Azubis Jessica Macuacua und Maximilian Kuklok
Sie gehören zu den ersten Azubis in ihrem Beruf: Jessica Macuacua und Maximilian Kuklok. Bildrechte: Händlerbund

Neuer Ausbildungsberuf Große Nachfrage nach Kaufleuten im E-Commerce

Geschäfte werden in Deutschland zunehmend über das Internet abgewickelt. Aktuelle Zahlen des Handelsverbandes Deutschland belegen das: Während es im stationären Handel vor Ort einen Anstieg von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gab, sind es im Onlinebereich 9,6 Prozent. Seit Herbst läuft jetzt erstmals die Ausbildung zu Kaufleuten im E-Commerce. Und auch dieser neue Beruf scheint ein Erfolg zu werden.

von Michael Voß, MDR AKTUELL

Azubis Jessica Macuacua und Maximilian Kuklok
Sie gehören zu den ersten Azubis in ihrem Beruf: Jessica Macuacua und Maximilian Kuklok. Bildrechte: Händlerbund

Rund 1.400 junge Menschen werden zur Zeit zu Spezialisten im Online-Handel ausgebildet. Einer von ihnen ist Maximilian Kuklok. Seine Motivation: "Ich finde es spannend, etwas Neues mitzuerleben und ausprobieren zu dürfen. Und natürlich fühle ich mich besonders, wenn ich in diesem Beruf einer der ersten bin."

Warum Unternehmen e-Kaufleute brauchen

Auch für seinen Arbeitgeber, den Händlerbund in Leipzig, ist der neue Ausbildungsberuf etwas Besonderes. Das Unternehmen vertritt Online-Händler, bietet aber auch an, deren Internetportale einzurichten und zu betreuen. Hier habe man deshalb schon seit langem auf diesen Beruf gewartet, erzählt Pressesprecherin Franziska Ulbricht. "Am Anfang lief es stockend. Keiner kannte den Ausbildungsberuf, es kamen kaum Bewerbungen." Mittlerweile sei jede zweite Bewerbung, die der Händlerbund bekommt, für den Beruf E-Commerce-Kaufmann oder -Kauffrau.

Es läuft sehr gut. Wir werden in jedem Fall im nächsten Jahr noch mehr Azubis nehmen.

Franzika Ulbricht, Pressesprecherin des Leipziger Händlerbunds

Darum geht es in der Ausbildung

Zurzeit arbeiten beim Händlerbund vier künftige Kaufleute für den E-Commerce. Ihre Hauptaufgabe: Die Ware der Online-Händler so anzubieten, dass sie bei eBay, Amazon oder auf der Homepage des Händlers gut entdeckt wird, erzählt Azubi Maximilian Kuklok.

Die Texte zu den Angeboten müssten dafür so optimiert werden, dass sie bei einer Google-Suche des künftigen Kunden im Internet schneller als die der Konkurrenz entdeckt würden. "Ich habe einen Weihnachtsgeschenkkorb als Produkt optimiert. Da frage ich erst einmal: Welche Suchwörter gibt ein Interessent in die Leiste ein, um das Produkt zu finden?" Und so findet Google den Geschenkkorb auch, wenn der Kunde als Suchwort "Sekt" oder "Geschenk" eingibt.

Zur Ausbildung gehören natürlich auch Werbung, Programmier-Kenntnisse und das Wissen, wohin ein Kunde auf der Homepage zuerst schaut.

Weihnachtsgeschäft als erste Herausforderung

Zusammen mit Maximilian Kuklok wird auch Jessica Macuacua beim Händlerbund ausgebildet. Sie erzählt, dass die Ausbildung im Betrieb gut laufe. Doch in der Berufsschule würde es noch hapern: "Man merkt schon, dass sie etwas überfordert sind." So seien die Prüfungen und der Lehrplan für die Hauptfächer noch nicht vorbereitet. "In den ersten zwei Monaten gab es kein Lehrbuch." Inzwischen gebe es zumindest einen "vorläufigen Entwurf".

Doch davon lassen sich die Auszubildenden nicht aus dem Konzept bringen. "Ich fühle mich schon wie ein Teil des Unternehmens. Ich habe viele Aufgaben, die ich selber erledigen kann." Gerade im Weihnachtsgeschäft ist viel zu tun. Der Internetumsatz steigt zum Jahresende nochmals an.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Dezember 2018 | 12:37 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Dezember 2018, 13:09 Uhr

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4 Kommentare

16.12.2018 18:49 Gerd Müller 4

Danke Nr. 3, ich musste herzhaft lachen.

16.12.2018 10:51 winfried 3

Man kann auch aus einer Mücke einen Elefanten machen.
Jeder eBay-Verkäufer bzw. -Käufer ist doch schon KaufmannIn im E-Kommerz.
Bei meiner Überlegung denke ich u.a. an ...
Facility Manager ... früher Hausmeister
oder
mein Mann ist Halbkreis-Direktor, gleich kommt er um die Ecke gefegt.

16.12.2018 09:14 Rumsdibums 2

Das kann ja eine lange Liste mit Suchwörtern werden. Der ein oder die andere sucht ja vielleicht auch dank seiner schulischen Ausbildung nach Segd und/oder Geschänk.

16.12.2018 07:14 frank d 1

Der geehrte MDR schaffende ihr müsst euch entscheiden, entweder ihr seid „Klimaschützer“ dann müsstet ihr aber demKonsum den Kampf ansagen. Schließlich ist der Konsum auch der eure eigentliche Ursache der Emissionen. Gute Anfänge sind mit Dieselfahrverboten doch schon gemacht. Aber nun konsequent voran. Elektronik Kommerz ist also nicht klimaschädlich? Oder moralisiert ihr mal so und mal so wie’s halt passt? Wenn sie spüren von Ironie finden dürfen sie sie behalten.