Weichen, Gleise, Signale, Bahnhof
Die sächsische Wirtschaft hat sich für eine bessere Verkehrsinfrastruktur für den Freistaat ausgesprochen. Bildrechte: Deutsche Bahn AG / Uwe Miethe

Forderungen für das Wahljahr vorgelegt Wirtschaft kritisiert Verkehrsverbindungen in Sachsen

Die sächsische Wirtschaft hat eine bessere Verkehrsinfrastruktur, 5G-Internet im gesamten Freistaat und die Förderung von Bildung gefordert. Die Vereinigung der sächsischen Wirtschaft kritisierte insbesondere die Verkehrsanbindung Südwestsachsens an den Fernverkehr als nicht akzeptabel.

Weichen, Gleise, Signale, Bahnhof
Die sächsische Wirtschaft hat sich für eine bessere Verkehrsinfrastruktur für den Freistaat ausgesprochen. Bildrechte: Deutsche Bahn AG / Uwe Miethe

Sachsens Wirtschaftsunternehmen haben die fehlende Anbindung des Chemnitzer Raums an den Fernverkehr scharf kritisiert. Der Präsident der Vereinigung der sächsischen Wirtschaft (VSW), Jörg Brückner, sagte bei MDR AKTUELL, die Region Südwestsachsen sei mit 1,6 Millionen Menschen und 40 Prozent der Wirtschaftskraft wirtschaftliches Herz Sachsens. Es sei nicht akzeptabel, "dass diese Region nicht an den Fernverkehr angeschlossen ist".

5G-Ausbau für wertschöpfende Branchen auf dem Land

Außerdem sprach sich Brückner für den flächendeckenden Ausbau des 5G-Internetnetzes aus und zwar an jeder Milchkanne, in jeder Region. Letzters forderte am Sonntag auch der Bauernverband. "Wir brauchen 5G an jedem Milchtank", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied der Deutschen Presse-Agentur.

Brückner erklärte im MDR, das Netz sei Basis für Ansiedlungen auch im ländlichen Raum. Es gehe außerdem darum, allen Bürgern von Sachsen das Gefühl zu geben, "dass sie integriert sind, dass sie dazu gehören und dass sie genauso wichtig für die Entwicklung des Freistaates sind".

Fünf von sechs Industriebetrieben sind in den Landkreisen angesiedelt und dort sind im Wesentlichen die wertschöpfenden Branchen angesiedelt. Es ist dringend notwendig, dass wir uns auch um diese Industrie kümmern.

Jörg Brückner, Vereinigung der sächsischen Wirtschaft

Forderungen für das Wahljahr vorgelegt

Zuvor hatte der VSW die Forderungen der Wirtschaft zum Wahljahr 2019 vorgelegt. Auf 26 Seiten fordert der Verband Investitionen vorrangig in Infrastruktur, Bildung und Sicherheit. Generell wurden die überregionale Erreichbarkeit und die Reisezeiten in Sachsen kritisiert als Region im Herzen Europas, das zudem die am dichtesten besiedelte und industrialisierte Region in den neuen Bundesländern sei.

Sachsens Wirtschaft exportiere in über 200 Länder. Diese Exportgüter kämen nicht nur aus den Zentren Chemnitz, Dresden und Leipzig, sondern aus ganz Sachsen. Dennoch seien weiterhin nicht alle Regionen innerhalb von 30 Minuten Fahrzeit von einer Autobahn erreichbar.

Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft Die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft e. V. ist die Spitzenorganisation der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände im Freistaat Sachsen. Als Landesvertretung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie koordiniert die VSW als Dachverband die arbeitsmarkt-, sozial-, wirtschafts- und tarifpolitischen Interessen ihrer 38 Mitgliedsverbände aus den Branchen Bau, Dienstleistungen, Handel, Handwerk, Industrie, Landwirtschaft und soziale Dienste.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Januar 2019 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Januar 2019, 12:53 Uhr

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11 Kommentare

14.01.2019 18:20 Ricarda 11

eigentlich waren wir mit den Eil- und D-Zügen der Reichsbahn pünktlicher und schneller unterwegs.

14.01.2019 18:01 Rudi Parteilos 10

Da muss der gute alte Schienenhamster ran, Feunde der Eisenbahn!!!!
Wo können wir die Schienen abbauen, wie einst nach dem Krieg?
Erst bauen wir auf und dann reißen wiralles nieder, so fährt die Bahn nie wieder!

13.01.2019 19:28 Udo Degen 9


Aber es ist ja nicht nur das Problem
mit den Verkehrsverbindungen.
Da ist noch ein ganzer Stapel mit Problemen die gelöst werden müssen. Entweder man schweigt oder redet das Thema klein.
Die Politik behindert die Wirtschaft.
Der CDU laufen die Schafe in Scharen dort weg.
Wohin? Nach Grün, weil die Menschen begriffen haben, ohne gesunde Umwelt geht es nicht mehr weiter oder alle dem Ende entgegen. Vom Gebets-buch lesen ist noch keiner satt geworden, nur wer sich den geweihten Wein in die Haken kippt um sich auf die Socken machen zu können in ein anderes Abendland was noch nicht untergegangen ist. Das juckt aber die Politgarde dort nicht.

13.01.2019 18:49 Klara Morgenrot 8

@6
2019 sind Landtagswahlen.
Welche Abgesandte und Veteranen sollte man wählen?
Das dichteste was es gab.war doch die innerdeutsche Grenze mit Ausnahmen für die, die fliegen konnten. Das Verkehrsnetz unter August den Starken war planmäßig.
Pferdegrippe gab es noch nicht.
Heu stand Ausreichung immer parat, dazu die berittene Feldpost.

13.01.2019 18:28 GEWY38 7

Es ist ja nicht so, das Fernverkehr, wenn auch sehr bescheiden, nicht möglich wäre. Ein Tropfen auf den heißen Stein wäre schon wenn die IC-Verbindung Rostock, Berlin nach Dresden über Freiberg - Chemnitz - Zwickau- Plauen nach Hof weiter geführt würde. Das ist sofort möglich. Was in Thüringen von Erfurt bis Gera mit Diesel möglich ist, muss doch in Sachsen über eine voll elektrifizierte Strecke bis Hof möglich sein. In Thüringen kann man den IC sogar mit Regioticket nutzen. Entweder man will das in Sachsen bewusst nicht, oder man sitzt unfähig im Schlafwagen. Zumal man auch noch Kosten sparen kann, in dem man weniger Regioverkehr bestellen muss. Vielleicht kann man mal in Thüringen fragen, wie man das macht.

13.01.2019 17:43 Gerd 6

Dies ist Schuld der Politik der vergangenen Jahre von CDU und FDP durch das es keine Landesverkehrsgesellschaft mehr gibt. Die Verkehrsverbuende und Lankreise spielen sich auf wie Fürsten, denken nur bis Tellerrand vorallem der Vvo und Landkreis Meißen.
Sachsen konnte mal Stolz sein eins der besten und dichtesten Eisenbahnnetze zu haben.

13.01.2019 17:17 Franz Richter 5

@1
0 -:)
@2 ICE Beta- Version SWS Version 0 (SüdWestSachsen)
@4 Paris ist sehr schön.

13.01.2019 17:03 ReneS 4

Das ist die Folge von 28 Jahre CDU Regierung und ihrer Steigbügelhalter. Der selbsternannte „Politische Elite“ war es halt wichtig, Sachsen als Billiglohnland aufzustellen und man tut ja immer noch alles dafür. Da steigt man doch gerne in die DDR Nostalgiezüge zwischen Leipzig und Chemnitz ein und bezahlt im ÖPNV Preise die höher sind als z.B. im Großraum Paris. Das diese Konstellation von Billiglohn und extrem hohen Kosten für ÖPNV, Strom und Gas etc. nicht lange gut gehen kann, hätte man sich in Dresden denken können…

13.01.2019 16:35 Zeitgeist 3

Die Wirtschaft hat es begriffen und will sich nicht mehr von der Politik auf 10, 20 oder 30 Jahre vertrösten lassen. Na endlich stehe ich mal nicht mit meiner Meinung allein da.

13.01.2019 16:11 Moritzmax 2

Dabei wurden die Nahverkehrstriebwagen schon als ICE umlackiert. Diese Südwestsachsen sind aber auch mit nichts zufrieden.