Blick in einen Einkaufskorb mit Produkten wie Sekt, Bier, Waschmittel und Nudeln
Ostprodukte kommen bei den Verbrauchern in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gut an. Bildrechte: Volker Queck, MDR

Markenstudie Mitteldeutsche Marken behaupten sich

Jährlich wird die Mitteldeutsche Markenstudie vorgestellt. Dabei wird untersucht, wie sich hiesige Produkte und Marken regional und bundesweit schlagen. Die erfolgreichen Marken Mitteldeutschlands - sie behaupten sich.

Blick in einen Einkaufskorb mit Produkten wie Sekt, Bier, Waschmittel und Nudeln
Ostprodukte kommen bei den Verbrauchern in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gut an. Bildrechte: Volker Queck, MDR

Die erfolgreichsten Marken Mitteldeutschlands behaupten sich weiterhin sehr gut an ihrem Heimatmarkt. Zu diesem Schluss kommt die Markenstudie Mitteldeutschland in ihrer aktuellen Auflage. Nur wenige sind aber auch überregional erfolgreich. Als ein Manko nennen die Studien-Macher, dass mitteldeutsche Marken sich häufig sehr stark über Preis und Herkunft profilieren. "Hier braucht es zusätzliche Argumente", heißt es in der Studie.

Wichtigste Kriterien: Geschmack, Preis, Herkunft

Herkunft und Preis sind für die Verbraucher in Mitteldeutschland allerdings zwei der wichtigsten Argumente für ihre Kaufentscheidung. 67 Prozent schauen im Markt nach Sonderangeboten und Rabatten, 62 Prozent der mitteldeutschen Verbraucher sind preiswerte Produkte generell wichtig. Sowohl in Mitteldeutschland als auch in den übrigen Ländern Deutschlands ist der Geschmack für Verbraucher immer noch das wichtigste Kriterium für die Kaufentscheidung.

Am wenigsten wichtig ist den Verbrauchern in Mitteldeutschland, dass die Produkte, die sie kaufen, fair gehandelt wurden oder bio-zertifiziert sind. Diese Kriterien sind auch in den 13 übrigen Ländern die am wenigsten ausschlaggebenden für die Kaufentscheidung - wenngleich die Zahlen dort geringfügig höher sind als in Mitteldeutschland.

Diese Marken sind die bekanntesten

Aus dem Lebensmittelbereich sind Bautz'ner Senf, Vita Cola und Rotkäppchen die bekanntesten Marken in Mitteldeutschland. 84 Prozent der Bevölkerung kennen Bautz'ner Senf und mit 52 Prozent hat mehr als die Hälfte der Verbraucher in Mitteldeutschland zuletzt zum Senf aus Bautzen gegriffen.

Mit Rotkäppchen und Radeberger kommen zwei auch im restlichen Bundesgebiet überdurchschnittlich erfolgreiche Marken aus Mitteldeutschland. Bei der offenen Frage nach einer deutschen Biersorte nennt in Mitteldeutschland jeder Zweite Radeberger Pils, gefolgt von Hasseröder (27 Prozent) und Beck's (25 Prozent). Auch bei den Befragten aus den 13 anderen Ländern ist Radeberger bekannt: 26 Prozent nennen Radeberger bei der Frage nach einer Biermarke. Das ist der zweitbeste Wert, hinter Beck's und gleichauf mit Warsteiner.

Die beliebtesten Märkte

Die Menschen in Mitteldeutschland kaufen nach wie vor am liebsten in Kaufland-Märkten ein. 38 Prozent der Befragten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gaben an, einen Großteil ihrer Einkäufe in einem Kaufland-Markt zu erledigen, gefolgt von Netto (26 Prozent) und Lidl (23 Prozent). In den 13 übrigen Ländern liegt Aldi mit 35 Prozent vorn (in Mitteldeutschland 20 Prozent), gefolgt von Lidl (31 Prozent) und Rewe (27 Prozent).

Mitteldeutsche Markenstudie Für die Studie im Auftrag der MDR Werbung GmBH befragte das IMK Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung im Frühsommer 1.500 Verbraucher in Mitteldeutschland sowie 1.660 Verbraucher in den übrigen 13 Bundesländern.

Seit 2010 hat das IMK im Auftrag der MDR-Werbung Markenbekanntheit, Markennutzung und Konsumverhalten von Verbraucherinnen und Verbrauchern untersucht. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in einer West-Ost-Marken-Studie. Seit 2017 liegt der Schwerpunkt auf Marken aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die bisherige West-Ost-Marken-Studie wurde damit abgelöst.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. August 2018 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. August 2018, 14:47 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

11 Kommentare

31.08.2018 11:45 pkeszler 11

@Atheist aus Mangel an Beweisen: "Mein Osteinkauf sieht nach 30 Jahren immer noch so aus:
Rondo, Senf, letscho, knusterflocken, Vita Cola,"
Da gehen Sie in Bayern aber nicht bewußt Einkaufen. Wir bekommen hier in Augsburg alle gewünschten Ost-Produkte, wenn man nicht nur zu EDEKA zum Einkaufen geht. Und die von mir aufgezählten Produkte sind noch lange nicht vollständig.

30.08.2018 22:38 Baldur von Ascanien 10

Egal in welcher Kette, oder auch welches ostdeutsche Produkt kaufe. Im Preis sind sie immer im oberen Segment, besonders bei den alkoholfreien Getränken. Am günstigen Preis kann es zu 100% nicht liegen.

30.08.2018 22:04 Atheist aus Mangel an Beweisen 9

Hier in Bayern bekomme ich gerade mal Fit, aber das auch erst seit einem Jahr.
Greift in meinem Supermarkt jemand auch zu fit gibt es ein gegenseitiges Lächeln.
Mein Osteinkauf sieht nach 30 Jahren immer noch so aus:
Rondo, Senf, letscho, knusterflocken, Vita Cola,

30.08.2018 21:32 Montana 8

Einige Marken haben sich verschlechtert und schmecken wie 0815. Punkt

30.08.2018 20:53 pkeszler 7

@Fragender Rentner 6: "Wer sind die Eigentümer dieser Unternehmen?"
Das ist unterschiedlich. Spee und Florena haben westdeutsche Eigentümer. Aber wichtig ist doch, dass die Arbeitsplätze hier im Osten gesichert werden. Es gibt unzählige Ostprodukte, die jetzt auch im Westen schon eine Marke geworden sind, zum Beispiel: Spreewald Gurken u. a. Produkte aus dem Spreewald, Dresdner Stolle, Feinfrostgemüse aus Jüterbock, Halloren Kugeln, Thüringer Wurst und Thüringer Kloßmasse, Rotkäppchensekt und Wein, Leppersdorfer Käse, Domolprodukte, Bautzner Senf, mehrere Biersorten usw.

30.08.2018 19:59 Fragender Rentner 6

Wer sind die Eigentümer dieser Unternehmen?

Sind es Ost- oder Westdeutsche, wo ist der Hauptsitz von ihnen?

Wenn es die Letzteren sind, dann fließt auch ein großteil der Steuern usw. dorthin.

30.08.2018 19:55 Fragender Rentner 5

Das ist schön das sie sich behaupten nur müßten auch die AN einen guten Lohn bekommen und nicht dass der Osten wie letztens hier auch zu lesen war stark hinterher hinkt im Lohngefüge der BL !!! :-(((

30.08.2018 19:43 pkeszler 4

@Leserin 2: "Welche neuen Bundesländer fragt man sich da im Jahr 2018?"
Ich sage schon seit einiger Zeit bewußt nicht mehr "Neue Bundesländer", sondern ostdeutsche Bundesländer. Und in Bayern könnte ich bestimmt 50 bis 60 Produkte aus dem Osten nennen, die hier gekauft werden. Wir kaufen diese Produkte auch ganz gezielt, nicht nur weil sie gut sind und unserem Geschmack entsprechen, sondern weil wir damit auch die ostdeutsche Wirtschaft unterstützen wollen.

30.08.2018 17:15 D.B. 3

Was nützen die Marken, wenn das Geld dafür in andere Länder fließt?

30.08.2018 16:40 Leserin 2

30.08.2018 15:37 Pfingstrose
Welche neuen Bundesländer fragt man sich da im Jahr 2018?