Am Standort Leipzig des US-Versandhändlers Amazon streiken Gewerkschaftsmitglieder. Seit Jahren ringt die Gewerkschaft um einen Tarifvertrag bei Amazon
Am Standort Leipzig des US-Versandhändlers Amazon streiken Gewerkschaftsmitglieder. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Nach sechs Streik-Jahren Amazon-Beschäftigte wollen weiter kämpfen

Die Gewerkschaft Verdi will die Streiks beim Internetkonzern Amazon auch nach fast sechs Jahren fortsetzen. Verdi-Sprecher Jörg Lauenroth-Mago sagte am Samstag in Leipzig, dass sich bei dem Internethändler wegen der Streiks einiges bewegt habe – auch wenn nach wie vor kein Tarifabschluss in Sicht sei. Unter anderem seien die Löhne gestiegen. Seit Freitagmorgen streiken am Amazon-Standort in Leipzig erneut rund 300 Angestellte für bessere Tarifbedingungen.

Am Standort Leipzig des US-Versandhändlers Amazon streiken Gewerkschaftsmitglieder. Seit Jahren ringt die Gewerkschaft um einen Tarifvertrag bei Amazon
Am Standort Leipzig des US-Versandhändlers Amazon streiken Gewerkschaftsmitglieder. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Die Gewerkschaft Verdi will die Streiks beim Internetkonzern Amazon noch unbestimmte Zeit fortsetzen - auch wenn bislang kein neuer Tarifvertrag mit dem Unternehmen in Sicht ist. "Ich glaube, wir sind gut beraten, diesen Streik kontinuierlich weiter zu machen", sagte Verdi-Sprecher Jörg Lauenroth-Mago am Samstag in Leipzig. Der Gewerkschafter verwies darauf, dass für die Beschäftigten bereits Verbesserungen erreicht werden konnten. Unter anderem seien die Löhne gestiegen.

Im Leipziger Logistikzentrum wurde derweil ein am Freitagmorgen begonnener Streik fortgesetzt. Nach Angaben von Verdi soll der Ausstand noch bis zum Ende der Spätschicht am Samstag fortgesetzt werden. Rund 200 Beschäftigte beteiligen sich ingesamt. Dass als erster Streiktag der Internationale Frauentag gewählt wurde, sei bei vielen Angestellten gut angekommen, erklärte Verdi-Sprecher Lauenroth-Mago.

Streiks seit 2013

Bei Amazon wird seit 2013 immer wieder gestreikt. Erst beteiligten sich die Standorte Leipzig und Bad Hersfeld in Hessen, später kamen weitere deutsche Logistikzentren dazu. Die Gewerkschaft Verdi hatte mehrfach erklärt, dass sie für die Beschäftigten eine Bezahlung nach den Tarifbedingungen des Einzel- und Versandhandels verlangt. Der Konzern orientiert sich bisher an der Vergütung in der Logistik-Branche und lehnt Tarifverhandlungen ab.

Auch in Zukunft wollen die Beschäftigten nach Angaben von Verdi zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten die Arbeit niederlegen. Streiks seien auch wieder im Weihnachtsgeschäft oder am Schnäppchen-Aktionstag "Black Friday" möglich. Amazon erzielt dann besonders viel Umsatz.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. März 2019 | 17:32 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. März 2019, 14:53 Uhr

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