Teil einer industriellen Maschine
Die Intec und die Z gehören zu den größten Industriemessen Ostdeutschlands. Bildrechte: colourbox

Industriemessen in Leipzig Für Sachsens Maschinenbauer bleibt Russland wichtig

Einmal im Jahr zeigen die mitteldeutschen Maschinenbauer auch öffentlich, was sie so können. Auf den größten Industriemessen Ostdeutschlands, der Intec und Z, stellen die Firmen insgesamt über 1.000 Maschinen aus. Doch die Messen gelten auch als Brückenbauer - gerade in schwierige Märkte wie Russland oder die Türkei. Viele Maschinenbauer pflegen intensive Kontakte mit beiden Ländern und hoffen deshalb auf eine Normalisierung der Verhältnisse.

von Ralf Geißler, MDR AKTUELL

Teil einer industriellen Maschine
Die Intec und die Z gehören zu den größten Industriemessen Ostdeutschlands. Bildrechte: colourbox

Die Leipziger Messe gleicht derzeit einem Maschinenpark. Für die beiden größten Industriemessen Ostdeutschlands, die Intec und die Zulieferermesse Z, haben Firmen aus aller Welt ihre neuesten Maschinen nach Leipzig gefahren. Auch Andrea Strobel hat eine Maschine mitgebracht. Sie arbeitet für Yamazaki Mazak, ein japanisches Unternehmen mit Niederlassung in Leipzig.

Die Teilnahme an der Intec lag quasi nahe. Trotzdem ist der Aufwand für die Messe groß, sagt Strobel. "Wir haben hier fünf Maschinen mitgebracht. Die kommen alle einzeln demontiert auf einem Lkw. Teilweise brauchen wir Sondergenehmigungen, weil die Überbreite haben. Dann werden sie hier abgeladen und zusammenmontiert, angefahren, in Betrieb genommen. Also es ist schon Aufwand."

Messen als Brückenbauer

Ein Mitarbeiter baut den Messestand zu den Industriemessen "Intec 2015" und "Z 2015" in Leipzig (Sachsen) auf.
Die Messen können auch als Brückenbauer für schwierige Märkte genutzt werden. Bildrechte: dpa

Insgesamt sind bis Freitag fast 1.000 Maschinen auf dem Leipziger Messegelände zu sehen. Dass sich die Weltwirtschaft abkühlt, merkt man hier nicht. Die Ausstellungsfläche wurde vergrößert. Drei Viertel ihres Umsatzes machen die deutschen Maschinenbauer im Ausland. Für das Chemnitzer Unternehmen Niles Simmons ist Russland nach wie vor ein wichtiger Markt, erzählt Geschäftsführer Rainer Haberkorn.

Das resultiere daraus, dass in Russland eines der größten Bahnsysteme weltweit vorhanden sei und damit ein riesiger Bedarf an Rädern und Radsätzen. Man sei dort Weltmarktführer im Bereich der Radsatzherstellung und Instandhaltung, so Haberkorn.

Russland weiter wichtiger Wirtschaftspartner

Dabei waren die Geschäfte zuletzt nicht leicht: Sanktionen, ein schwacher Rubel. Trotzdem haben viele sächsische Firmen an Russland festgehalten, betont Thomas Horn, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sachsen: "Wenn Sie sich anschauen, dass wir da fast 150 Millionen Einwohner haben und der Markt aus der DDR-Zeit heraus viele gewachsene Beziehungen hat, wo schon Maschinen und Anlagen standen, die in Chemnitz, Dresden, Leipzig gebaut worden sind, dann bietet das bis heute Marktchancen."

Türkische Wirtschaftsvertreter auf Messen

Auf Chancen hoffen viele sächsische Firmen auch in einem anderen eher schwierigen Markt: in der Türkei. Die Wirtschaftsförderung hat türkische Vertreter zur Messe eingeladen. Dass sich die Türkei zuletzt eher von Westeuropa abgegrenzt hat, findet Messe-Geschäftsführer Markus Geisenberger kein Hindernis.

Messen seien grundsätzlich Brückenbauer. Sie sorgten dafür, dass alle miteinander im Gespräch blieben. Deswegen seien diese Kooperationsforen ganz wichtig, so Messe-Geschäftsführer Geisenberger. Man hätte exzellente Verbindungen in die Türkei, nach Russland und in den ganzen osteuropäischen Raum. Diese Vorteile wolle man natürlich ausspielen und die Menschen zueinander bringen, damit sie sich austauschten und Geschäfte machten.

Für gute Geschäfte wurde in den Messehallen bis zuletzt am Maschinenpark geschraubt. Arbeiter haben die Exponate auf Hochglanz poliert. Einige davon kosten mehr als fünf teure Sportwagen zusammen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. Februar 2019 | 06:38 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Februar 2019, 09:34 Uhr

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2 Kommentare

06.02.2019 10:52 Der Lange 2

Nicht der russische Markt ist schwierig, sondern die politischen Beschränkungen, die uns von einer amerikahörigen Politikerkaste aufgezwungen werden.
Noch Fragen, Kienzle?

05.02.2019 10:54 Wachtmeister Dimpfelmoser 1

"Für Sachsens Maschinenbauer bleibt Russland wichtig"

Das ist vollkommen nebensächlich, wenn das Finanzkapital und seine Handlanger ihre eigenen Pläne haben.