Anstehende Tarifrunde 35-Stunden-Woche: Ostdeutsche Metaller starten nächsten Versuch

Seit Jahren will die IG Metall die 35-Stunden-Woche im Osten durchsetzen – denn die Kollegen im Westen haben sie seit Langem. Obwohl die Verhandlungen darüber zuletzt gescheitert waren, will die Gewerkschaft es nun erneut versuchen.

BMW-Mitarbeiter arbeiten in der Produktion des BMW i8 im BMW Werk Leipzig.
Die IG Metall will auch im Osten die 35-Stunden-Woche druchsetzen. Bildrechte: dpa

Die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen will in der anstehenden Tarifrunde erneut versuchen, die 35-Stunden-Woche in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie durchzusetzen. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung sei die Angleichung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Beschäftigten im Osten an die im Westen überfällig, sagte Bezirksleiter Stefan Schaumburg.

Seit Langem versucht die Gewerkschaft für die ostdeutschen Metaller die gleiche Wochenarbeitszeit wie bei den Kollegen im Westen durchzusetzen. Allerdings hatte die IG Metall die Verhandlungen mit den Arbeitgebern darüber im Oktober "in dieser Form als beendet" erklärt. Die Gewerkschaft hatte damals angekündigt, die Arbeitszeitverkürzung "Betrieb für Betrieb" anzugehen.

IG Metall: Betriebe sollen ab Sommer umstellen

Eine Fahne der Gewerkschaft IG-Metall
Laut IG Metall arbeiten in Berlin, Brandenburg und Sachsen rund 286.000 Menschen in der Metall- und Elektroindustrie. Bildrechte: dpa

Stefan Schaumburg sagte nun, die ersten Betriebe sollten möglichst bereits ab Juli 2020 mit der Arbeitszeitverkürzung beginnen, der weitere Abbau in den kommenden zehn Jahren stufenweise umgesetzt werden. Unklar ist bisher, was die Arbeitgeberseite zu den Forderungen sagt.

Laut IG Metall arbeiten in Berlin, Brandenburg und Sachsen rund 286.000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie, bundesweit sind es rund vier Millionen. Aktuell gelten im Osten 38 Stunden pro Woche als Regelarbeitszeit, im Westen sind es seit 1996 dagegen nur 35 Stunden.

Keine konkreten Forderungen nach Lohnerhöhungen

Bundesweit tagten am Donnerstag die regionalen Tarifkommissionen der Gewerkschaft, um die Beschlüsse zu den regionalen Forderungen und der Kündigung der Entgelttarifverträge zu fassen. Ende März 2020 laufen die regionalen Entgelttarifverträge in der Metall- und Elektro-Industrie aus. Die Friedenspflicht dauert bis Ende April.

Die IG Metall hatte bereits Ende Januar den Arbeitgebern ein "Moratorium für einen fairen Wandel" angeboten und erklärt, diesmal auf eine konkrete Lohnforderung verzichten zu wollen. Ziel soll demnach sein, durch Investitionen und Weiterbildung Beschäftigung, Standorte und Zukunftsperspektiven zu sichern.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Februar 2020 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2020, 18:34 Uhr

3 Kommentare

Klartext vor 6 Wochen

Die MSM reden drumrum. Hier mal die Zahlen:
Meldung des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA) für den Januar 2020 zur PKW-Produktion: 341.60o Fahrzeuge.
Das waren minus 8,4 % gegenüber Januar 2019 und minus 24,7 % gegenüber Januar 2018. Noch Fragen an Dr. Merkel? Wir warten auf die 0-Stunden-Woche für Millionen Arbeitnehmer in Kapttuland ! Stichworte und Auslöser werden sein: Der Corona-Virus und der Zusammenbruch der China-Wirtschaft (Läuft schon!) und der logisch folgende Börsencrash (Läuft eigentlich auch schon - siehe Gold in EUro!) ...Nächste Woche wird zeigen, wo die Reise hingeht: Totalcrash und Arividerci, EUdSSR-BuntRD!!!

wer auch immer vor 6 Wochen

Meine Arbeitswoche hat ca. 42 Stunden.
Damit kann ich leben, wüsste eh nicht wie ich meine Freizeit finanzieren sollte. Dann lieber etwas höheren Stundenlohn um in der Freizeit die man hat, etwas mehr zu unternehmen.

Blumenfreund vor 6 Wochen

35-Stunden-Woche überall ?
Am besten die Null-Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich. Verrückt !!