Bagger in einem Tagebau.
Noch wird gebaggert - aber was mit den Betreiberunternehmen nach 2038 passiert, ist unklar. Bildrechte: Romonta GmbH Amsdorf

Neue Geschäftsfelder Mibrag will Kohleausstieg ohne Jobverlust schaffen

Der Kohleausstieg stellt einen tiefen Einschnitt für Unternehmen dar, die von der Kohle leben. Armin Eichholz, Chef der Mitteldeutschen Braunkohlegesellschaft Mibrag, hat große Pläne für die Zeit nach 2038. Er hofft, das Unternehmen in gleicher Größe weiterführen zu können.

von Ralf Geißler, MDR AKTUELL

Bagger in einem Tagebau.
Noch wird gebaggert - aber was mit den Betreiberunternehmen nach 2038 passiert, ist unklar. Bildrechte: Romonta GmbH Amsdorf

Was macht ein Kohleunternehmen nach dem Kohleausstieg? Das ist eine Frage, die Armin Eichholz täglich umtreibt. Eines will der Chef der Mitteldeutschen Braunkohlegesellschaft nicht, dabei zusehen, wie sein Unternehmen schrumpft.

Und so sucht er neue Geschäftsfelder, die gut zur Mibrag als Tagebau-Betreiber passen. Eichholz erklärt: "Das können erst einmal kerngeschäftsnahe Geschäftsfelder sein, also bergbaunahe Dienstleistungen wie etwa Garten- und Landschaftsbau, wie etwa Baugewerbe, wie etwa Bohrwirtschaft und Brunnenbau, aber auch bergbaufremde Dienstleistungen wie zum Beispiel IT- oder Personaldienstleistungen."

Industrie und Gewerbe

Rund um die Kraftwerke in Deuben und Wählitz will Eichholz Industrie- und Gewerbe ansiedeln. Außerdem investiert die Mibrag in Windräder und Solarparks.

Ein Mann mittleren Alters lächelt
Mibrag-Geschäftsführer Armin Eichholz blickt optimistisch in die Zukunft. Bildrechte: MIBRAG

Am Ende des Kohleausstiegs, so hofft der Chef, steht das Unternehmen nicht schlechter da als heute. Eichholz sagt: "Also wir wollen von unserer Personalkapazität in die alternativen Geschäftsfelder so hineinwachsen, dass wir nach 2038 möglichst noch mit gleicher Größe, das heißt auch mit gleich vielen Mitarbeitern, ein erfolgreiches Unternehmen sind."

Diplomatische Position zur Klimaschutzbewegung

Eichholz arbeitet schon viele Jahre in der Kohle. Der ehemalige Leistungssportler im Rudern leitete zwei Kraftwerke, stieg bei RWE zum Chef der Braunkohlesparte auf. Vor drei Jahren kam er zur Mibrag. Wie hält er es mit der Klimaschutz-Bewegung, mit Greta Thunberg?

Eichholz ist da ganz Diplomat: "Wir sind gerade als Kohleunternehmen offen für eine sachliche Debatte. Wenn ich mich mit ihr an einen Tisch setzen wollte, würde ich aber darum bitten, dass wir wirklich sachlich diskutieren und nicht von vornherein die Diskutierenden und die Argumente in Gut und Böse einteilen."

Eichholz sagt, Deutschland werde den Klimawandel nicht allein stoppen. Der Anteil des Landes am weltweiten CO2-Ausstoß betrage lediglich zwei Prozent. Forderungen, früher als 2038 die letzten Kraftwerke abzuschalten, erteilt er deshalb eine Absage. Man dürfe den gefundenen Kompromiss nicht zerreden. Zur Stromversorgung werde die Kohle vorerst noch gebraucht.

Pödelwitz kann nicht bleiben

An der Abbaggerung des Dörfchens Pödelwitz bei Leipzig hält Eichholz fest, weil "der Verbrauch von Kohle gestiegen ist. Nicht zuletzt durch den Kernenergieausstieg in Deutschland. Und deswegen müssen wir an der Inanspruchnahme von Pödelwitz festhalten und wollen die begonnene Umsiedlung, die zu 85 Prozent abgeschlossen ist, auch ganz zu Ende führen."

Pödelwitz ist der letzte Ort, der im mitteldeutschen Revier den Baggern weichen soll. Danach ist auch aus Eichholz‘ Sicht Ende Gelände. Dann macht die Mibrag mit etwas anderem Kohle.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. Juni 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Juni 2019, 05:00 Uhr

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10 Kommentare

29.06.2019 13:54 Eulenspiegel 10

Hallo Sabine Sonntag 8
Sie können tolle Witze machen. Die Braunkohlezeit ist zu Ende. Und die Grünen sind aus den anti AKW und Umwelt Initiativen entstanden.

29.06.2019 13:47 Eulenspiegel 9

„Mibrag will Kohleausstieg ohne Jobverlust schaffen“
Ich denke das ist ein großes Ziel. Und vor allem denkt der Boss flexibel. So ist das in der freien Marktwirtschaft. Ein Unternehmen muss immer flexibel sein und schauen was wird auf dem Mark nachgefragt. Und es gibt immer Unternehmen die sagen das kann ich besser und günstiger. Der Kohleausstieg ist da eine sehr große Herausforderung aber man kann viel erreichen wenn man ein Ziel hat.

28.06.2019 21:39 Sabine Sonntag 8

Wenn der linke Irrsinn endet, kann die Kohle weiter benutzt werden. Besser als Windkraft. Wenn die Grünen AKWs wollen, sollen sie es ehrlich sagen.

28.06.2019 12:45 Meine Meinung 7

Also von mir aus, optinatur können Sie sich gern dort begraben lassen. Ich nicht. Wie wäre es den mit einen hiesigen Windpark zum Vögelschredern und Insekten Vernichtung. Ja MDR so ist es darüber wird aber geschwiegen. Warum wohl. Passt nicht in die Politik der Altparteien und erst recht nicht den Grünen. In der Kohle arbeiten sehr viele Menschen diese in Lohn und Arbeit zu bringen müßte nicht nur geredet werden sagen kann man viel solange wie keine Taten folgen glauben diese Menschen nicht mehr daran. Die Jugend zieht weg und die alten sterben aus. Also werden diese Regionen wie die Lausitz zusammen brechen oder es werden Billiglohn Firmen sich ansiedeln. Da haben wir im Osten schon genug, wo es nur Mindestlohn gibt und mehr Polen als Deutsche arbeiten. Sowas brauchen wir nicht.

28.06.2019 12:30 C.T. 6

Hihi, ja - klar! Da lachen doch die Hühner! Schön bis zum Ende die Arbeitsmoral und Produktivität der Nummern hoch halten...

28.06.2019 10:25 optinator 5

Bei der großen Fläche wäre ein Zentralfriedhof doch eine Geschäftsidee. Keiner müsste mehr alleine rumliegen.
In den Städten gäbe es Platz für was auch immer.

28.06.2019 09:41 Mane 4

Erstmal Kohle bekommen um neue Jobs zu schaffen.

28.06.2019 08:22 Peter 3

Nach 2038? Der Mann hat es noch nicht verstanden.
Auch das wiederholen von "2%" zeigt wie wenig er den ernst der Lage erkannt hat.

28.06.2019 08:15 Mane 2

Eine Person ,ein Wort!

28.06.2019 07:51 winfried 1

>>Mibrag-Geschäftsführer Armin Eichholz blickt optimistisch in die Zukunft<< ... ist "sein Job",
gilt es doch die Belegschaft ruhigzustellen damit "der Betrieb" störungsfrei weiterläuft.