Aus einem Tankrüssel an einer Tankstelle tropft Benzin.
Die Spritpreise sind kräftig gestiegen. Bildrechte: dpa

Kraftstoffpreise Ursachen und Auswirkungen erhöhter Spritpreise

Tanken ist so teuer wie seit drei Jahren nicht mehr. Die Preise für Benzin und Diesel sind stark angestiegen. Wie sehr trifft das Autofahrer und Unternehmen, die vom Fahren leben? Ein Blick nach Leipzig.

von Constanze Müller , MDR AKTUELL

Aus einem Tankrüssel an einer Tankstelle tropft Benzin.
Die Spritpreise sind kräftig gestiegen. Bildrechte: dpa

Es herrscht reger Betrieb an einer Tankstelle im Leipziger Westen. Beim Blick auf die Preise wollen einige Fahrer aber am liebsten gleich wieder umdrehen. Weit über 1,40 Euro kostet der Liter Superbenzin mittlerweile. Vor drei Jahren lag der Preis noch bei 1,25 Euro.

Höherer Preis durch größere Nachfrage

Der Hauptgrund für den Preisanstieg liegt eineinhalb Jahre zurück. Damals beschloss die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (Opec) eine Förderhöchstgrenze. Zeitgleich sei aber die weltweite Nachfrage gestiegen, erklärt Alexander von Gersdorff vom Mineralölwirtschaftsverband.

Hinzu komme die Aufkündigung des Iran-Atomabkommens von Seiten der USA. "Mit dem Abschluss des Abkommens waren die Sanktionen aufgehoben worden. Der Iran konnte wieder Öl produzieren, fördern und exportieren – wieder zwei Millionen Barrel pro Tag. Allein die Frage, ob der Iran weiter ein wichtiger Teilnehmer am Weltmarkt ist, sorgt dafür, dass die Preise weiter gestiegen sind."

Deutliche Mehrkosten bei Speditionen

Mancher Autofahrer lässt das Auto deshalb jetzt öfter stehen. Viele Unternehmen aber funktionieren gerade erst durch das Fahren. So auch das Speditionsunternehmen von René Lamkewitz. 30 quietschgelbe Lkw stehen in seinem Fuhrpark. Täglich fahren die vor allem Baumaterialien durch Leipzig und die Region. Getankt wird Diesel. Aber auch der kostet durchschnittlich 1,25 Euro pro Liter.

René Lamkewitz
Die Spedition von René Lamkewitz umfasst 30 Lkw. Bildrechte: MDR/Constanze Müller

Wir tanken am Tag 6.000 bis 7.000 Liter. Da berührt das schon, wenn du zehn Cent Unterschied hast. Und tanken müssen Sie nun mal. Irgendwas muss ich ja reintun, um mein Geld zu verdienen.

René Lamkewitz Spediteur

Besonders schwierig seien Fälle, in denen Verträge über Jahre laufen und an einen festen Preis gebunden sind. Dann kann der teurere Sprit durchaus wehtun. Momentan aber sei der Anstieg gut zu verkraften, meint Lamkewitz.

Prognosen zur Preisentwicklung schwierig

Auch Alexander von Gersdorff vom Mineralölwirtschaftsverband erklärt, die Preise seien noch immer moderat. "Der Ölpreis war schon einmal fast doppelt so hoch wie im Vergleich zu heute. Das ist rund zehn Jahre her. Der Benzinpreis war bei 1,70 Euro, der Liter Diesel kostete 1,50 Euro. Wir sind noch weit von früheren Höchstständen entfernt."

Solch ein Anstieg würde auch für die Spediteure Probleme bringen. Momentan sehe es jedoch nicht danach aus, meint von Gersdorff. Zwar seien Prognosen aufgrund der unklaren politischen Lage schwierig. Doch die USA wollten größter Ölförderer der Welt werden. Verfolgten sie dieses Ziel weiter, sieht von Gersdorff die Möglichkeit für eine Stabilisierung oder gar ein zukünftiges Absinken des Ölpreises.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Mai 2018 | 05:17 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2018, 07:57 Uhr

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3 Kommentare

16.05.2018 05:32 esSKaa 3

#1: Markus, du bist dir auch für keinen Stuss zu schade... Und mit der deutschen Sprache haperts auch noch. Ist aber schon besser geworden. Noch paar Jahre Deutschkurs und dann klappt es auch. Was ist deine Muttersprache und warum interessierst du dich für deutsche Innenpolitik?

15.05.2018 12:51 Brennabor 2

Was soll dieses rum jammern ?

15.05.2018 12:43 Markus 1

Ich fahre Diesel. Und ich werde Diesel fahren - trotz aller Feinde aus EU, aus Amerika und von Grünen! Rudolf Diesel war ein Deutscher, einer von uns. Wir dürfen seine Ideen gegen Amerikaner nicht so einfach aufgeben!