Mann sortiert Kompressoren.
Die Konjunkturabkühlung macht den Automobilzulieferern in Sachsen zu schaffen.    Bildrechte: dpa

Wirtschaftsprognose Mitteldeutsche Automobilzulieferer spüren Abkühlung

Nach jahrelangem Wachstum kühlt sich die Wirtschaft hierzulande wieder ab. Den bundesweiten Negativtrend spüren auch mitteldeutsche Unternehmen - allen voran die Automobilbranche. Grund zur Sorge bestehe aber nicht, sagt die IHK Halle.

Mann sortiert Kompressoren.
Die Konjunkturabkühlung macht den Automobilzulieferern in Sachsen zu schaffen.    Bildrechte: dpa

Wenn man Denny Bieräugel von der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Halle zur konjunkturellen Lage befragt, dann blättert er, ganz klassisch, in langen Tabellen mit vielen Zahlen. Vier Mal im Jahr fragt die IHK ihre Mitgliedsunternehmen, wie sie die aktuelle Geschäftslage bewerten.

Der Zufriedenheitsgrad der Unternehmen der Industriebranche habe sich etwas verschlechtert, sagt Bieräugel. Konkret bedeutet das: 45 Prozent der Unternehmen, die sich an der Umfragebeteiligt haben, sagten, es gehe ihnen gut. 44 Prozent sagten, sie seien zufrieden und elf Prozent sagten, es gehe ihrem Unternehmen schlecht.

Verkehrsgewerbe erwartet Abschwung

Eine Branche, die etwas schwächele, sei das Verkehrsgewerbe - ein klassischer Dienstleister für andere Unternehmen. Wenn deren Kunden weniger Umsatz machten, gebe es auch weniger zu transportieren, sagt Danny Bieräugel.

Das Verkehrsgewerbe komme aus einer sehr guten Auftragslage, doch erwarteten der Umfrage zufolge 20 Prozent der Verkehrsunternehmen eine sich verschlechternde Geschäftssituation. "Acht Prozent erwarten, dass sie sich verbessert, und 71 Prozent erwarten, dass sie so bleibt."

Trotz leichtem Rückgang kein Grund zur Sorge

Grundsätzlich geht aus der Konjunkturumfrage der IHK hervor: Ja, die Erwartungen trübten sich in nahezu allen Branchen ein - mit Ausnahme der Baubranche - aber Anlass zu großer Sorge bestehe nicht. Auf den langen und starken Aufschwung folge eben ein Abschwung, so die IHK.

Kommen wir von den Tabellen mit Zahlen etwas näher zum praktischen Alltag. Philipp Neddermeyer ist Geschäftsführer beim Verband für Groß- und Außenhandel und Dienstleistungen in Sachsen-Anhalt. Unternehmen wie Metro und Selgros und auch einige Baustoffhändler sind in dem Verband organisiert.

Die Unternehmen spürten zwar einen leichten Rückgang in der Konjunktur, sagt Neddermeyer, von einer Rezession könne aus seiner Sicht aber nicht die Rede sein.

Automobilzulieferer: Weniger Nachfrage aus China

Und wie sieht es in der Automobilbranche aus? In Sachsen zählt sie zu den umsatzstärksten Branchen. Dirk Vogel vom Netzwerk Automobilzulieferer Sachsen teilt auf Anfrage von MDR AKTUELL schriftlich mit:

Die Zulieferer in Sachsen berichten aktuell über einen Nachfragerückgang um durchschnittlich 20%.

Dirk Vogel, Netzwerk Automobilzulieferer Sachsen

Ursache ist demnach insbesondere ein deutlicher Nachfragerückgang für Teile, die nach China geliefert werden, bzw. die in Autos gehen, die wiederum nach China geliefert werden.

Man gehe davon aus, dass sich der Absatz auch in den nächsten Monaten nicht erholen werde. Als Gründe würden unter anderem die Unsicherheiten über Zölle der USA und der Brexit genannt. 

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. August 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. August 2019, 06:00 Uhr

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22 Kommentare

15.08.2019 23:00 frank d 22

@Peter: Halten wir mal fest bis vor kurzem bestritten sie noch das D in eine Krise rutscht ob der späktakulär tollen Regierung Dann sollte de Brexit nur die Briten treffen der Donald nur USA in den ruin wirtschaften, Beim Dieselskandal waren genau sie der Meinung, dass D die Autos gar nicht braucht? Sind sie Meinungsnkontinent oder ist das Kunst? Sapere aude

15.08.2019 22:53 frank d 21

@20Peter: Sie sind relativ leichtgläubig, kann das sein? sie formulieren ihren Kommentar selber im Futur, glauben sie wirklich an eine steuerliche Entlastung? irgendwann? ich gönne ihnen ihren glauben, doch bei den Zinsen möchte ich Ihnen Widersprechen, falls ich während meiner Ausbildung aufgepasst habt, dann ist der Zins neben dem Risikoausgleich der Preis, denn ich zahlen muss um eine Investition vorzuziehen. Wenn diese Definition stimmt. dann bedeutet ein null oder negativer Zins, dass dir Zukunft schlechter sein wird als die Gegenwart. Dass es möglich sei durch Geld ausgeben reich tu werden ist eine unbewiesene These Linker Ökonomen die durch nichts bewiesen ist. Wais sehen sie eigentlich die Auswirkungen der Null Zins Politik auf der anderen Seite Peter? Alle altersvorsorgen sind unter Wasser, aber sicher haben sie da als Volkswirtschaftsexperte Ideen, ich nenne ja seit mehreren Jahren Menschen die Ahnung haben Fachleute um sie nicht zu diskriminieren. Sapere Aude

15.08.2019 20:21 Peter 20

@18 REXt: Sogar zu den pfeifenden Spatzen haben Sie ein gutes Verhältnis. Schon beeindruckend.
Allerdings wundert es mich angesichts Ihrer Schwarzmalerei schon, dass die GroKo die Steuerzahler beim Soli um 11 Mrd. Euro entlasten wird.
Und noch was: Die Nullzinspolitik ist doch zumindest für die Schulden des Staates und somit für den Haushalt ein Segen. Momentan nimmt der Staat Kredite auf und verdient dabei noch Geld.

15.08.2019 20:08 Fragender Rentner 19

Mag keine Leute die anderen ein X für ein U verkaufen wollen.

Leute denkt nicht nach nur "meine angebliche Wahrheit ist die wahre Wahrheit".

15.08.2019 16:45 REXt 18

Peter, immer noch im Träumen, die Spatzen pfeifen es vom Dach, D steuert auf eine Rezession zu! Nun ist Schluß mit großzügigen Versprechungen, Wahlgeschenken, es geht ans Eingemachte, falls vorhanden u. nicht schon verschleudert.
Na, und bei den Finanzen sieht es ähnlich aus, die Nullzinspolitik erweist sich als großer Fehler.
@13 winfried, wenn weniger zu verteilen ist, wem wird da wohl die Schuld gegeben?

15.08.2019 15:35 Peter 17

Man muss den Artikel nur lesen. Die betroffenen Autozulieferer haben die Gründe für den Auftragsrückgang eindeutig benannt: Geringere Bestellungen aus China, Unsicherheiten über Zölle der USA und durch den Brexit.
Da steht nichts von Diesel, von Grünen oder von Merkel.
Die deutsche Wirtschaft profitiert vom weltweiten Freihandel und ist damit Verfechter dieses Freihandels. Andere wollen mit Nationalismus und Protektionismus diesen Freihandel einschränken. Und die schaden unserer Wirtschaft und damit auch unseren Arbeitsplätzen. Das gilt international wie national. Aber zum Glück gibt es national nur eine Partei, welche gegen die Interessen der deutschen Wirtschaft handelt und schlussendlich damit die Jobs vieler Deutscher riskiert.

15.08.2019 15:22 Fragender Rentner 16

Stimmt, es ist schon mächtig kühl in Deutschland gewurden.

Hoffentlich wird es nicht noch kälter werden?

15.08.2019 14:29 frank d 15

@Peter: Klasse Humor, aber so meinen sie es ja nicht, Ihre geballte Fachkompetenz, letztens konnten sie Lohnhöhe und Kaufkraft nicht sauber trennen, und nun erheben sie sich schon wieder? Mit Quelle "MDR Artikel"? Ernsthaft? Das die "Dieselhysteriker" ihre Beteiligung an der Kriese klein reden möchten, kommt ihnen gar nicht in den Sinn? Sass es andere Quellen gibt, schon mal etwas davon gehört? ich kenne viele Unternehmer persönlich, die Stimmung ist desaströs Die Letzte Aufsichtsratssitzung von BMW fand in Sparkenburg Alabama statt. konnten sie beim MDR auch nicht lesen. Aber bald ist die Autoindustrie in Deutschland Klimaneutral sagte der Mercedes Chef, vermutlich meint er das bis dahin alle Produktionskapazitäten ins Ausland verlagert wurden. Dadurch könnte die Nachfrage aus dem Ausland inclusive China ja auch sinken oder Peter? Von der Dieselhysterie haben sie nichts bemerkt? Wo sind denn die ganzen Dieseltoten eigentlich man hört nix mehr? Sapere Aude

15.08.2019 14:23 C.T. 14

Weniger Konsum -> weniger Produktion -> weniger Logistik -> weniger Co2 Ausstoß. Ist doch alles gut! Wir sind auf einem guten Weg!

15.08.2019 14:13 winfried zu (10)REXt 13

>> ... wenn der Verteilungskampf beginnt, gibt es schon jetzt die Schuldigen!<<
Wen Sie mit "Schuldigen" meinen konnte ich Ihrem Beitrag nicht entnehmen.
Bitte helfen Sie , (10), mir "auf die Sprünge".