Trockengelegtes Ufer der Elbe in Dresden.
Niedrigwasser in Elbe, Saale und Co. führen zu Einschränkungen des Gütertransportes. Bildrechte: imago/Hentschel

Niedrigwasser Keine Gütertransporte wegen Niedrigwasser

Das Niedrigwasser führt zu Problemen in ganz Deutschland. Vor allem der Gütertransport über die Wasserwege gestaltet sich zunehmend schwerer. Auch Saale, Elbe und Co. sind davon betroffen. Doch welche Einflüsse hat das auf die Wirtschaft?

von Jessica Brautzsch, MDR AKTUELL

Trockengelegtes Ufer der Elbe in Dresden.
Niedrigwasser in Elbe, Saale und Co. führen zu Einschränkungen des Gütertransportes. Bildrechte: imago/Hentschel

Seit Mai sind die Wasserstände der Elbe bei Magdeburg zu niedrig für den Gütertransport. Das hält schon so lange wie noch nie an, und auch ein Ende des Niedrigwassers ist nicht in Sicht. Hartmut Rhein ist der Leiter des Schifffahrtsbüros beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Magdeburg und behält die Ruhe. Er habe im Laufe der Jahre in den Sommermonaten immer wieder mit widrigen Umständen der Wasserstände zu leben. Der Sommer kehre ja jedes Jahr wieder. Das Phänomen trete nicht erstmals im Elberaum auf, deshalb stelle sich die Kundschaft dementsprechend darauf ein.

Auf der Suche nach Alternativen

Zum Beispiel stellt sich Siemens auf die Einschränkungen der Transportwege über das Wasser ein. Drei Standorte hat der Technologiekonzern in Mitteldeutschland, mit ganz unterschiedlichen Produkten: Industriedampfturbinen aus Görlitz, Transformatoren aus Dresden und Generatoren aus Erfurt. Alles Produkte, die am günstigsten und ökologischsten per Wasserweg transportiert werden. Doch eben dieser Weg bleibt nun den Binnentransportschiffen versperrt.

Deshalb habe man für die Siemensstandorte Alternativen finden müssen, sagt Elke Fuchs, die Sprecherin von Siemens Ost. Für die Transporte aus Görlitz seien zum Beispiel Straßentransporte die grundsätzliche Lösung. Die würden funktionieren, wenn man die Turbinen in Einzelteilen verbringt. Fuchs erklärt weiter, dass für die Transformatoren, die aus Dresden kommen, auch der Straßentransport die Lösung sei. Für Lieferungen aus Erfurt habe man eine andere Lösung gefunden:

Da ist eine Schwerlaststrecke nach Haldensleben eingerichtet worden. Von dort geht es zum Mittellandkanal und dann beispielsweise nach Hamburg in den Überseehafen.

Elke Fuchs, Sprecherin Siemens Ost

Umwege kosten mehr

Der Transport zum nächsten befahrbaren Binnenhafen per Schwerlasttransport ist allerdings sehr aufwendig und teuer. Vor allem, weil Schwerlasttransporte nicht auf allen Strecken fahren dürfen und teilweise besondere Genehmigungen brauchen. Wer die Kosten trägt, hängt von den verschiedenen Verträgen zwischen Hersteller und Kunden ab. Günstiger als die teuren Lkw ist da der Transport auf der Schiene.

Auch wenn der Wasserweg die ökologisch und finanziell günstigste Transportmöglichkeit bleibt, macht sich Hartmuth Rhein doch Sorgen, dass die Wirtschaft die Eisenbahn irgendwann als bevorzugtes Transportmittel für sich entdecken könnte. "Denn wenn es einmal vom Wasser weg ist, sagen die Experten, ist es schwer, die Produkte wieder aufs Wasser zu holen. Deshalb ist die Schifffahrt gut beraten, die Ware so lange in der Hand zu halten."

Schifffahrt bleibt beste Lösung

Unternehmen wie Siemens dürften der Schifffahrt aber weiterhin treue Kunden bleiben. Denn was in ein Binnentransportschiff passt, entspricht auf der Straße schnell mal drei bis vier Schwerlasttransportern. Und eine Dampfdüsenturbine von der Größe eines Einfamilienhauses lässt sich auch nicht mit einem Güterwaggon transportieren.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. November 2018 | 07:11 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. November 2018, 05:00 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

4 Kommentare

14.11.2018 18:15 Frank 4

Die aktuelle Situation dürfte wohl nun auch die Sinnlosigkeit von Staustufen in der Elbe eindrucksvoll vor Augen geführt haben.

14.11.2018 16:43 Brennabor 3

@ MDR : Entschuldigung für meinen Kommentar
von 12:36 Uhr. Ihre Bildinschrift : "Freie Fahrt für
Tanklaster auch an Sonntagen" Gibt es dazu keine
Alternativen ? Ich könnte noch einige aufzählen, aber
leider ist Benzin immer noch viel zu billig !!!

14.11.2018 12:36 Brennabor 2

Bei uns fahren die Eltern die Kinder immer noch mit
dem Auto in den Kindergarten und holen sie auch wieder mit dem Auto von dort ab. Dabei kann ein
Kind ( 3 jährig ) auch mal 200 Meter laufen.
Und somit würden die Kinder Ihre Umwelt sogar
besser kennen lernen. Nein, ich hab ja ein Auto
und das will ich ja benutzen.

[Liebe User,
bitte bleiben Sie beim Thema.
Kommentare ohne Bezug zum Thema des Artikels werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) nicht freigegeben.
Ihre MDR.de-Redaktion]

14.11.2018 10:02 Basil Disco 1

"Die Wirtschaft" ist es doch, die sich wider jede Vernunft immer noch gegen wirksame Maßnahmen zur Verringerung des Klimawandels sträubt und sie in der Vergangenheit immer verhindert hat. Das sind nun die Folgen dieser Realitätsverweigerung. Hört auf zu jammern und lebt damit!