Mehrere Tannen mit farbigen Bändchen um die Spitze.
Es darf weiter "Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter ..." gesungen werden. Bildrechte: dpa

Erste Prognose Nach Dürre-Sommer: Werden Weihnachtsbäume teurer?

Elf Wochen vor Heiligabend fällt eine erste Preis-Prognose für die Weihnachtsbäume positiv für die Kunden aus. Trotz langer Trockenheit drohen in diesem Jahr keine Engpässe, sagt Ullrich Göthel vom Sachsenforst. Und doch hat die Dürre Folgen: In den nächsten Jahren könnte das Angebot knapp werden.

Mehrere Tannen mit farbigen Bändchen um die Spitze.
Es darf weiter "Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter ..." gesungen werden. Bildrechte: dpa

Bei milden Temperaturen herrscht auf der Weihnachtsbaumplantage im Rabensteiner Wald bei Chemnitz Weihnachtsstress. Der Sachsenforst lichtet das Fichtendickicht, damit die Kundschaft in der Vorweihnachtszeit mit Säge und Axt anrücken kann, um ihren Baum selbst zu schneiden. Der Klassiker ist hier die Blaufichte.

Preise bleiben vorerst stabil

Gute Nachrichten hat Revierleiter Ullrich Göthel vom Staatsbetrieb Sachsenforst für alle Festtagsromantiker: "Wir haben für dieses Jahr ausreichend Bäume vorhanden. Insgesamt 1.500 Blaufichten. Die Fläche ist in der Vorbereitung, der Beiwuchs wird beseitigt. Die Bäume stehen in Höhen von 1,50 bis 2,50 Meter."

Die Endverbraucher können sich auf stabile Preise einstellen. "15 Euro wird ein Baum kosten", so Ullrich Göthel. Damit bewegt sich der Preis auf dem Niveau der Vorjahre. Ähnliches gilt für die Weihnachtsbäume in den Plantagen des Landesforstbetriebes Sachsen-Anhalt oder beim ThüringenForst. Recherchen von "MDR um 4" zeigen: Auch dort gibt es in diesem Jahr weder Engpässe noch Preissteigerungen bei Weihnachtsbäumen.

Trockenheit trifft vor allem junge Bäume

Die Fichten im Rabensteiner Wald zeigen ein sattes Grün und kräftige Nadeln. Ein Grund: Die Bäume stehen schon mehrere Jahre – und sind aus dem Gröbsten heraus. Bei den Neupflanzungen ist die Lage deutlich ernster. Hier droht das Angebot in ein paar Jahren knapp zu werden.

"Die Bäume haben teilweise schwere Wuchsdeformationen. Sie konnten schlecht in die Höhe wachsen, aufgrund von Wassermangel in Folge der starken Hitze", sagt Ullrich Göthel vom Staatsbetrieb Sachsenforst. Das könnte in den nächsten Jahren zum Problem werden. Dann stehen im Rabensteiner Wald statt 1.500 vielleicht nur noch 500 Weihnachtsbäume zur Verfügung.

Nachhaltig: Weihnachtsbaum aus der Region

Ein Mädchen hockt neben einem Mann der mit einer Säge einen Weihnachtsbaum fällt.
Ein Event für die ganze Familie: Den Weihnachtsbaum selbst schlagen. Bildrechte: Colourbox.de

Der Weihnachtsbaum als Wegwerfartikel – nicht gerade nachhaltig in Zeiten, in denen immer mehr Menschen auf Umweltbewusstsein achten.

"Ein Weihnachtsbaum aus dem regionalen Wald ist eine ökologische und nachhaltige Wahl. Zum einen sind die Bäume unbehandelt. Zum anderen ist die Herkunft des Baumes bekannt und die nachhaltige Nutzung eines Waldbestandes nachvollziehbar", erklärt Victoria Große, Sachbearbeiterin beim Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt. Denn: "Viele der hierzulande verkauften Weihnachtsbäume stammen aus der Plantagenwirtschaft, häufig aus Skandinavien. Die Transportwege sind weit. Die Bäume werden oft mit Pestiziden behandelt."

Victoria Große nennt noch einen weiteren Vorteil: "Der Baum verbreitet eine ganz andere Stimmung, wenn man weiß wo er herkommt und der Einkauf zum Event wurde. Ein Besuch im Wald lohnt sich immer."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 14. Oktober 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2019, 05:00 Uhr