Corona-Krise Selbstständige und Künstler erhalten finanzielle Hilfen

Durch die Corona-Krise brechen vielen Selbstständigen und Künstlern von eben auf jetzt die Einnahmen weg. Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie die Bundesregierung haben für sie jetzt Sofortprogramme aufgelegt.

Straßenmusiker auf der Schloßstraße in Dresden
Vielen Künstlern brechen im Zuge der Corona-Krise die Verdienstmöglichkeiten weg. Viele sind wirtschaftlich bedroht. Bildrechte: IMAGO/Sven Ellger

Die mitteldeutschen Länder haben zur Unterstützung von Selbstständigen, Künstlern und kleinen Unternehmen Sofortprogramme aufgelegt. So stellt Sachsen ab Montag Solo-Selbstständigen und kleinen Unternehmen 120 Millionen Euro aus dem Programm "Sachsen hilft sofort" bereit. Dabei können zinslose Darlehen in Höhe von 50.000, in Ausnahmefällen sogar bis zu 100.000 Euro beantragt werden. Diese sind für drei Jahre tilgungsfrei.

Wirtschaftsminister Martin Dulig sagte der "Sächsischen Zeitung", die Anträge sollten binnen 48 Stunden von der Sächsischen Aufbaubank bewilligt werden – abhängig vom Andrang. Der SPD-Politiker betonte, dass bei den Anträgen bewusst wenige Nachweise für die Bedürftigkeit verlangt würden. Nach Angaben der sächsischen Staatskanzlei wird die Aufbaubank die Formulare am Montag online stellen.

Wir wollen kein Verfahren mit viel Bürokratie, um Missbrauch vorzubeugen, sondern geben einen Vertrauensvorschuss.

Martin Dulig, SPD Wirtschaftsminister Sachsen

Dulig warnte, gebe man wider besseren Wissens an, dass man betroffen sei, handle es sich um Betrug. Zugleich wies er darauf hin, dass zuerst gesetzliche Entschädigungen, Leistungen der Versicherung oder Bundesprogramme in Anspruch genommen werden sollten, ehe man ein Landesdarlehen beantrage.

Bis zu 30.000 Euro in Thüringen

Bereits am Mittwoch hatte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee ein Hilfsprogramm angekündigt. Demnach sollen Freiberufler und Kleinunternehmer einen einmaligen Zuschuss in Höhe von bis zu 5.000 Euro erhalten können. Firmen mit bis zu zehn Beschäftigten könnten bis zu 10.000 Euro erhalten. Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten stünden bis zu 30.000 Euro zur Verfügung.

Die Thüringer Aufbaubank soll zudem zinsgünstige Darlehen anbieten, die in den ersten Jahren tilgungsfrei sind. Bis zu 1.000 telefonische Anfragen im Zusammenhang mit der Coronakrise würden die Aufbaubank derzeit täglich erreichen, teilte das Institut mit.

Sachsen-Anhalt zahlt 400 Euro monatlich für ein Jahr

Sachsen-Anhalt will ab kommender Woche Künstler bis zu zwölf Monate lang mit monatlich 400 Euro unterstützen. Nach Angaben von Kulturminister Rainer Robra sollen davon Musiker, Schauspieler, Schriftsteller und bildende Künstler profitieren.

Bund plant Hilfspaket von bis zu 50 Milliarden Euro

Auch die Bundesregierung will Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen aus dem Kulturbereich unterstützen. Das kündigte Kulturstaatsministerin Monika Grütters am Freitag an. Dafür stelle die Regierung bis zu 40, eventuell sogar bis zu 50 Milliarden Euro bereit. Sie betonte, die Hilfe solle so schnell und so unbürokratisch wie möglich kommen. Einzelheiten sollen bis Montag geklärt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN JOURNAL | 18. März 2020 | 19:00 Uhr