Ein Mann steht im Gebäude der Bundesnetzagentur vor einer Leinwand mit der Aufschrift "5G".
Die 5G-Versteigerung ist gestartet und lässt auf eine neue technische Revolution hoffen. Doch wie wirken sich die Neuerungen auf die Länder aus? Bildrechte: dpa

5G-Breitbandnetz Sachsen hofft auf Innovationsschub durch 5G

In Mainz werden zurzeit die Frequenzen für das superschnelle Internet 5G versteigert. Für die drei großen Mobilfunkanbieter wird es in dem wochenlangen Bieterverfahren um viel gehen. In Deutschland soll damit die nächste technische Revolution eingeläutet werden. Das bringt aber auch für die Länder strukturelle Neuerungen.

von Thomas Matsche, MDR AKTUELL

Ein Mann steht im Gebäude der Bundesnetzagentur vor einer Leinwand mit der Aufschrift "5G".
Die 5G-Versteigerung ist gestartet und lässt auf eine neue technische Revolution hoffen. Doch wie wirken sich die Neuerungen auf die Länder aus? Bildrechte: dpa

Die Hände vom Lenker nehmen und das Auto selbst fahren lassen – das soll in naher Zukunft mit dem Hochgeschwindgkeitsinternet 5G möglich sein. Nur diese superschnelle Kommunikation zwischen Funkzellen und Bordcomputern mache das möglich, verspricht die Industrie.

Fachwissen soll in Sachsen bleiben

Sachsen will bei dieser technischen Entwicklung nicht außen vor bleiben. Das Know-how für das schnelle Internet muss auch aus Sachsen kommen, sagt Stefan Brangs, der Staatssekretär für Digitales im sächsischen Wirtschaftsministerium.

Man wolle die Forschung an sächsischen Universitäten mehr unterstützen und so verhindern, dass Know-how abwandere, erklärt Brangs. Somit sollen die Endprojekte auch in Sachsen hergestellt werden. Brangs hoffe auf einen riesen Innovationsschub und ergänzt: "Wir verbinden damit auch die Möglichkeit, Arbeitsplätze zu sichern und eben Sachsen als Standort für diese neue Technologie auch weltweit bekannt zu machen."

5G benötigt mehr Funkzellen

Doch damit Technologien wie autonomes Fahren funktionieren, müssen im Land mehr Funkzellen errichtet werden, denn die Reichweite von 5G ist gering. Experten sprechen von rund tausend Metern und weniger. Folglich müssten mehr Masten aufgestellt werden.

Zudem könnten aber auch bestehende Funkmasten für 5G ausgebaut werden, erklärt Brangs. "Man kann Gebäude nutzen. Es gibt eine Diskussion darüber, dass Ampeln zum Beispiel oder auch Straßenbeleuchtung dafür genutzt werden."

Reger Kontakt mit Mobilfunkanbietern

Stefan Brangs
Sachsens Staatssekretär Stefan Brangs Bildrechte: SMWA/Schleser

Letztendlich müssten aber die Telekommunikationsunternehmen entscheiden, was sich betriebswirtschaftlich für sie rechne. Deshalb versuche der Freistaat in Kontakt mit den Unternehmen zu bleiben, ergänzt Brangs.

"Wir haben einen Mobilfunkgipfel hier durchgeführt mit allen führenden, großen Unternehmen und wir begleiten auch diesen Prozess."

Sachsen will Innovationsmotor bleiben

Denn schließlich wolle Sachsen als Silicon Saxony auch weiterhin als Innovationsmotor gelten. Wie viel mehr Funkzellen für das 5G-Netz gebraucht werden, kann Brangs allerdings nicht sagen. Das entscheiden die Mobilfunkanbieter.

Kritik an mehr Funkmasten

Klar sei aber auch, dass bei mehr Funkmasten auch mit Widerstand in der Bevölkerung zu rechnen sei. Debatten dieser Art kennt Stefan Brangs etwa aus Schulen, wenn dort WLAN eingerichtet werden soll. Diese Sorgen müsse man ernst nehmen, meint der Staatssekretär.

Aber: "Wer Versorgungssicherheit und leistungsfähige Netze will im Bereich Mobilfunk, der muss natürlich auch dann damit leben, dass wir Masten brauchen", nur so könnten die leistungsfähigen Netze aufgebaut werden.

5G ab 2020

Nach Schätzungen von Mobilfunkanbietern wird das schnelle 5G-Internet etwa ab 2020 in Deutschland verfügbar sein. Bis aber die Autos wirklich überall autonom über unsere Straßen fahren, werden wohl noch ein paar Jahre mehr vergehen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. März 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. März 2019, 05:00 Uhr

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3 Kommentare

20.03.2019 12:24 Hempel U. Sofa 3

Betrifft doch nur die Großstädte und Autobahnen der Rest bekommt doch kein 5G. 4G ist ja aufm Land schon Mangelware und in Grenznähe sowieso ein Witz.
Also viel Wind um nichts.

19.03.2019 20:18 goffman 2

Warum wird hier die Debatte über gesundheitliche Risiken von 5G mit keinem Wort erwähnt? Der Tagesspiegel weist auf Studien hin, die eindeutig bewiesen haben, dass 4G bei Mäusen krebsfördernd ist und von einer gesundheitsschädlichen Wirkung auf den Menschen ausgegangen werden kann. 5G würde eine noch weit höhere Strahlenbelastung bedeuten. Es gibt bereits einen (immer noch viel zu kleinen) Diskurs in der Gesellschaft zu dem Thema und vor allem, wenn Sendemasten in der Nachbarschaft gebaut werden sollen regelmäßig Proteste. Lieber MDR: Sie haben 2(?) Artikel zu dem Thema und ein "Fragen und Antworten" wieso wird die Debatte über gesundheitliche Risiken mit keinem Wort erwähnt?

19.03.2019 06:37 optinator 1

Schon der Zweifel ob die totale Sicherheit gegeben ist, es werden sich immer Leute finden die das System knacken, macht die Digitalisierung zur Farce.
Irgendwann werden wir einmal von den Maschinen übernommen, so wie in alten Spielfilmen prognostiziert.

Das Einzige was sicher ist - für Alle der Tot !