Coronavirus Bahn schränkt Regionalverkehr in Mitteldeutschland ein

Die Corona-Krise greift in immer mehr Bereiche des alltäglichen Lebens ein: Schüler gehen nicht zur Schule, Eltern müssen zu Hause bleiben, um ihre Kinder zu betreuen. Das hat zur Folge, dass weniger Menschen in Bussen und Bahnen unterwegs sind. Deshalb will auch die Deutsche Bahn den Regionalverkehr an den Bedarf anpassen und einschränken. Was bedeutet das für Mitteldeutschland?

Baureihe ET 1442 (Talent 2 / Baureihe 442) als S5X nach Zwickau im Bahnhof Leipzig Messe.
Mit welchen Verkehrsseinschränkungen ist in Mitteldeutschland zu rechnen? Bildrechte: Deutsche Bahn AG/Kai-Michael Neuhold

Zwischen Riesa und Bad Schandau, von Altenberg bis Hoyerswerda: Die Züge und Busse des Verkehrsverbands Oberelbe – kurz VVO – fahren. So als sei es ein ganz normaler Schultag, sagt Pressesprecher Christian Schlemper.

Dass sich das aber in den nächsten Tagen auch wieder ändern kann, macht er gleich im Anschluss deutlich: "Es geht jetzt erstmal darum, herauszufinden, wie viele Schüler werden jetzt erstmal das Betreuungsangebot in den Schulen wahrnehmen. Wie viele Fahrgäste machen Homeoffice, bleiben zu Hause – müssen nicht mehr in die Fabriken, Firmen und an ihre Arbeitsplätze. Und haben dadurch weniger Notwendigkeit, mit Bus und Bahn durch die Gegend zu fahren."

Umstellung auf Ferienfahrpläne

Wer jetzt noch Bus und Bahn braucht, darüber scheint es in Thüringen bereits Klarheit zu geben. Das spiegeln viele Thüringer Verkehrsunternehmen in Zeiten von Corona und geschlossenen Schulen dem Geschäftsführer des Verkehrsverbands Mittelthüringen, Christoph Heuing.

"Bei uns laufen dann die Fahrplandaten zusammen und es ist deutlich sichtbar, dass die allermeisten Verkehrsunternehmen jetzt auf Ferienfahrpläne umstellen werden." Was besonders die Regionalbusse treffen dürfte – Bahnen und Züge fahren nämlich auch im Wochenend- und Ferienbetrieb relativ regelmäßig.

Weitere Einschränkungen erwartbar

Weiter östlich versucht der Mitteldeutsche Verkehrsverbund derweil die Normalität aufrechtzuerhalten, erklärt der Geschäftsführer Stephan Lehman: "Die aktuelle Situation der über 20 Unternehmen im Mitteldeutschen Verkehrsverbund ist die, dass die Verkehrsleistung im Moment noch im üblichen Fahrplan gefahren wird. Gleichzeitig sind alle Unternehmen dabei, mit Hochdruck auch andere Szenarien vorzubereiten. Inwieweit die jetzt einfach umgesetzt werden oder nicht umgesetzt werden, das werden wir jetzt einfach von Stunde zu Stunde entscheiden."

Der Pressesprecher von Abellio Rail Mitteldeutschland, Matthias Neumann, rechnet fest damit, dass es früher oder später Einschränkungen geben wird: "Zum einen gibt es Kolleginnen, zum Teil Kollegen, die jetzt zu Hause bleiben müssen für die Kinderbetreuung. Dann kann es durchaus passieren, dass es Kollegen geben wird, die in Quarantäne gehen müssen, weil sie vielleicht Kontakt mit Infizierten hatten. Und im schlimmsten Fall kann es passieren, dass Kollegen selber erkranken."

Keine Fahrkartenkontrollen mehr

Damit sich diese Fälle möglichst weit hinauszögern, haben fast alle Verkehrsunternehmen Präventionsmaßnahmen ergriffen. In den Zügen haben Zugbegleiter möglichst wenig Kontakt zu Kunden; wo es möglich ist, öffnen sich Türen automatisch. Und auch auf Hygiene wird stärker geachtet. Etwa in den Abellio-Zügen, erklärt Pressesprecher Matthias Neumann: "Für die Fahrgäste haben wir schon vor einer ganzen Reihe von Tagen unsere Reinigungsintervalle erhöht, auch die Desinfektion erhöht."

Außerdem gibt es Tickets nicht mehr bei Fahrern oder Zugbegleitern zu kaufen. Kunden wird der Kauf in den jeweiligen Apps empfohlen. In den Bussen soll nur noch durch die hinteren Türen eingestiegen werden. Teilweise soll auch die erste Reihe zum Schutz des Fahrers unbesetzt bleiben. Darüber hinaus gelten dieselben Hygienebedingungen wie überall: Hände desinfizieren, nicht ins Gesicht fassen und einen großzügigen Abstand voneinander halten. Und wo Schüler und Eltern in Bussen und Bahnen fehlen, könnte das sogar möglich sein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. März 2020 | 05:00 Uhr

1 Kommentar

wer auch immer vor 20 Wochen

Jetzt Waren auf die Schiene.
Somit Straßen und Personal ( Trucker ) entlasten, Umwelt weiter schonen.

Am Ende gehen wir Alle schlauer aus dieser "Kriese".