Tierschutz Zirkusverband klagt erfolgreich gegen Wildtierverbote

Nach Auskunft des Verbands Deutscher Circusunternehmen sind bundesweit sämtliche Klagen gegen Wildtierverbote für Zirkusse vor Gericht erfolgreich gewesen. Das sagte Ralf Huppertz dem MDR-Magazin "Umschau". Huppertz ist zweiter Vorsitzender des Verbands Deutscher Circusunternehmen (VdCU). Damit dürften Zirkusse mit Wildtieren, wie etwa Tiger oder Elefanten, auch in solchen Kommunen wieder auftreten, die zuvor aus Tierschutzgründen ein sogenanntes Wildtierverbot erlassen hatten.

Zirkuselefanten während einer Vorstellung
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Laut Tierschutzorganisation PETA hatten in Mitteldeutschland sieben Städte ein solches Wildtierverbot für Zirkusse. Derzeit gelten sie nach Recherchen des MDR-Magazins "Umschau" inzwischen nur noch in Erfurt, Annaberg-Buchholz und Arnstadt. Chemnitz, Altenburg und Leipzig haben ihre Wildtierverbote wieder aufgehoben. In Eisenach gilt zwar noch ein Verbot, aber ein Zirkus durfte nach erfolgreicher Klage bereits wieder mit Wildtieren auftreten.

Huppertz: "PETA hat sehr viel Wind gegen Zirkusse gemacht"

Zirkuszelt
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Die Tierschutzorganisation PETA führt auf ihrer Homepage eine bundesweite Liste zu etwa 100 Orten mit kommunalen Wildtierverboten. Daraus geht allerdings nicht hervor, wo die Verbote tatsächlich aktuell noch in Kraft sind. Das sei mitunter schwer zu überprüfen, sagte PETA. Der Verein verweist darauf, dass auf ihrer Website oberhalb der Verbotsliste auch folgender Hinweis steht: "Bei den kommunalen Verboten steht die Symbolkraft der politischen Willensbekundung im Vordergrund – daher sind in der Liste weiterhin Städte aufgeführt, die ihre Beschlüsse aufgrund der uneinheitlichen Rechtslage zurückgenommen haben."

Zirkusverbandssprecher Ralf Huppertz sieht seine Branche in der Pflicht: "Die Tierschutzorganisation PETA hat sehr viel Wind gegen Zirkusse gemacht. Die Zirkusbetreiber haben ihre eigene Aufklärungsarbeit vernachlässigt".

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 09. April 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2019, 14:11 Uhr