Volkswagen ID.3
Volkswagen sieht sehr gute Erfolgsaussichten für seine neuen Elektroautos. Bildrechte: dpa

Zwickau Volkswagen startet mit ID.3 seine Elektro-Offensive

In Zwickau startet Volkswagen mit der Serienproduktion seines ersten vollelektrischen Fahrzeugs. Der "ID.3" wird jetzt für Kunden hergestellt und läuft damit erstmals in größerer Stückzahl vom Band. Nicht nur für VW, sondern auch für die gesamte Branche der Zulieferer ist dies ein wichtiger Termin. Gelingt nach Jahren der Investitionen der Umbruch zur E-Mobilität?

von André Seifert, MDR AKTUELL

Volkswagen ID.3
Volkswagen sieht sehr gute Erfolgsaussichten für seine neuen Elektroautos. Bildrechte: dpa

Erfolg oder Flop? Wenn in Halle 5 des Zwickauer Werks die ersten etwa 30 "ID.3" vom Band laufen, dann steht für Volkswagen viel auf dem Spiel. Milliarden hat der Konzern in das Werk und seine E-Offensive gesteckt, Tausende Mitarbeiter qualifiziert.

Experten sehen Serienstart mit Neugier

Und am Ende? Da entscheide der Käufer, sagt Stefan Bratzel, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. "Es hängt von der Qualität der Produkte ab und dann vom Wettbewerb, ob diese Produkte in der vorgestellten Breite Käufer finden. Es gibt keine Garantien. Man kann bestimmte Pläne haben, aber dann muss auch die Nachfrage entsprechend stimmen."

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Wie groß sind die Erfolgsaussichten?

MDR AKTUELL Mo 04.11.2019 08:05Uhr 02:42 min

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Branchenexperten beobachten den ID.3-Serienstart deshalb mit großem Interesse. Auch Jens Katzek vom "Automotive Cluster Ostdeutschland". Er ist optimistischer und glaubt, dass VW mit dem ID.3 gut aufgestellt ist. "In Zwickau wird das Werk in der Zukunft 300.000 Elektroautos produzieren und nicht mehr 300.000 Verbrenner. Da ist ein großer Umbruch. Also diese Mär, die deutsche Automobilindustrie hat die Elektromobilität verschlafen, das ist Vergangenheit."  

VW senkt Preis bei mehr Reichweite

Dass der ID.3 ein Erfolg wird, dafür hat VW einiges getan. Optisch hat es das E-Auto an den Golf angelehnt, das jahrzehntelange Erfolgsmodell des Konzerns. Die erste Version des ID.3 kommt mit einer mittelgroßen Batterie auf den Markt, die für bis zu 420 Kilometer reichen soll. Und auch der Preis von 30.000 Euro in der Einstiegsversion solle dem Käufer das Argument nehmen, lieber einen Benziner zu kaufen, so VW-Zwickau-Sprecher Carsten Krebs.

Er sagt: "Wir gehen momentan davon aus, dass der ID.3 sehr erfolgreich sein wird. Wir senken den Preis, bieten aber gleichzeitig mehr Reichweite, weshalb wir sehr sicher davon ausgehen, dass uns das Auto aus den Händen gerissen wird." Auch viele Jobs hängen vom ID.3 ab, 8.000 allein im Zwickauer Werk. Und zehntausende weitere in der Zulieferindustrie, aus der sieben von zehn VW-Teilen kommen.

Fünf weitere E-Modelle für Zwickau drin

Mit viel Tamtam startet Volkswagen deshalb in Zwickau nicht nur die ID.3-Serienproduktion, sondern auch seine weltweite Elektro-Offensive. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird im VW-Werk in Mosel erwartet, die Veranstaltung wird zweisprachig im Internet gestreamt. "Dass Frau Merkel hier ist, zeigt die Bedeutung. Weil wir mit dem Fahrzeug die E-Mobilität aus der Nische führen wollen. Bislang ist es so, dass Elektro-Fahrzeuge recht teuer sind. Und deswegen glauben wir, dass wir eine neue Ära einleiten," so VW-Sprecher Carsten Krebs.

Ab Sommer des nächsten Jahres soll der ID.3 in ganz Europa verkauft werden. Außerdem will VW mit dem Bau von fünf weiteren Elektromodellen in Zwickau beginnen. Und im Jahr 2020 soll auch die Produktion in den chinesischen Fabriken starten, die VW für seine Elektrooffensive umgebaut hat. Weltweit will der Konzern dann jährlich fast eine Million E-Autos herstellen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. November 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. November 2019, 10:47 Uhr

23 Kommentare

Mark_Anton vor 7 Tagen

@ Jana

zu 1.
Ich wohne "auf dem platten Land" in einem gewöhnlichen Wohnblock. Von "Ladesäule" weit und breit "nix zu sehen" Ich müsste nachts ein Verlängerungskabel an der Hauswand herablassen, um einen "E-Boliden" überhaupt über den "Haushaltsstrom" aufladen zu können...sofern nicht gleich "die Sicherung geflogen kommt".

zu 2.
Woher wollen Sie wissen, daß die dort KEINE PROBLEME mit ihren E-Vehikeln haben ? Der "Erfolg" der E-Vehikelei in Norwegen beruht auf "massiven staatlichen Subventionen" und KEINESWEGS DARAUF, daß sie gegenüber den Verbrennern "das bessere Produkt" sind.

zu3.
Erzählen Sie das mal dem "gewöhnlichen Wohnblock-Bewohner", ob er "sexy regenerative Energie" vom Hausdach in sein E-Vehikel pumpen könnte...

zu 5./6.
Mir hat niemand vorzuschreiben, welche Reichweite für mich "ausreichend" zu sein hat. Die E-Vehikelei ist vor 120 Jahren schon einmal "jämmerlich gescheitert", das ist also "kein Schritt in die Zukunft", sondern ein "technischer Rückschritt"

Jana vor 7 Tagen

Sie sagen sinngemäß:

1. Ich hab keine Ahnung wo ich laden soll: Hunderttausende Menschen sind da schon weiter als sie.

2. Winter: Komisch in Norwegen haben die keine Probleme damit. Kennen sie die norwegischen Winter?

3. Wer hindert sie einen Diesel zu kaufen? Niemand. Für bestimmte Zielgruppen sicher auch eine gute Alternative, aber für andere ist das E-Auto schlicht und ergriefend besser.

4. Es geht nicht um ideologische Weltverbesserung sondern darum einen Schritt in die richtige Richtung zu machen. Tanken mit regenerativer Energie vom eigenen Dach ist für viele einfach sexy und lukrativ.

5. Wenn sie täglich 50 km zur Arbeit pendeln, wo ist ein E-Auto da minderwertig? Die wenigsten Menschen fahren regelmäßig strecken über 300 km.

6. Einfach mal in die Zukunft denken: Das Pferd fand überall zu fressen, aber Autos brauchen Öl, Raffineriern, Tankstellen usw.... Wer war nur so blöd irgendwann aufs Auto zu setzen?

Jana vor 7 Tagen

Na vor solchen Argumenten muss man die Waffen strecken!

Geht es hier um Ideologie oder um technische Innovation.
Bei solchen Leuten wie ihnen hätte der Mensch vermutlich noch nicht einmal das Pferd eingefangen und würde sich im Radius von 5 km um seine Höhle bewegen.