Touristen-Flaute wegen Corona Mitteldeutsche Boom-Regionen verlieren besonders viele Gäste

Die mitteldeutschen Reisegebiete, die in den letzten Jahren immer beliebter wurden, leiden besonders stark unter der Corona-Krise. Die Übernachtungszahlen brachen vor allem dort ein, wo in den Jahren zuvor der Tourismus boomte. Besonders stark ist der Städte-Tourismus eingebrochen. Dagegen fiel der Rückgang bei den Gästezahlen im ländlichen Raum vergleichsweise moderat aus.

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Übernachtungszahlen von 2014 bis 2019.

Sächsische Großstädte verlieren die meisten Gäste

In der Corona-Krise brachen die Übernachtungen vor allem dort weg, wo in den Jahren zuvor der Tourismus boomte. Im Juni 2020 brachen in Leipzig die Übernachtungen um 59 Prozent ein, in Dresden um 53 Prozent. Dabei ziehen die Großstädte Dresden und Leipzig bisher die meisten Touristen in Sachsen an. So konnte Leipzig im Zeitraum von 2014 bis 2019 die Anzahl der Übernachtungen um 30 Prozent steigern und den Abstand zu der touristisch beliebtesten Stadt Mitteldeutschlands Dresden verkleinern.

Auch die Tourismuswirtschaft der Stadt Chemnitz hat es besonders hart getroffen. Hier lagen im Juli die Übernachtungen um 43 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum.

Das Gewandhaus zu Leipzig, das City-Hochhaus und das Paulinum spiegeln sich im Springbrunnen auf dem Augustplatz.
In Leipzig übernachteten in diesem Sommer 59 Prozent weniger Gäste als im Vorjahreszeitraum Bildrechte: dpa

Sächsische Schweiz nach wie vor beliebt bei Touristen

Die sächsische Schweiz ist das Reisegebiet in Mitteldeutschland, das am wenigsten von Corona beeinträchtigt wurde. Hier kam es im Juni 2020 nur zu 6,6 Prozent weniger Übernachtungen als im Vorjahresmonat. Auch in der sächsischen Schweiz gab es zwischen 2014 und 2019 einen beachtlichen Zugewinn an Übernachtungen um 18 Prozent.

Vor traumhafter Kulisse wie hier zwischen Wehlen und Rathen macht eine Schifffahrt viel Spaß.
Die geringsten Verluste gab es in der Sächsischen Schweiz Bildrechte: Bettina Kramer

Große Einbußen in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt brach im Corona-Sommer die Zahl der Übernachtungen ebenfalls ein. So gingen im Harz und Harzvorland wegen der Coronakrise die Übernachtungen um 33 Prozent zurück. Bisher konnte man in dieser Region auf eine positive Entwicklung der Gästezahlen blicken, so wuchsen hier die Übernachtungen zwischen 2014 und 2019 um 18 Prozent. Noch dynamischer gewann das Reisegebiet Anhalt-Wittenberg, hier stieg die Anzahl der Übernachtungen von 2014 bis 2019 um 21 Prozent.

Brockenbahn
Im Harz und Vorharz gingen die Übernachtungen um 33 Prozent zurück Bildrechte: Dirk Bahnsen/HSB

Thüringer Städte haben weniger Gäste

Der Thüringer Wald ist das mit Abstand beliebteste Reisegebiet im Freistaat. In diesem Juni kam es hier jedoch zu 38 Prozent weniger Übernachtungen als im Vorjahresmonat. Die Städte Eisenach, Erfurt, Jena und Weimar wurden als Reisegebiet deutlich beliebter und verzeichnen im Jahr 2019 23 Prozent mehr Übernachtungen als noch 2014. In den vier Thüringer Städten brachen die Übernachtungen um 56 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum am stärksten ein.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | Wir Ostdeutsche - 30 Jahre im vereinten Land | 28. September 2020 | 20:15 Uhr