Coronakrise Flughäfen Leipzig/Halle, Dresden und Erfurt weiter unter Druck

Der MDR hat bei den drei größten Flughäfen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nachgefragt, wie sie mit den pandemiebedingten Ausfällen umgehen. Alle drei befinden sich bereits seit längerer Zeit in der öffentlichen Hand.

Nur wenige Personen gehen durch die Mall am Flughafen Leipzig/Halle.
In den Terminals der mitteldeutschen Airports ist noch immer nicht viel los. Bildrechte: dpa

Der Pressesprecher der Mitteldeutschen Flughafen AG hat gerade wenig Zeit. Am Telefon sagt Uwe Schuhart, er könne sich nur ganz kurz äußern. Der Flughafen Leipzig/Halle habe sich in den letzten Wochen zu einem der meist beflogenen Landeplätze in Europa entwickelt – und das ohne viele Passagiere.

Denn vor allem Logistikflieger landen derzeit "uneingeschränkt" in Leipzig/Halle, so der Sprecher. Hier verzeichne man Zuwachsraten. Dennoch: "Der Luftverkehr verharrt im Prinzip am Boden – der Rückgang bei den Passagieren liegt aktuell bei rund 99 Prozent. Diese Situation stellt alle Verkehrsflughäfen vor sehr große wirtschaftliche Herausforderungen."

Ein Flughafenbetrieb ohne Einnahmen lässt sich nicht lange durchhalten.

Uwe Schuhart Mitteldeutsche Flughafen AG

In Erfurt sind etwa 60 Prozent der Mitarbeiter in Kurzarbeit gegangen, so Geschäftsführer Uwe Kotzan im Gespräch mit dem MDR. "Wir gehen davon aus, dass wir bis Ende August, Anfang September noch keinen 'Normalbetrieb' im eigentlichen Sinne haben werden", so Kotzan.

Alle drei Flughäfen, Leipzig/Halle, Dresden und Erfurt sind zu einhundert Prozent in öffentlicher Hand. Bei der Mitteldeutschen Flughafen AG, die die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden betreibt, besitzen die Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt, den größten Anteil an der Aktiengesellschaft.

Bei der Flughafen Erfurt GmbH ist das Land Thüringen der größte Gesellschafter. Der Flughafen Erfurt bekommt laut dem Thüringer Landeshaushalt in diesem Jahr knapp 2,6 Millionen Euro vom Land, um seine Zahlungsfähigkeit zu sichern. Laut Geschäftsführer Kotzan werde aber knapp die Hälfte des Geldes für sogenannte "hoheitliche Maßnahmen" ausgegeben. Darunter fällt beispielsweise die Sicherheit an Flughäfen.

Staatliche Unterstützung - aber nicht für den laufenden Betrieb

Die Mitteldeutsche Flughafen AG bekommt laut den Haushaltsplänen der Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt insgesamt etwa acht Millionen Euro im Jahr 2020 als Darlehen aus dem Haushalt der Länder.

Dieses Geld dürfe aber nicht für laufende Betriebskosten ausgegeben werden, so Unternehmenssprecher Uwe Schuhart. Er wies darauf hin, dass seinen Angaben zufolge "Flughäfen keinen Zugang zu Programmen zur Liquiditätssicherung erhalten. Weder zu den KfW-Sonderprogrammen noch zu anderen, passenden Programmen auf Bundes- oder Landesebene."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. August 2020 | 14:00 Uhr

3 Kommentare

ElBuffo vor 21 Wochen

Hm, das Geld dürfe nicht für laufende Betriebskosten ausgegeben werden. Dann gibt der Flughafen eben anderes Geld für die Betriebskosten aus, und bezahlt mit der Staatskohle die erlaubten Dinge, die man ansonsten mit dem eigenen Geld bezahlt hätte.

Guter Schwabe vor 21 Wochen

Nicht nur der, einfach mal die Nürnberger und vor allem die Allgäu (Memmingen) Landepisten anschauen, dort verprasst der Freistaat Bayern Millionen jährlich.

Leachim-21 vor 21 Wochen

interessanter Artikel würde ich sagen, jedoch Frage ich mich wie viele Flughäfen braucht eigentlich Deutschland wirklich. heute früh im TV wurde gesagt das 13 wahrscheinlich geschossen werden müssen. da rage ich mich auch warum der Flughafen Kassel-Galten überhaupt gebaut wurde und somit Steuergelder verschwendet wurden.