Langer Arbeitsweg Zahl der Pendler auf Rekordwert

Dass Pendeln nicht glücklich macht, das hat sich inzwischen herumgesprochen. Dennoch ist die Zahl derjenigen, die einen langen Arbeitsweg in Kauf nehmen, seit der Jahrtausendwende deutlich gestiegen.

Ungeachtet aller negativen Auswirkungen ist die Zahl der Pendler in Deutschland weiter gestiegen. Nahmen zum Jahrtausendwechsel noch 53 Prozent aller Arbeitnehmer einen längeren Arbeitsweg in Kauf, so sind es inzwischen 60 Prozent. Das geht aus einer Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung ( BBSR ) in Bonn hervor. Die meisten Pendler gibt es demnach in München, den größten prozentualen Zuwachs erlebte die Bundeshauptstadt Berlin.

Dabei ist dem BBSR zufolge nicht nur die Zahl der Pendler gestiegen. Auch der Weg zur Arbeit sei länger geworden. Habe er im Jahr 2000 noch durchschnittlich 14,6 Kilometern betragen, waren es 2016 schon 16,8 Kilometer. Damit profitieren aus Sicht des Instituts vor allem die Umlandgemeinden vom Wachstum wirtschaftsstarker Großstädte.

Pendler fordern das Umland

Allerdings ist diese Entwicklung laut BBSR-Direktor Harald Herrmann mit Problemen verbunden. Flächenverbrauch und die Verkehrsbelastung würden steigen. Es sei wichtig, dass die Infrastruktur mit dem Wachstum Schritt halte und das Umland gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden bleibe.

Trendumkehr unwahrscheinlich

Erfahrungen aus der Pendlerhauptstadt München zeigen, dass sich diese Entwicklung nicht dreht. "Die Leute sind bei der Arbeitsplatzwahl flexibler als bei der Wahl des Wohnorts. Die Entwicklung wird sich nicht drehen", sagt Christian Breu, Geschäftsführer des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München. Breu erwartet stattdessen, dass die Pendlerströme in und aus der Stadt deutlich zunehmen. In Ballungsräumen entstünden mehr Arbeitsplätze. Familien seien unflexibler, insbesondere mit Kindern.

Auch die steigende Zahl befristeter Arbeitsverträge begünstigt laut Breu das Pendeln, "weil Erwerbstätige nicht für einen überschaubaren Zeitraum den Wohnort wechseln wollen."

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 02.04.2017 | 07:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. März 2019, 12:53 Uhr

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31 Kommentare

20.03.2019 08:34 Hant... 31

Jeder Pendler welcher einen längeren Arbeitsweg als 20 km hat (egal ob Bus /Bahn oder KFZ) wünscht sich einen kürzeren Arbeitsweg. Zum notwendigen Pendeln gibt es so viele Gründe,da reicht die Kommentarfunktion hier gar nicht aus. Es lässt sich aber beobachten, dass in letzter Zeit viele (ich kann nur für den Raum Berlin sprechen) aus Berlin in das Umland ziehen. Die Gründe sind folgende: mehr Lebensqualität durch eine saubere Umgebung (damit ist nicht nur die Luft gemeint);
weniger Lärmbelästigung; deutlich geringere Mieten, denn die Steigerung der Mieten ist völlig abgekoppelt von dem Einkommen! Aufgrund der Spekulanten. Diese Mietsteigerung geht schon weit in das Berliner Umland! Ich selbst benötige täglich 3 Stunden für den Arbeitsweg. Mein Arbeitsplatz ist immer noch attraktiver als im Umland bzw. in meiner Region. Das Pendeln mit Bus/Bahn ist sehr günstig um Berlin verglichen mit Strecken um 60km Dresden. Eine Belastung stellt das Pendeln aber trotzdem dar-Erst recht mit dem KFZ

18.03.2019 13:46 Bernd L. 30

Ullrich 21:
"Nach aktueller Lage begehen Diesel Fahrer in meinen Augen Körperverletzung! Jeder Vorteil für Diesel gehört sofort abgeschafft!"
Da sieht man, was grüne Propaganda anrichten kann, wenn die wiss-techn. Kenntnisse fehlen. Fakt ist: Diesel ist nach wie vor die umweltfreundlichste und effektivste Technologie.

04.04.2017 00:22 Sabrina 29

Man sollte sich mal fragen, was für eine Ressourcen-Vernichtung diese Pendelei ist.

Ach ja - wo bleiben denn da die "Klimaschützer"?

Hat Arbeit überhaupt noch das Ziel, das Leben zu verbessern, oder geht es darum, den Menschen soviel wie möglich davon zu nehmen?

Irgendwie braucht man sich wohl über Geburtenrückgang nicht zu wundern.

Es ist einfach zu viel, 40 Stunden /Wo zu arbeiten + 10 bis 13 Stunden Arbeitsweg + wer Arbeitsgeil ist hat Überstunden für lau zu machen.

03.04.2017 19:50 Peter 28

@27 Ekki: Nun halten Sie mal die Luft an. Ich kann das Gejammer nicht mehr hören.
Kein Arbeitnehmer wird von Arbeitgebern oder gar der Politik gezwungen zu pendeln. Es ist die freie Entscheidung jedes Arbeitnehmers. Wer sich allerdings nicht bewegt, also flexibel ist, wird auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben.
Übrigens, ich lese hier im Forum keine Kommentare von Pendlern, sondern vor allem solche von Ihnen, der in einem fort an Gott und der Welt etwas auszusetzen hat.

03.04.2017 17:47 Ekkehard Kohfeld 27

@ Ullrich 26 Geringere Miete, Hauskosten, oft geringere Steuern (z.b. Grundsteuer), geringere Abgaben, Kilometer Pauschale. Trotzdem Nutzung aller Vorteile. Jetzt dürfen sie mal den Taschenrechner raus holen! ##Ich brauch keinen Taschenrechner raus holen ich musste das 25 Jahre machen ich weiß wovon ich spreche sie aber scheinbar nur vom hören sagen.Sagen sie mal von wem reden sie eigentlich von Millionären oder normalen Arbeitnehmern die von der AGE und Politik dazu verdonnert werden weite Strecken zu pendeln.Schon die Parolen vergessen der Arbeitnehmer muss flexibler werden oder die Leiharbeiter die morgen hier und übermorgen dort arbeiten werden und auch pendeln in kauf nehmen.Ich weiß nicht in welchem Elfenbeinturm leben sie eigentlich??Ich empfinde das schon fast als Frechheit was sie hier ablassen.Sie scheinen zu glauben Pendeln macht Spaß und man kann da auch noch Geld mit verdienen sie heißen nicht zufällig Klausi??

03.04.2017 17:06 Ullrich 26

Geringere Miete, Hauskosten, oft geringere Steuern (z.b. Grundsteuer), geringere Abgaben, Kilometer Pauschale. Trotzdem Nutzung aller Vorteile. Jetzt dürfen sie mal den Taschenrechner raus holen!
Wenn diese Vorteile und die geringere Besteuerung von Diesel wegfallen würde wäre ein Stück Gerechtigkeit erreicht. Letztendlich kann man ohne Auto leben und arbeiten. Das funktioniert aber wahrscheinlich nur in Großstädten mit deren Infrastruktur. Diese Attraktivität u.a. beim ÖPNV kostet. Deshalb ist das Leben dort teurer. Ich empfinde es als durchaus akzeptabel, dass Menschen die sich gegen dieses urbane Leben - oft um zu sparen - entscheiden auf der anderen Seite höhere Kosten durch ihren höheren Ressourcen Verbrauch (pendeln) haben.

03.04.2017 16:08 Ekkehard Kohfeld 25

@ Ullrich 24 Hier wird also bewusst weiterer Steuervorteil genutzt, neben der Pendler Pauschale! ##Schon wieder der Oberlehrer.
Sie wissen schon wie viele Geld man erst mal für Kraftstoff und sonstige Instandhaltung einsetzen muss und wie viel man davon wieder bekommt ja wissen sie das??Da wird absolut kein plus Geschäft sondern ganz viel minus je nach dem wie weit man fahren muss und die wenigsten machen das freiwillig,sie tun so als würden sie dadurch etwas verdienen.Dann nehmen sie mal eine Taschenrechner und rechnen das aus und bei diesen Kilometerleistungen kommen dann noch Reifen,Verschleißteil,schon mal die Werkstattpreise gescheckt?Und wie oft ein neues Auto weil verbraucht,das muss alles bezahlt werden.Und von welchen Steuervorteilen sprechen sie bei normalen Pendlern???

03.04.2017 12:23 Ullrich 24

Wer Diesel fährt begeht schon Körperverletzung - die Frage ist nur wer hier schadenersatzpflichtig ist!
Es ändert aber nichts an der Tatsache und der Notwendigkeit Vorteile für den Diesel sofort abzuschaffen, zumal die Begründung für den Mineralölsteuer Rabatt - höhere Kfz Steuer - seit Berechnung nach Co² nicht mehr gegeben ist!
Pendler fahren häufig Neuwagen auf Grund der hohen Fahrleistung. Hier wird also bewusst weiterer Steuervorteil genutzt, neben der Pendler Pauschale!

03.04.2017 09:18 Ekkehard Kohfeld 23

@ Ullrich 21 Nach aktueller Lage begehen Diesel Fahrer in meinen Augen Körperverletzung! Jeder Vorteil für Diesel gehört sofort abgeschafft!##Also schlimmer wird es wohl nicht werden,wer hat die Diesel den erst so hoch gepuscht ??Wie wahr das doch gleich mit den Steuerlich geförderten Dieseln??Wer hat geschummelt bei den Abgaswerten und wer hat da angeblich nichts von gewusst unser Politik wer,s glaubt wird selig?Und natürlich ist der kleine Mann der Käufer den man verarscht hat jetzt schuld was für ein tolle Sichtweise.##Das Fahrverbot für Diesel welches einige hier beschreiben betrifft aber nur Fahrzeuge welche keine grüne Plakette haben. Also Diesel die keine Euro 4 norm haben.##Da ging es ja auch gar nicht drum sondern das von einigen Oberexperten behauptet wurde das es ein Fahrverbot für Diesel generell nicht geben würde.Ich glaube die haben von Umweltzonen noch gar nicht gehört.Da gibt es für Peterlein schon wieder drei Gummipunkte für nicht wissen:-))

03.04.2017 08:32 GEWY38 22

@17 Peter, Die Fakten sagen lt. Verkehrstudie der TU Dresden (siehe Tag 24 vom 18.12.16) unter der Überschrift "So sinnlos ist der Leipziger City-Tunnel" folgendes:
"Der Anteil der im ÖPNV zurückgelegten Strecken stieg nur geringfügig um 0,5 Prozentpunkte von 17,1 auf 17,6 Prozent."
weiter
"Die Leipziger bleiben-verglichen mit ähnlichen Großstädten-wahre Bahn- und Busmuffel."
weiter
"Auch der motorisierte Individualverkehr legte um 1,4 Prozentpunkte auf 39,7 Prozent zu."
Was nun? Außerdem habe ich mich bei meinem Beispiel unter @12 auf Metropolen wie Berlin und HH bezogen. Man könnte da auch noch München Frankfurt, Stuttgart hinzufügen. Städte die eigentlich mit der Provinz, und damit auch Leipzig nicht vergleichbar sind.

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