Digitalisierung
Deutschland hinkt in der Digitalisierung hinterher. Eine Initiative der Bundesregierung soll das ändern. Bildrechte: imago/Westend61

"Smart Infrastructure Hub" Leipzig wird Zentrum für Digitalisierung der Energiewende

Deutschland soll bei der Digitalisierung international aufholen. Um das zu erreichen, sollen Unternehmen, Gründer und Forscher digitale Lösungen für Dienstleistungen, Handel und Produktion entwickeln – gefördert von der Bundesregierung. In Leipzig hat der sogenannte "Smart Infrastructure Hub" jetzt seine Arbeit aufgenommen.

von Wolfgang Brinkschulte, MDR-Wirtschaftsexperte

Digitalisierung
Deutschland hinkt in der Digitalisierung hinterher. Eine Initiative der Bundesregierung soll das ändern. Bildrechte: imago/Westend61

Mit dem sogenannten "Smart Infrastructure Hub" soll Leipzig zur Drehscheibe für die Digitalisierung der Energiewende werden. Was kompliziert klingt, bedeutet praktisch die Vernetzung von Unternehmen und Gründern, um gemeinsam neue digitale Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.

Was heißt "Smart Infrastructure Hub"? In einem "Hub", zu deutsch auch Knotenpunkt, laufen verschiedene Dinge zusammen. Im Unternehmensbereich heißt das: Menschen aus verschiedenen Branchen arbeiten gemeinsam an der Lösung eines Problems. Aufgabe des Leipziger "Smart Infrastructure Hub" ist es unter anderem, sich mit der Energieversorgung der Zukunft zu beschäftigen.

Technik lernt, wie viel verbraucht wird

Dazu gehören unter anderem Entwicklungen, wie sich der Energiebedarf von Haushalten einfacher und besser vorhersagen lässt, um den Einsatz von Kraftwerken effizienter steuern zu können. Die Zusammenarbeit wird im "SpinLab", der Leipziger Startup-Schmiede auf dem Gelände der ehemaligen Baumwollspinnerei, koordiniert.

"SpinLab"-Geschäftsführer Dr. Eric Weber ist auch der Ansprechpartner des Leipziger Hubs. Er sieht bei der Digitalisierung in Deutschland noch viel Zukunftspotential. Auch für Mitteldeutschland sieht er große Chancen: "Mitteldeutschland hat in den Metropolen Dresden, Leipzig, Chemnitz, Halle, Magdeburg, Jena und Erfurt ein sehr großes Potential an Fachkräften, innovativen Menschen und Mittelständlern. Wir haben aber in der Region noch einige Baustellen." So sei der Breitbandausbau ein großes Problem, und es werde zu wenig Wagniskapital für innovative Unternehmen bereitgestellt.

Das "Smart Infrastructure Hub" in Leipzig wird im Bereich Energie von namhaften Unternehmen in Mitteldeutschland auch finanziell unterstützt, so der Europäischen Energiebörse EEX, der VNG-Gruppe und dem Energiedienstleister enviaM. Neben dem Bereich Energie beschäftigt sich der Hub auch mit der digitalen Vernetzung in Städten (der sogenannten "Smart City") und digitalen Gesundheitsangeboten.

"Digital Hub Initiative" Leipzig ist mit dem "Smart Infrastructure Hub" eines von bundesweit zwölf digitalen Zentren mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Sie wurden im Juni 2017 vom Wirtschaftsministerium ins Leben gerufen, um Deutschland bei der Digitalisierung im Wettbewerb mit den USA, China und anderen Staaten wettbewerbsfähig zu machen. Neben Leipzig soll es in Mitteldeutschland noch das "Smart Systems Hub" in Dresden geben, das sich mit Anwendungen im Internet der Dinge beschäftigt.

Zuletzt aktualisiert: 22. September 2018, 06:30 Uhr