VW-Werk Zwickau
Bald ein Auslaufmodell in den Zwickauer VW-Werken: der Verbrennungsmotor. Bildrechte: MDR/Ralf Geißler

Umbau bei laufender Produktion VW stellt Zwickau zu reinem E-Auto-Werk um

Volkswagen will sauberer werden und setzt deshalb stark auf Elektroautos. In sechs Jahren soll jedes vierte Auto aus dem Konzern einen Elektroantrieb haben. Als erstes werden die Werke in Sachsen umgerüstet – bei laufender Produktion der bisherigen Modelle. Ungewöhnlich für einen Auto-Konzern: Mitten im Umbau hat Volkswagen seine Werkstore für Journalisten geöffnet.

von Ralf Geißler, MDR AKTUELL

VW-Werk Zwickau
Bald ein Auslaufmodell in den Zwickauer VW-Werken: der Verbrennungsmotor. Bildrechte: MDR/Ralf Geißler

Jörg Hohmuth führt durch seine Welt. Der Fertigungsleiter bei Volkswagen in Zwickau zeigt Roboter und Maschinen in der Halle für den Karosseriebau. Nach seinen Worten die größte Halle des Umbaus mit nun circa 60.000 Quadratmetern reiner Fertigungsfläche.

VW-Werk Zwickau
Jörg Hohmuth ist Fertigungsleiter bei Volkswagen in Zwickau. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ab Herbst soll hier der vollelektrische VW ID Neo in Serie gebaut werden. Schon jetzt laufen hin und wieder Seitenteile über die neue Fertigungsstraße. Hohmuths Team steckt in der sogenannten Vorserien-Produktion. Das sei erst einmal eine Versuchsserie, sagt der Fertigungsleiter.

In dieser Serie probiere man herauszufinden, ob das Auto auch so baubar sei, wie es entwickelt wurde. Ferner versuche man durch Funktionstests bis zum Crashtest herauszufinden, ob es auch mit den nötigen Funktionen ausgestattet sei.

Mehr Roboter, aber keine Entlassungen

VW-Werk Zwickau
Das Werk wird seine Bestände an Robotern aufstocken. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Man liege im Plan, sagt Hohmuth. Volkswagen investiert in Zwickau 1,2 Milliarden Euro. Das Werk soll zum Pionier werden, nur noch Elektroautos herstellen. Hunderte Roboter hat VW zugekauft, um auch die Automatisierung zu erhöhen.

Trotzdem, beteuert Technikgeschäftsführer Reinhard de Vries, werde man alle 8.000 Beschäftigten in Zwickau weiterhin benötigen: "Wir kommen von zwei Modellen, werden zukünftig sechs Modelle produzieren. Wir kommen von 1.350 Fahrzeugen pro Tag und werden künftig 1.500 produzieren."

Damit werden wir die reduzierte Komplexität und Wertschöpfung mehr als kompensieren und die Beschäftigung hier am Standort sicherstellen.

Reinhard de Vries, Technikgeschäftsführer VW-Werk Zwickau

Nachholbedarf bei Ladesäulen

De Vries läuft zur nächsten Werkshalle. Der Manager weiß, dass der Schritt zum reinen Elektroauto-Werk mutig ist. Denn in Deutschland fehlt es noch an Begeisterung für das Thema, und es fehlt an Ladesäulen. De Vries erzählt, dass es in dem Bereich enormen Nachholbedarf gebe, aber bereits daran gearbeitet werde: "Zum Beispiel werden alle unsere Standorte mit Ladeinfrastruktur ausgestattet, die gesamte europäische Händlerschaft ist verpflichtet, Ladesäulen aufzubauen. Und wir haben auch Gespräche mit der Politik angestrengt, dass von deren Seite auch eine entsprechende Unterstützung kommt."

Umstieg auf E-Fertigung berufliche Herausforderung

In Halle sechs werden noch Autos mit Verbrennungsmotor montiert. Förderbänder schieben einen Golf nach dem anderen an den Arbeitern vorbei, die mit immer gleichen Handgriffen Cockpits einbauen. Wenn nebenan die Stromer-Produktion auf Hochtouren läuft, solle auch hier umgerüstet werden, sagt Fertigungsleiter Holger Hollmann:

Ein bisschen Wehmut ist schon dabei, weil der Verbrennungsmotor ja das Fortbewegungsmittel schlechthin ist, was ich von Kindesbeinen an kenne.

Holger Hollmann, Fertigungsleiter VW-Werk Zwickau
VW-Werk Zwickau
Montage eines VW Golf. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Beruflich sei das Thema Umstieg auf E-Fertigung eine große Herausforderung, auf die sich Hollmann nach eigenen Worten freue.

Damit die Mitarbeiter die neuen Autos bauen können, läuft bei Volkswagen ein großes Schulungsprogramm. Jeder Mitarbeiter darf mal Elektroauto Probe fahren. So will das Unternehmen Begeisterung wecken. Denn im Werk ist es nicht anders als in der Gesellschaft. Die einen brennen für E-Mobilität, andere sind eher skeptisch. Bauen müssen die Autos hier am Ende aber alle.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. März 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. März 2019, 05:00 Uhr

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32 Kommentare

10.03.2019 07:29 Ekkehard Kohfeld 32

@ Eulenspiegel 29 Es stimmt Autos werden nicht mit Kohle betrieben. Dafür sind die Seltenen Erden recycelbar und Kohle nicht.##

Und was hat Kohle mit E-Autos zu tun?
Und dann zeigen sie uns doch mal mit welchen Aufwand man Seltene
Erden recycel kann,wird das so wie mit unserem Elektronikschrot?Und auch durch recyceln werden die nicht mehr.
Leute verdummen scheint wohl bei ihnen ein Spezialgebiet zu sein,können sie bei mir aber nicht mit landen ich bin vom Fach und kein Lemminge ich mach die Augen selber auf.

09.03.2019 20:44 Wählen gehen! 31

@Eulenspiegel 29

"Ja das stimmt die Förderung der Seltenen Erden in Afrika ist z.Z. Kinderarbeit. Und da gegen muss ganz schnell etwas unternommen werden."

Stellen sie diese Frage der Bundesregierung/der Bundeskanzlerin!

Wenn wir die Armutsflüchtlinge dann in Deutschland aufnehmen, wer soll dann die seltenen Erden ausbuddeln?

09.03.2019 20:38 Eulenspiegel 30

Also China ist führend in der Solar-und Windenergie. China ist führend in der neuen Antriebstechnologie für Autos. Was neue Technische Entwicklungen an geht treibt China mittlerweile uns vor sich her. Von führend kann man da von unserer Industrie absolut nicht mehr reden. Wir haben geschlafen und hinken hilflos hinter her.

09.03.2019 18:40 Eulenspiegel 29

[Wegen des Verstoßes gegen unsere Richtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) wurde dieser Kommentar entfernt. Die MDR.de-Redaktion]

09.03.2019 16:52 Ekkehard Kohfeld 28

Eulenspiegel 27
„Habe sie auch mal geschaut wer diese Rohstoffe (Seltene Erden) fördert in Afrika bestimmt schon mal etwas von Kinderarbeit gehört,finden sie das gut?“
Aber das wissen sie doch selber das dieses Problem nicht mit den Seltenen Erden zusammen hängt sondern mit dem Kapilalistischen System. Das also großer Reichtum auf der einen Seite immer zusammenhängt mit großer Armut auf der anderen Seite. Und wenn ich dann ihre Empörung über die Kundearbeit lese. Wann haben sie sich schon ein mal für die Nöte von den traumatisierten Kriegsflüchtlingen aus Syrien interessiert. Diese Kinder gehen ihnen doch in Wirklichkeit am Ar. Vorbei.##

Wer will den E- Autos mit Seltenen - Erden haben sie oder ich.##

Wo ist der Unterschied in der Nutzung von Kohle und Seltene Erden? ##

Ganz einfach mit Kohle werden keine Autos betrieben und selten ist sie auch nicht,merken sie eigentlich noch was sie für einen Blödsinn schreiben?

09.03.2019 15:43 Eulenspiegel 27

Hallo Ekkehard Kohfeld 23
„Habe sie auch mal geschaut wer diese Rohstoffe (Seltene Erden) fördert in Afrika bestimmt schon mal etwas von Kinderarbeit gehört,finden sie das gut?“
Aber das wissen sie doch selber das dieses Problem nicht mit den Seltenen Erden zusammen hängt sondern mit dem Kapilalistischen System. Das also großer Reichtum auf der einen Seite immer zusammenhängt mit großer Armut auf der anderen Seite. Und wenn ich dann ihre Empörung über die Kundearbeit lese. Wann haben sie sich schon ein mal für die Nöte von den traumatisierten Kriegsflüchtlingen aus Syrien interessiert. Diese Kinder gehen ihnen doch in Wirklichkeit am Ar. Vorbei.
Und noch eins.
Ja diese Seltenen Erden sind selten. Wo ist der Unterschied in der Nutzung von Kohle und Seltene Erden? Ganz einfach die Kohle wird verbrannt und ist danach wertlose Asche und die Seltenen Erden sind nach der Nutzung immer noch Seltene Erden.

09.03.2019 14:19 Ekkehard Kohfeld 26

@Ullrich 24 Wer immer stehen bleibt und an altem festhält wird sich nicht entwickeln und letztendlich wirtschaftlich und ökonomisch stehen bleiben!##

Ach ja die Atombombe und die AKW,s galten auch mal als modern und fortschrittlich oder der Bergbau,Dieselmotoren die sauberste Lösung sogar Steuerlich gefördert,nur was daran nun gut wahr können sie uns bestimmt erläutern oder an der Kinderarbeit mit der diese Rohstoffe gefördert werden wird einfach ausgeblendet ist ja so einfach sieht man ja nicht,wie armselig.Was seid ihr doch alles für Heuchler.Und warum heißen die Seltene Erden?Erst nimmt man das Blei aus dem Kraftstoff weil hoch giftig,jetzt baut man es in noch viel größeren Mengen wieder ein,Erklärung?Ist das jetzt nicht mehr giftig????

09.03.2019 11:21 Ullrich 25

Und noch eine Bemerkung zu den Abbau Bedingungen von zum Beispiel seltenen Erden. Hier sind wir als Verbraucher gefordert Druck zu machen und nicht nur zu reden!
Mein Smartphone ist zum Beispiel ein Fairphone und solche Initiativen müssen Unterstütz werden, auch wenn sie teurer sind. Kommentatoren wir zb Ekki sollten einmal darüber nachdenken, anstatt immer zu sagen dass ist schlecht oder geht nicht!

09.03.2019 11:15 Ullrich 24

Es ist schon erschreckend, wie Innovationsfeindlich einige Kommentare hier sind!
Die Entscheidung von VW halte ich für richtig, aus mehreren Gründen:
1. Öl ist endlich, genau so wie die Rohstoffe für die Batterie Herstellung
2. Die Zukunft liegt in der E-Mobilität
3. Egal wie der Energiespeicher in naher Zukunft aussieht - Batterie oder Wasserstoff - der Antrieb wir über einen Elektro Motor erfolgen!
4. Die Batterie Herstellung und Effektivität wird sich in den nächsten Jahren sehr wahrscheinlich deutlich verbessern (ökologisch und in Bezug auf die eingesetzten Materialien)
Wer immer stehen bleibt und an altem festhält wird sich nicht entwickeln und letztendlich wirtschaftlich und ökonomisch stehen bleiben!

09.03.2019 10:25 Ekkehard Kohfeld 23

@ Elwynn 22 Da schämt man sich glatt, Sachse zu sein.
So ein unüberlegter Blödsinn in den Kommentaren lässt einen echt erschaudern. Geistig alle auf einem Niveau, Impfgegner, Klimaleugner und jetzt E-Autohasser.#
Das kann man eigentlich nur so zurückgeben an die die in Lemming Manier alles glauben was man ihnen auftischt.
##Und die Mär von der angeblichen Umweltschädlichkeit hat euch wer eingepflanzt?##
Und wer hat ihnen eingepflanzt das es nicht so ist haben sie schon die Studien von Namhaften Instituten dazu gelesen oder wollen sie die nicht lesen kommt einem bei vielen so vor,lieber selber nicht denken und die vorgefertigte (Lemming) Meinung verbreiten?
Habe sie auch mal geschaut wer diese Rohstoffe (Seltene Erden) fördert in Afrika bestimmt schon mal etwas von Kinderarbeit gehört,finden sie das gut?
Aber für ihren scheinheiligen Umweltschutz kann man ja ruhig das Leben von Kinder in Afrika opfern sind ja weit weg sieht man nicht.Passt nur auf euren Heiligenschein auf.