Eine Verkäuferin
Eine Verkäuferin bei der Arbeit: Im Einzel- und Versandhandel soll es ab Juni in Mitteldeutschland Streiks geben (Themen-Archivbild). Bildrechte: colourbox

Tarifkonflikt Warnstreiks im mitteldeutschen Einzelhandel angekündigt

Mitteldeutschland droht ein Arbeitskampf im Einzelhandel. Die Gewerkschaft Verdi kündigte nach erfolglosen Tarifgesprächen für Juni in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Streiks in Supermärkten und Geschäften an.

Eine Verkäuferin
Eine Verkäuferin bei der Arbeit: Im Einzel- und Versandhandel soll es ab Juni in Mitteldeutschland Streiks geben (Themen-Archivbild). Bildrechte: colourbox

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen müssen sich die Menschen in den kommenden Wochen auf Streiks in Supermärkten und Geschäften einstellen. Wie Verdi-Sprecher Jörg Lauenroth-Mago am Mittwoch mitteilte, sollen die Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel in allen drei Ländern von Juni an zu Arbeitskampfmaßnahmen aufgerufen werden. Damit will die Gewerkschaft ihren Lohnforderungen in der neuen Tarifrunde Ausdruck verleihen.

Tarifvorstellungen weit auseinander

Grund sind die weit auseinander liegenden Tarifvorstellungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Beide Seiten waren am Mittwoch in Weimar erfolglos in die Tarifverhandlungen gestartet. In dem vierstündigen Treffen forderte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für die Arbeitnehmer zwei Cent mehr Lohn pro Minute (1,20 Euro pro Stunde). Dazu wurde eine Laufzeit von nicht einmal einem Jahr gefordert. Im Durchschnitt will Verdi eine Lohnsteigerung von 7,6 Prozent erreichen. Für Azubis soll es 100 Euro mehr geben.

Heftige Kritik der Arbeitgeber

Die Arbeitgeber kritisierten die Forderungen nach Angaben von Verdi-Verhandlungsführer Lauenroth-Mago als zu heftig. Sie boten stattdessen zweistufige Lohnsteigerungen binnen 24 Monaten an: Demnach soll es im ersten Jahr für die Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel 1,5 Prozent mehr geben, im zweiten Jahr noch einmal ein Prozent mehr. Arbeitgebervertreter Knut Bernsen sagte dazu, das seien die gleichen Sprünge, die bisher auch in anderen Bundesländern, in denen mitunter bessere wirtschaftliche Bedingungen herrschten, angeboten wurden.

Nächste Runde am 19. Juni

"Es ist klar, dass Argumente allein nicht helfen", begründete Verdi-Sprecher Lauenroth-Mago die Streik-Ankündigung. Dass die Arbeitskampfmaßnahmen erst ab Juni anlaufen, liegt daran, dass erst am 31. Mai die Friedenspflicht endet, die Warnstreiks verbietet. Weiterverhandelt wird den Angaben zufolge erst am 19. Juni.

Laut Verdi arbeiten rund 256.000 Beschäftigte in den drei Ländern in der Handelsbranche. Nur rund jeder vierte von ihnen profitiert direkt von einem Tarifvertrag.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Mai 2019 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Mai 2019, 21:26 Uhr

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2 Kommentare

23.05.2019 12:53 Jens 2

Na das wär doch mal was Schönes. Supermärkte und Einkaufscenter alles dicht, mir würden die Freudentränen kommen.

22.05.2019 21:55 Montana 1

Na dann . Gelbe Westen an und los. Punkt