmend lieber in TZ arbeiten. Befristete AV sind nicht ungewöhnlich und in vielen Branchen auf dem Rückzug.

@MDR: mir fehlen Ursachenanalysen. Die Zahlen sind wenig aussagefähig.