Ein Flüchtling aus Syrien und Auszubildender Elektroniker, zeigt Melanie Leonhard (SPD), Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, seinen Arbeitsplatz
Ein auszubildender Elektroniker aus Syrien zeigt seinen Arbeitsplatz. Bildrechte: dpa

Neue Zahlen der Arbeitsagentur Geflüchtete kommen besser in Arbeit

Geflüchtete aus Syrien, Irak, Eritrea oder Afghanistan kommen auf dem Arbeitsmarkt in Mitteldeutschland offenbar immer besser zurecht. Laut Arbeitsagenturen finden immer mehr einen sozialversicherungspflichtigen Job.

Ein Flüchtling aus Syrien und Auszubildender Elektroniker, zeigt Melanie Leonhard (SPD), Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, seinen Arbeitsplatz
Ein auszubildender Elektroniker aus Syrien zeigt seinen Arbeitsplatz. Bildrechte: dpa

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat die Zahl der Geflüchteten mit sozialversicherungspflichtigen Jobs stark zugenommen. Das teilten die Arbeitsagenturen mit. Die Integration habe Fortschritte gemacht, sagte der Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, Kay Senius. Sie laufe zum Teil besser als ursprünglich angenommen.

Demnach hatten in den drei mitteldeutschen Ländern Ende Juni 2018 insgesamt 14.540 Geflüchtete eine sozialversicherungspflichtige Arbeit. Das seien fast doppelt so viele gewesen wie im Vorjahr. Hier der Überblick:

Zahl der Flüchtlinge in sozialversicherungspflichtiger Arbeit
  Ende Juni 2018 Ende Juni 2017
Sachsen 6.180 3.430
Sachsen-Anhalt 3.660 1.800
Thüringen 4.700 2.300

Quelle: Regionaldirektionen Sachsen-Anhalt-Thüringen sowie Sachsen der Bundesagentur für Arbeit.

Meist arbeiten die Menschen den Angaben zufolge in Zeitarbeitsfirmen, im Kraftfahrzeug-, Gast- und Dienstleistungsgewerbe. Zum größten Teil übten die Migranten Helferjobs oder Jobs in der Leiharbeit aus, meist in Sozial- oder Gastroberufen. Nur rund etwa ein Achtel der Menschen lande in einer Arbeit mit akademischem Hintergrund.

Senius: Sprache weiterhin Hauptproblem

Krankenpflegeausbildung
Ein Flüchtling in der Krankenpflegeausbildung. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Allerdings erfasst die Arbeitsagentur in ihrer Statistik lediglich Menschen aus den acht wichtigsten Herkunftsländern von Geflüchteten - und das ohne zeitlichen Bezug. So könne zum Beispiel auch ein Iraker, der 1990 nach Deutschland kam, in der Statistik auftauchen, sagte ein Sprecher der sächsischen Arbeitsagentur.

Kay Senius sagte des Weiteren, dass es bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt weiterhin Hürden gebe. So müssten viele Flüchtlinge zunächst die deutsche Sprache lernen. Zum anderen sei häufig auch ihre Ausbildung unklar. Für eine langfristige Integration sei es daher wichtig, dass sie eine Berufsausbildung oder Qualifizierung in Deutschland absolvierten.

Der Ausländeranteil in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen liegt zurzeit leicht über vier Prozent. Er war in den letzten Jahren gestiegen. Die meisten Ausländer leben den Statistiken der Länder zufolge in den Großstädten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. März 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. März 2019, 12:42 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

37 Kommentare

09.03.2019 18:42 Heinrich 37

@winfried (34): Kommst du dir nicht selbst lächerlich vor mit deinen Forderungen an den MDR? Brauchst du eventuell noch ein vollgetanktes Flugzeug, dass dich in ein Land deiner Wahl bringt, damit du uns verrätst, was du schockierendes über Flüchtlinge und deren Versorgung zu berichten hast? Ich kann über deine Ausflüchte nur lachen! Was soll man von einem halten der zu faul ist 100 Worte zu schreiben um uns die Erleuchtung näher zu bringen. Bei ihrer Ausrede haben sie doch auch in die Tasten gehauen.

Vermutlich bist du auch nur glücklich wenn du miese Nachrichten über unser Land liest. Ich hingegen freue mich, dass immer mehr Flüchtlinge hier eine Arbeit finden von der sie leben können und die die Ausgaben des Staates zu ihrer notwendigen Unterstützung senkt.

09.03.2019 16:50 Janine 36

@winfried 34:
Alles klar, wir können also am St. Nimmerleinstag damit rechnen, dass sie konkret werden.

Ohne Verschwörungstheorien und angeblich verbotene Wahrheiten kommen Rechtspopulisten wie sie wohl nicht aus.

Versuchen sie doch einfach einmal höflich und den Kommentarrichtlinien entsprechend zu schreiben. Wenn sie der Meinung sind, dass irgendjemanden über Gebühr "Zucker in den Arsch" geblasen wird, dann benennen sie doch ganz klar wer der Empfänger ist, und von wem diese Leckereien in welcher Dosierung verabreicht werden. Wenn sie dies nicht können, dann sollten sie sich erste einmal sachkundig machen, bevor sie solche Behauptungen aufstellen.

09.03.2019 16:43 Janine 35

@Horst 31: Rechtspopulisten sind schon ein komisches Völkchen. Sie glauben, dass man über Flüchtlinge so ziemlich jede niederträchtige Lüge verbreiten darf, empören sich aber darüber, wenn man jemanden wie 'Gerd Müller (19)' der doch nur dumme unqualifizierte und herabwürdigende Dinge über völlig unbekannte Menschen von sich gibt, nicht mit SIE anspricht.

Mensch Horst, hast du auch irgendwelche Sachargumente aufzubieten? Was einem Flüchtling zusteht entscheidest übrigens nicht du sondern unsere Gesetze und notfalls unsere Gerichte.

Sie trauen sich ja nicht einmal in den Mund zu nehmen, das mehrere hunderttausende Flüchtlinge sozialversicherungspflichtig arbeiten und durchaus die Renten aktueller Rentenbezieher mitfinanzieren. Ihre Lügen und Unterstellungen funktionieren halt nur, wenn sie nicht konkret werden. Nennen sie doch einmal die Kennzahlen auf die sie sich beziehen. Ich habe es getan!

09.03.2019 15:50 winfried zu "Janine"-Frage bei (33) 34

Ihrer Bitte, mehr konkret hinsichtlich "Blüten" zu sein, werde ich erst nachkommen wenn die Redaktion mir, ggf. intern per Email, zusichert, dass "Konkreteres" entweder veröffentlicht, zumindest aber Ihnen zur Kenntnis kommt.
Begründung:
In einem anderen Zusammenhang habe ich schon mal "Konkretes" genannt, der Beitrag blieb jedoch unveröffentlicht.

09.03.2019 14:35 Janine 33

@winfried 28:

Alles was du hier von dir gibst ist, dass sich die soziale Absicherung von Flüchtlingen aus anderen Gesetzen ergibt als die von Deutschen. Wo ist da jetzt der Skandal?

Dann behauptest du noch, dass du irgendwelche Blüten in der Versorgung von Flüchtlingen auf der gegenüberliegenden Straßenseite siehst ohne im mindesten konkret zu werden. Was ist denn dort so schlimmes zu sehen? Wird dort säckeweise Geld ausbezahlt oder können sich Flüchtlinge dort kostenlos einen Lamborghini ausleihen? Vermutlich stehen da nur ein paar anständig angezogene Leute herum die auf den Bus warten und die du für faul hältst weil sie grade nicht arbeiten. Das machst du aber auch nicht, wenn du Zeit hast ihnen zuzuschauen.

09.03.2019 14:26 Janine 32

@Dieter 26: Werde doch einmal konkret und nenne den Artikel aus dem du deine Horrorzahlen angeblich hast. Komisch dass du dich auf eine kleine Gruppe Menschen aus Eritrea einschießt!

Nun mal ein paar Fakten für dich aus einem Artikel des Schweizer Tagesanzeiger vom 18.09.18. mit Titel "So sollen mehr Flüchtlinge arbeiten können": (ist doch gar nicht so schwer eine Quelle zu benennen - oder?)

Innerhalb der ersten 4-5 Jahre finden laut diesem Artikel 20-30% der Flüchtlinge eine Arbeit und nach 7 Jahren sind es 50%. Das klingt doch schon mal ganz anders bei dir.

Dazu kommt, dass die Schweiz teilweise sehr hohe Hürden für Flüchtlinge und Arbeitgeber aufgebaut hat. Auch in Deutschland hatten wir einmal eine Vorrangprüfung vor Deutschen und EU-Ausländern. Ähnliches gilt in der Schweiz und verhindert, dass viele offene Stellen entsprechend mit Flüchtlingen besetzt werden, denn theoretisch hat ein Deutscher hier nach dem Personenfreizügigkeitsgesetz Vorrang.

09.03.2019 14:25 Horst 1 31

an Janine@25: glauben Sie Ihren Kommentar eigentlich selber, oder hatten Sie einen schlechten Traum? Erst einmal wird ein anderer Mensch, den man nicht kennt, mit Sie angesprochen! Sie wissen ja überhaupt nicht,ob der Herr Müller arbeitet? Wenn ich als deutscher Bürger arbeiten gehen,dann ist es ja normal,dass ich mehr Geld als ein Flüchtling bekomme! Als Flüchtling steht mir nur Unterkunft und Essen zu, vielleicht noch ein kleines Taschengeld! Wenn es mehr sein soll,dann nehmen Sie doch bitte ein paar Flüchtlinge gerne bei sich auf und verpflegen sie! Ob die paar Flüchtlinge,die bei uns in Arbeit stehen die Rente der Oma des Herrn Müller mitverdienen, diese Mär glauben aber nur Sie persönlich!

09.03.2019 14:12 Mediator an Skywalker (27) 30

Ihre Aussage ist unlogisch! Wo werden Flüchtlinge denn bitte großzügig alimentiert? Die Leistungen für Flüchtlinge liegen unter H4 Niveau und im allgemeinen steht H4 Bezug nicht für ein großzügig alimentiertes Leben in Saus und Braus wie sie es beschreiben.

Wie sollen Flüchtlinge den ihrer Meinung nach versorgt werden? Das menschenwürdige Existenzminimum wird in Deutschland vom Staat für Deutsche und Flüchtlinge gewährt, ohne dass man da vorher in irgendwelche Kassen einbezahlt haben muss.

Was stört sie denn daran, dass nicht alle Ausreisepflichtgen abgeschoben werden können? es ist ja nicht so, dass der Staat eine 100% Quote bei anderen Aufgaben hat, sei es beim Einzug von Unterhaltsvorschuss oder von Steuern. Komisch dass manche Leute immer so tun als müsste man da auf Zahlen von 120% kommen. Letztendlich spielen da ja auch noch andere Staaten eine große Rolle.

09.03.2019 14:02 Mediator an gerd(22) 29

Lieber gerd, die von mir grob ermittelte Zahl diente lediglich dazu die groben Lügen von Bürger(11) zu widerlegen. Wenn von den 23.305 Menschen die in Sachsen unter dem Stichwort Asyl laufen 26,5% einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgehen, dann bezieht sich das auf die Gesamtpopulation der Flüchtlinge vom Baby bis zum Greis.

Laut der Januarstatistik des BAMF werden 39,7% der
Asylerstandträge von Menschen im Alter bis zu 15 Jahren gestellt. Wenn du diese Menschen, die in der KITA oder Schule besser aufgehoben sind als in einer Werkhalle von der Gesamtpopulation der Flüchtlinge abziehst, dann bist du schon bei einem Anteil von knapp 50% Flüchtlingen die sich in einem arbeitsfähigen Alter befinden und sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Die Zahlen werden noch besser, wenn man berücksichtigt, dass viele Flüchtlinge in Sprachkursen sind, eventuell gar nicht arbeiten dürfen, weil sie aus sog. sicheren Herkunftsländern stammen usw.

09.03.2019 11:40 winfried zu (25Janine-Replik an (19) 28

Ich gebe "Müller" Recht ... warum ?
Eine "Schutzsuchender"-Versorgung nach Registrierung kann sein:
15 Monate = AsylbLG -> bis Rentenalter = Hartz IV -> bis Lebensende = "Altersgrundsicherung".
In diesem Zeitraum erfolgt die Versorgung "bedarfsorientiert",
bei "Einheimischen" dagegen i.d.R. "bedarfsermittelt".
Das bedeutet z.B. in der Praxis, dass "Einheimische" obdachlos, heißt OHNE Wohnung, und "Schutzsuchende" lediglich wohnungslos, heißt ohne EIGENE Wohnung, werden können.
Welche "Blüten" die Versorgung "Schutzsuchender" treiben kann, sehe ich tagtäglich seit Frühjahr 2016 auf gegenüberliegender Straßenseite.