Messen in Mitteldeutschland Messewirtschaft: Bislang kaum Auswirkungen durch Corona-Virus

Die Mobilfunkmesse in Barcelona wurde wegen der Ausbreitung des Corona-Virus abgesagt. Wie sieht es bei den Messen in Mitteldeutschland aus? Die MDR-Wirtschaftsredaktion hat nachgefragt.

Michael Naumann, MDR-Wirtschaftsredaktion
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von Michael Naumann

Halle Messe GmbH
das Messeglände in Halle (Saale) Bildrechte: imago images/Steffen Schellhorn

Die Messewirtschaft in Mitteldeutschland verzeichnet derzeit kaum Auswirkungen durch die Verbreitung des Corona-Virus. Das ergab eine Abfrage der MDR-Wirtschaftsredaktion bei den drei Messe-GmbHs in Halle, Leipzig und Erfurt. "Alle geplanten Veranstaltungen finden statt. Aktuell bestehen keine Einschränkungen", sagte Andreas Knaut, der Sprecher der Leipziger Messe GmbH. Knaut räumte allerdings ein, dass in Leipzig vereinzelte Stornierungen seitens chinesischer Aussteller und Besucher vorliegen würden.

Messegeände in Erfurt
Die mitteldeutsche Messewirtschaft verfolgt die aktuelle Entwicklung mit erhöhter Aufmerksamkeit. Bildrechte: imago/Karina Hessland

Michael Kynast, Sprecher der Messe Erfurt GmbH, sagte: "Natürlich verfolgen wir die Entwicklung und stehen hierzu auch im Austausch mit den Behörden. Die Gesundheit von Besuchern und Ausstellern steht für uns an erster Stelle." Und für die Messe GmbH in Halle sagte Sprecher Jürgen Laubner: "Es gibt keinen Grund zur Hysterie. Aber man darf die Gefahr sicher nicht kleinreden. Das Gebot der Stunde ist Achtsamkeit mit Augenmaß." Die jährliche Grippewelle sei für die Messe-Veranstalter jedoch viel wesentlicher als das Corona-Virus. In der kalten Jahreszeit würden die Hygienemaßnahmen ohnehin erhöht. Dazu zählt zum Beispiel die zusätzliche Bereitstellung von Desinfektionsspendern für Besucher und Aussteller.

Erhöhte Aufmerksamkeit bei deutscher Messerwirtschaft

Blick in die Leipzger Messehallen während des Gaming-Festivals Dreamhack im Januar 2020
Auf Messen – wie hier beim Gaming-Festival "Dreamhack" im Januar 2020 in Leipzig – werden die hygienischen Maßnahmen verstärkt. Bildrechte: imago images/Christian Grube

Der Bundesverband für die deutsche Messewirtschaft (AUMA e.V.) hatte mitgeteilt, zu den Entwicklungen des Corona-Virus in regelmäßigem Kontakt mit dem Auswärtigen Amt, sowie den Bundesministerien für Wirtschaft und Gesundheit zu stehen: "Mit Blick auf das neuartige Corona-Virus haben die deutschen Messeveranstalter deshalb zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Messeteilnehmer bestmöglich zu schützen. Diese Maßnahmen reichen von gezielten Hygienemaßnahmen bis hin zum medizinischen Dienst auf dem Messegelände", heißt es in einer Mitteilung. Das bestätigt Andreas Knaut von der Leipziger Messe: "Der Sanitätsdienst ist bei unseren Veranstaltungen grundsätzlich mit medizinisch ausgebildetem Personal besetzt und auf Verdachtsfälle sensibilisiert. Zudem verstärken wir die bereits jetzt sehr gründliche Reinigung von stark frequentierten Bereichen, zum Beispiel von Handläufen, Türgriffen und in den Sanitäranlagen."

Absagen in Barcelona und Shanghai

Für die kurzfristige Absage der weltgrößten Mobilfunkmesse in Barcelona wegen des Corona-Virus kommt Verständnis aus Mitteldeutschland. "Das ist aufgrund des internationalen Reiseverkehrs sicher eine vernünftige Entscheidung der Veranstalter in Barcelona", so Jürgen Laubner von der Halle Messe. Auch andere Veranstaltungen sind bereits abgesagt oder verschoben worden, darunter das diesjährige Formel-1-Rennen in Shanghai. Für eine Absage der Olympischen Sommerspiele in Tokio sieht die Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) derzeit keinen Anlass.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 13. Februar 2020 | 11:13 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2020, 11:10 Uhr