Tarifstreit 100 Flüge durch UFO-Warnstreik ausgefallen

An mehreren deutschen Flughäfen waren Passagiere am Sonntag mit erheblichen Problemen konfrontiert. Wie die Gewerkschaft UFO mitteilte, wurde der Warnstreik bei den Lufthansa-Töchtern Eurowings, Germanwings, Lufthansa Cityline und Sun Express bis Mitternacht ausgeweitet. An verschiedenen Flughäfen kam es zu Flugausfällen. Auch in Leipzig-Halle und Dresden wurde gestrichen. Insgesamt fielen rund 100 Flüge aus.

Ein Flug der Fluggesellschaft Eurowings wurde laut der Anzeige eines Displays am Flughafen Düsseldorf «Annulliert». Die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) hat ihre Mitglieder zu Warnstreiks aufgerufen, die bis Mitternacht dauern sollen.
Deutschlandweite Flugausfälle am Sonntag durch den UFO-Warnstreik. Bildrechte: dpa

Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hat ihren Streik bei den Lufthansa-Töchtern Eurowings, Germanwings SunExpress und Cityline bis Mitternacht verlängert. Daher waren der Gewerkschaft zufolge am Sonntag alle Flüge der Lufthansa-Töchter von den Arbeitskämpfen betroffen.

Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Eurowings hebt ab vom Flughafen Düsseldorf. Die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) hat ihre Mitglieder zu Warnstreiks aufgerufen, die bis Mitternacht dauern sollen.
Abgehoben in Düsseldorf - Maschine von Eurowings. Bildrechte: dpa

Ursprünglich wollten die Flugbegleiter von 05.00 bis 11.00 Uhr streiken. Vor allem in Berlin, Köln, München und Stuttgart bekamen die Fluggäste den Arbeitskampf zwischen der Kabinengewerkschaft UFO und dem größten Luftverkehrskonzern Europas zu spüren. Insgesamt fielen am Sonntag rund 100 Flüge aus.

Die Gewerkschaft begründete den längeren Streik mit einer härteren Gangart des Konzerns. Dieser habe nicht mehr nur mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen, sondern auch mit Arbeitsplatzverlust gedroht. Kurz nach Beginn des Streiks am Sonntagmorgen hatte der UFO-Vize-Vorsitzende Daniel Flohr der Nachrichtenagentur AFP gesagt, dass die Streikbeteiligung hoch sei.

Mehrere Flüge gestrichen

Mehrere Flughäfen bestätigten die Flugausfälle. Am Flughafen Tegel seien bereits am Morgen 15 geplante Abflüge der Airline Eurowings ausgefallen, sagte eine Sprecherin der Berliner Flughäfen. Ein Sprecher des Flughafens München sagte, ungefähr zehn Verbindungen seien annulliert worden. Die Flughäfen Düsseldorf und Köln-Bonn meldeten eine kleine Anzahl gestrichener Verbindungen. Ein Sprecher des Kölner Flughafens sagte am Morgen, es sei ruhig, weil sich die Passagiere rechtzeitig informiert hätten.

Kaum Auswirkung in Mitteldeutschland

Auch an den beiden sächsischen Flughäfen kam es zu Flugausfällen und Verspätungen. Am Flughafen Leipzig-Halle wurden drei Flugverbindungen gestrichen: Jeweils eine Eurowings-Verbindung von und nach Köln-Bonn und Stuttgart sowie ein Lufthansa-Flug von und nach München fielen aus. Vom Flugplan in Dresden genommen wurde eine Eurowings-Verbindung von und nach Köln sowie eine der Lufthansa von und nach Frankfurt am Main. Der Flughafen Erfurt war nicht betroffen.

Warnstreiks kurzfristig angekündigt

Die Warnstreiks bei den Lufthansa-Töchtern waren erst am Freitagnachmittag angekündigt worden. Zugleich wurden die angekündigten Ausstände bei der Konzernmutter Lufthansa abgesagt. Für die Kerngesellschaft hatte Lufthansa Lohnerhöhungen von 2,0 Prozent zugesagt, 0,2 Prozentpunkte mehr als die Gewerkschaft  gefordert hatte.

Zerwürfnis zwischen Gewerkschaft und Konzern

Hinter dem Arbeitskampf steht vor allem ein tiefes Zerwürfnis zwischen der Gewerkschaft Ufo und dem Lufthansa-Konzern. Das Unternehmen erkennt den Ufo-Vorstand nicht mehr als vertretungsberechtigt an und will der Gewerkschaft gerichtlich die Tariffähigkeit absprechen lassen. Der langjährige Ufo-Vorsitzende Nicoley Baublies wurde aus dem Lufthansa-Dienst entlassen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Oktober 2019 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2019, 09:36 Uhr

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