Ein Arbeiter verlädt Stahlrrohe in einem Logistikcenter. (Symbolbild)
Thyssenkrupp ist vor allem bekannt als Stahlproduzent. Zum Unternehmen gehört aber auch eine N Bildrechte: IMAGO

Industrie Thyssenkrupp plant Aufspaltung

Um die Krise zu überwinden, will sich der Stahlverarbeitungskonzern Thyssenkrupp aufspalten: in ein Industriegüter- und ein Werkstoffunternehmen. Das teilte Thyssenkrupp am Donnerstag mit. Auch die Autoteilesparte ist betroffen. Die Börse ist begeistert.

Ein Arbeiter verlädt Stahlrrohe in einem Logistikcenter. (Symbolbild)
Thyssenkrupp ist vor allem bekannt als Stahlproduzent. Zum Unternehmen gehört aber auch eine N Bildrechte: IMAGO

Aus dem Industriekonzern Thyssenkrupp sollen in den nächsten 12 bis 18 Monaten zwei Unternehmen werden. Entsprechende Pläne will der Vorstand dem Aufsichtsrat am Sonntag in einer außerordentlichen Sitzung vorschlagen, teilte Thyssenkrupp am Donnerstag in Essen mit.

Geplant ist demnach, in einem ersten Unternehmen das Geschäft mit Industriegütern zu bündeln. Es werde den Namen "Thyssenkrupp Industrials" tragen und aus den Sparten Aufzüge, Autoteile und Kernanlagen bestehen. Rund 90.000 Mitarbeiter sollen in dem Konzern arbeiten.

Autoteile-Werke in Mitteldeutschland betroffen

In diesen Teil werden voraussichtlich auch einige Thyssenkrupp-Standorte in Mitteldeutschland aufgehen, unter anderem das Lenkgetriebe-Werk in Schönebeck bei Magdeburg. Dort arbeiten 790 Mitarbeiter. Betroffen sind unter andererm außerdem die Nockenwellen-Werke in Chemnitz und Ilsenburg im Harz.

Das zweite Unternehmen, "Thyssenkrupp Materials" soll der Mitteilung zufolge die Herstellung und Verarbeitung von Stahl und Edelstahl sowie den Materialhandel vereinen. Es werde 40.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Euphorie an der Börse

Ein Händler telefoniert in der Deutschen Börse in Frankfurt am Main, während im Hintergrund der Verlauf des DAX auf einer Tafel angezeigt wird.
Wieder gefragt: Aktien von Thyssenkrupp Bildrechte: dpa

Thyssenkrupp steckt zurzeit in einer tiefen Krise. Ausgelöst wurde diese im Sommer von zwei Rücktritten in der Führungsriege: Vorstandschef Heinrich Hiesinger und Aufsichtsratschef Ulrich Lehner hatten Thyssenkrupp verlassen. Zuletzt war der Druck der Aktionäre gewachsen, weil der traditionsreiche Mischkonzern schwache Geschäftszahlen vorlegte.

An der Börse kamen die Pläne gut an. Der Aktienkurs von Thyssenkrupp kletterte zweitweise um rund zehn Prozent und setzte sich an die Dax-Spitze. Nach der Aufteilung sollen Aktionäre zwei Aktien bekommen. Über die Details werde die Hauptversammlung entscheiden.

Rückendeckung gab es zudem von der Gewerkschaft. "Die Arbeitnehmervertreter stehen hinter den Plänen des Vorstands", sagte IG Metall-Sekretär Markus Grolms. Damit werde eine Zerschlagung von Thyssenkrupp verhindert.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. September 2018 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2018, 19:14 Uhr

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