Ostdeutsche Wirtschaft Forscherteam nimmt sich Treuhand-Akten vor

Ein internationales Forscherteam will untersuchen, welche Auswirkungen das Handeln der Treuhand von damals auf die ostdeutsche Wirtschaft von heute hat. Wird die Geschichte der Treuhand neu geschrieben?

Eine Forschergruppe hört einem Vortrag von Ufuk Akcigit zu
Ein Forscherteam um den US-Ökonomen Ufuk Akcigit will unzählige Treuhand-Akten auswerten. Bildrechte: MDR

Geleitet wird das Forscherteam vom US-Ökonomen Ufuk Akcigit von der Universität Chicago. Der in Braunschweig geborene Wissenschaftler mit türkischen Wurzeln arbeitet dabei eng mit dem Institut für Wirtschaftsforschung in Halle zusammen. Ebenfalls beteiligt ist das Bundesarchiv in Berlin-Hoppegarten. In dieser Woche kamen die Wissenschaftler in Halle erstmals zusammen.

Ziel: Empfehlungen für die Politik

Für sein Forschungsvorhaben hat Akcigit den mit 1,5 Millionen Euro dotierten Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis erhalten. Im ersten Schritt sollen Treuhand-Akten ausgewertet werden.

Auf die Frage, ob die Geschichte der Treuhand neu geschrieben werden müsse, sagt Akcigit: "Tatsächlich haben wir bereits damit begonnen, die Daten zu analysieren und wir haben bereits einige sehr interessante Muster gefunden." Ziel der Arbeit sei es jedenfalls, Empfehlungen für die Politik ableiten zu können – Empfehlungen zur schnelleren Angleichung der ostdeutschen Wirtschaftsbedingungen an die im Westen des Landes.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 06. Februar 2020 | 19:30 Uhr