Fleischverarbeitung Corona-Tests bei Tönnies-Tochter in Zerbst gestartet

In Nordrhein-Westfalen hatte der Corona-Ausbruch beim Schlachtereikonzern Tönnies einen regionalen Lockdown zur Folge. Auch in Mitteldeutschland gibt es Tönnies-Standorte. In Zerbst werden die Mitarbeiter jetzt getestet.

Mitarbeiter eines Schlachthofs zerlegen Schweine
Mitarbeiter eines Schlachthofs zerlegen Schweine. Bildrechte: dpa

Bei der Anhalter Fleischwaren GmbH in Zerbst haben am Dienstag Corona-Tests bei den Mitarbeitern begonnen. Das Unternehmen gehört zu Deutschlands größtem Schlachtereikonzern Tönnies. Wie eine Sprecherin des Landkreises Anhalt-Bitterfeld dem MDR sagte, sind die Tests freiwillig. Sie seien zuvor mit dem Betriebsleiter abgesprochen worden. Durchgeführt würden sie von Mitarbeitern des Gesundheitsamtes.

Ergebnisse werde in einigen Tagen erwartet

Das Landratsamt rechnet damit, dass es mehrere Tage dauert, bis von den Mitarbeitern Abstriche genommen und die Tests ausgewertet werden. Das geschehe über das Landesamt für Verbraucherschutz. Die Sprecherin des Landratsamtes betonte, dass es derzeit keine Infizierten in dem Fleischverarbeitungsbetrieb gebe. Dort arbeiten nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) rund 240 festangestellte Mitarbeiter und rund 200 Mitarbeiter mit Werkverträgen.

Thomas Gawron von der NGG in Magdeburg hatte dem MDR am Montag gesagt, wegen der kleinen Unterkünfte der Werkangestellten gebe es die Gefahr eines Coronausbruches in Zerbst. Zudem werde nach seinen Informationen oft die räumliche Trennung im Betrieb zwischen Festangestellten und Werkmitarbeitern nicht eingehalten.

Kein Massentest bei Tönnies-Tochter in Chemnitz

Für die Lutz Fleischwaren GmbH in Chemnitz, die ebenfalls zu Tönnies gehört, sind keine Massentests geplant. Nach Angaben der Stadt Chemnitz gibt es dafür bislang keinen Anlass. Das Gewerbeamt führe allerdings schon seit Wochen regelmäßige Kontrollen und Tests in verschiedensten Unternehmen durch.

NGG fordert Tests bei Tönnies in Weißenfels

Die Gewerkschaft NGG hatte auch für die Schlachterei und den Zerlegebetrieb von Tönnies in Weißenfels umfassende Tests der Mitarbeiter gefordert. Dort arbeiten nach Unternehmensangaben rund 2.200 Menschen. Ein Sprecher Landratsamtes Burgenlandkreis sagte dem MDR am Dienstag, man stehe weiter in Gesprächen mit der Landesregierung, ob es weitere Tests geben solle. Der Sprecher verwies allerdings auf bereits erfolgte Testungen bei Tönnies im Mai. Damals waren keinen Infektionen festgestellt worden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL FERNSEHEN | 23. Juni 2020 | 19:30 Uhr