Das BMW-Werk Leipzig.
Das Leipziger BMW-Werk wird einige neue Hallen erhalten. Bildrechte: imago/Köhn

Elektroautos Unklare Zukunft für E-Autos aus Leipziger BMW-Werk

Wie es mit dem Leipziger BMW-Werk weitergeht, darüber wird zurzeit viel gerätselt. Einerseits gibt es von BMW generell viele schlechte Nachrichten. So hat sich BMW ein Sparprogramm auferlegt, kürzt Mitarbeitergehälter und baut womöglich deutschlandweit Tausende Stellen ab. Auch die Elektroautos i3 und i8, die in Leipzig gebaut werden, werden eingestellt. Andererseits steckt BMW derzeit Millionen in sein Leipziger Werk und baut es in großem Umfang aus.

von Andre Seifert, MDR AKTUELL

Das BMW-Werk Leipzig.
Das Leipziger BMW-Werk wird einige neue Hallen erhalten. Bildrechte: imago/Köhn

Das BMW-Werk in Leipzig wächst. Kräne stehen auf dem Gelände. Neue Werkshallen entstehen, vor allem für die Automontage. Die Größe der Lackiererei wird fast verdoppelt.

Alle Antriebsarten in Zukunft auf einem Band

BMW peile eine Produktionssteigerung von bis zu 40 Prozent an, erklärt Werksleiter Hans-Peter Kemser. "Und damit ist Leipzig jetzt auch ein großes Werk. Wir liegen voll und ganz im Zeitplan." Spätestens im kommenden Mai soll der Ausbau abgeschlossen sein, dann sollen 60 Autos pro Stunde vom Band laufen, vom 1er-Modell bis hin zum 2er-Grand-Coupé.

Insgesamt zwölf Modelle baut BMW in Leipzig. Ob in Zukunft allerdings auch Elektroautos darunter sein werden, ist derzeit unklar. Denn BMW hat angekündigt, den i3 und den i8 bald einzustellen, vielleicht schon im kommenden Jahr, spätestens aber wohl 2021.

Und was kommt danach? Werksleiter Kemser will nichts verraten. Er sagt nur so viel: Im neu ausgebauten Werk werden in Zukunft alle Antriebsarten auf einem Band gefertigt. Und das schafft theoretisch auch mehr Kapazitäten für E-Autos.

"Man darf nie vergessen, wir fertigen hier bereits das sechste Jahr Elektrofahrzeuge, haben dabei sehr viel gelernt", meint Kemser. "Wir schaffen es, sowohl einen Verbrennungsmotor, als auch einen Hybrid als auch ein rein elektrisches Fahrzeug über eine Produktionslinie zu fahren."

BMW will Stellen streichen, Leipzig neue schaffen

Der Ausbau sei auch eine Arbeitsplatz-Garantie für die insgesamt 5.300 Mitarbeiter in Leipzig. In naher Zukunft könnten vielleicht sogar neue Jobs in dem Werk entstehen, lässt Kemser durchblicken.

Dass BMW allerdings weltweit – genau wie auch andere Autohersteller – wegen der Abgasaffäre unter Druck steht, dass sich das Unternehmen umstrukturiert und dass dabei auch ein Stellenabbau diskutiert wird – all das überhört der Werksleiter lieber.

Vor wenigen Wochen hatten mehrere Zeitungen berichtet, BMW werde deutschlandweit bis zu 6.000 Stellen vor allem in der Verwaltung streichen. Wenn, dann träfe es wohl vor allem zuerst die Zeitarbeiter, die in Leipzig fast 50 Prozent aller Mitarbeiter ausmachen, erklärt der Autoexperte Stefan Bratzel. Er ist Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach.

Grundsätzlich ist die Branche im Moment in einer kritischen Situation. Auch BMW muss massiv Kosten sparen. Die Absatzzahlen in Deutschland gehen deutlich zurück.

Stefan Bratzel, Professor für Automobilwirtschaft in Bergisch Gladbach

Im letzten Jahr habe es ein Minus von neun Prozent, in diesem ersten Halbjahr ein Minus von elf Prozent gegeben. Das sei sicher ein Problem, was die Auslastung von Werken anbetreffe, vermutet Bratzel. Längerfristig versuche man wieder, die Werke auszulasten, insbesondere, wenn in Leipzig wieder neue Modelle kämen.

Keine neuen E-Auto-Modelle für Leipziger Werk angekündigt

Nur welche neuen Modelle könnten kommen? In der Diskussion sind vor allem Elektroautos, doch für Leipzig hat der Konzern bislang keine neuen Modelle angekündigt. Stattdessen soll zum Beispiel der neue i4 im Stammwerk in München gebaut werden.

Neue Gerüchte kamen vor wenigen Tagen auf. Eine britische Zeitschrift behauptete, BMW denke über eine neue elektrische Version des 1er-Modells nach. Doch auch das, so sagt Werksleiter Kemser, sei nur ein Gerücht.

E-Barkas 2 min
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Sind Elektroautos etwas Neues? Ganz und gar nicht! Schon 1975 berichtete die Umschau über den E- Barkas. Der fuhr damals als einer von zehn E-Autos durch Budapest.

MDR FERNSEHEN 02:18 min

https://www.mdr.de/umschau/video-historisches-elektroauto-e-barkas-100.html

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Oktober 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2019, 05:00 Uhr

10 Kommentare

Baldur von Ascanien vor 5 Wochen

Stimmt Ekkehard, da vergessen der FFF Kiddys glatt Ihresgleichen auf der anderen Seite der Erde. Die Hose ist halt doch näher am Ar......... Was schert mich fremdes Leid.

Ekkehard Kohfeld vor 5 Wochen

"Günstig, nützlich, Verbrauchsorientiert hat keinen Stellenwert mehr."

Auch nicht wo und wie er hergestellt wurde,die Umwelt in anderen Ländern zerstören Arbeitsbedingung unter
aller Sau bis hin zu Kinderarbeit aber hier den Umweltengel 😇 raus hängen lassen.😡

Baldur von Ascanien vor 5 Wochen

Alles Käse,es wird sich durchsetzen so wie die Dampfkraft gegen die Kutsche. // Aber nur wenn die Wirtschaft/Regierung bestimmt was noch gekauft werden DARF. Eigentlich wiederspricht es den Gesetzen des freien Marktes. Was eine gute Qualität hat, nützlich und vor allem günstig, für den Verbraucher ist, verkauft sich dann quasie von selber. Alles überteuerte, was keinen Nutzen bringt wird dann von selbst vom Markt verschwinden. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, so sollte es sein. Nur leider wird derzeit alles dem Ökowahn untergeodnet. Günstig, nützlich, Verbrauchsorientiert hat keinen Stellenwert mehr. Hauptsache politisch und ökologisch korrekt. So kann marktwirtschaft nicht funktionieren. menschen zu diktieren was sie zu kaufen, wird nicht funktionieren.