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Strukturförderung Ifo-Präsident: Keine Chance für Batteriezellenfabrik in der Lausitz

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will der Lausitz den Kohleausstieg mit Fördermitteln für eine Batteriezellenfabrik erleichtern. Ifo-Präsident Clemens Fuest hält andere Maßnahmen für geeigneter.

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Eine Batteriezellen-Produktion in der Lausitz anzusiedeln kann nicht erfolgreich sein. Dieser Meinung ist Prof. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts. Gegenüber dem MDR-Magazin "Umschau" sagte er: "Es gibt in der Lausitz heute keine Kompetenz im Bereich Batterien und Mobilität. Eine Batteriefabrik könnte erfolgreich sein, wenn sie in Wolfsburg, in Stuttgart oder in München ist, wo wir schon Expertise haben. Diese gibt es in der Lausitz nicht", erklärt der Wirtschaftswissenschaftler.

Fuest hält andere Möglichkeiten für sinnvoller

Prof. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts
Prof. Clemens Fuest Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Ich halte es für wichtig, dass man sich aktiv um Gebiete wie die Lausitz kümmert, die vom Kohleausstieg betroffen sind. Man muss das auch, um den Menschen eine Perspektive zu geben", sagt Prof. Fuest. Strukturpolitik mit Innovationsförderung zu verbinden sei jedoch nur sinnvoll, wenn man an Dinge anknüpfen könne, die schon da sind, erklärt er mit Blick auf die von Wirtschaftsminister Altmaier angekündigte Milliarden-Förderung für deutsche Batteriezellen-Fabriken. Nach Meinung des Ökonomen ist es erfolgversprechend für die Lausitz, unter anderem Hochschulen zu fördern und deren Expertise weiter zu entwickeln, staatliche Behörden dorthin zu verlagern, den Mittelstand zu fördern sowie die Infrastruktur zu verbessern, so dass das Wohnen in der Region attraktiver wird.

Batterien statt Kohle?

Die Bundesregierung will für Deutschland den Kohleausstieg bis 2038. Die Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung (Kohlekommission) hat in ihrem Abschlussbericht Anfang 2019 der Bundesregierung Maßnahmen zur sozialen und strukturpolitischen Entwicklung der Braunkohleregionen empfohlen. Arbeitsplätze, die durch die Schließung der Kohlebetriebe wegfallen, sollen mit der Ansiedlung neuer Unternehmen kompensiert werden. Dabei ging es auch immer wieder um Batteriezellenfabriken in der Lausitz. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hatte erklärt, dass die Bundesregierung bis 2021 aus dem Etat des Wirtschaftsministeriums eine Milliarde Euro zur Verfügung für die Förderung einer Batteriezellenfertigung in Deutschland stellen will.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Umschau | 09. Juli 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Juli 2019, 16:18 Uhr