Steuerbetrug

Cum-Ex-Skandal: Durchsuchungen bei Deutsche-Börse-Tochter

Stand: 27. August 2019, 20:24 Uhr

Im Rahmen von Ermittlungen zum Cum-Ex-Steuer-Skandal hat die Polizei in Hessen Büros durchsucht - beim Unternehmen Clearstream Banking, einer Tochter der Deutschen Börse.

Es geht um den Verdacht auf Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln sagte, dazu seien Büros von Clearstream Banking in Eschborn nahe Frankfurt am Main durchsucht worden. Es gebe Ermittlungen gegen Kunden und Mitarbeiter. Aufgrund des Steuergeheimnisses wollte er keine weiteren Details nennen - etwa zu Art und Weise oder Orten der Durchsuchung.

Was hat Clearstream Banking mit "Cum Ex" zu tun?

Einem Bericht des "Handelsblatt" zufolge hatten sich Hinweise auf eine Beteiligung von Clearstream verdichtet. Das Unternehmen wickelt Börsengeschäfte ab und soll laut "Handelsblatt" eine zentrale Rolle bei den mutmaßlich illegalen Deals gespielt haben. Dafür wurde womöglich auch die Einheit von Clearstream in Luxemburg genutzt. Schon vor zwei Jahren gab es Ermittlungen gegen Clearstream. Gegen das Unternehmen läuft laut "Handelsblatt" ein Verfahren nach dem Ordnungswidrigkeitengesetz.

Wie geht es mit "Cum Ex" weiter?

Der erste Strafprozess zum Steuerskandal soll am 4. September am Landgericht Bonn beginnen. Angeklagt sind zwei britische Banker, hinzugeladen sind außerdem fünf Banken. Es geht um 33 vollzogene und einen versuchten Fall der Erschleichung von Kapitalertragssteuern - im Zeitraum zwischen 2006 und 2011. Laut Handelsblatt beziffern Ermittler in diesem Fall die Verluste für den Staat auf 447,5 Millionen Euro.

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 27. August 2019 | 07:00 Uhr