Nach Bilanzskandal Wirecard meldet Insolvenz an

Der Zahlungsdienstleister Wirecard ist pleite. Nach dem milliardenschweren Bilanzskandal stellte das Unternehmen einen Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung.

Markus Braun, Vorstandsvorsitzender von Wirecard, steht bei einem Fototermin in der Firmenzentrale.
Wirecard-Chef Markus Braun war nach Bekanntwerden des Bilanzskandals zurückgetreten. Bildrechte: dpa

Der wegen eines Bilanzskandals schwer angeschlagene Zahlungsdienstleister Wirecard stellt Antrag auf Insolvenz. Das habe der Vorstand am Donnerstag beschlossen, teilte das Unternehmen mit.

Den Antrag beim zuständigen Amtsgericht München stelle Wirecard wegen "drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung". Es werde zudem geprüft, ob Insolvenzanträge für Tochtergesellschaften der Wirecard-Gruppe gestellt werden müssten.

Wirecard-Chef wird Täuschung vorgeworfen

In der Jahresbilanz von Wirecard fehlen 1,9 Milliarden Euro. Der Konzern geht davon aus, dass das Geld bei zwei philippinischen Banken gar nicht existiert. Die Staatsanwaltschaft München wirft dem vergangene Woche zurückgetretenen Wirecard-Chef Markus Braun vor, mit weiteren mutmaßlichen Tätern die Bilanzsumme und das Umsatzvolumen von Wirecard durch vorgetäuschte Einnahmen aufgebläht zu haben.

Der Zahlungsdienstleister hatte bereits vergangene Woche gewarnt, die Banken könnten Kredite in Höhe von etwa zwei Milliarden Euro kündigen, weil Wirecard bislang keinen Jahres -und Konzernabschluss vorlegen konnte.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Juni 2020 | 11:00 Uhr