Passanten tragen ihre weihnachtlichen Einkäufe in Taschen durch die Fußgängerzone.
Konsum bleibt tragende Säule der Wirtschaft. Bildrechte: dpa

Prognose gesenkt Wirtschaftsboom kommt fast zum Erliegen

Im vorigen Herbst war die Regierung noch von 1,8 Prozent Wirtschaftswachstum ausgegangen, jetzt spricht sie von lediglich 0,5 Prozent für dieses Jahr. Tragende Säule der Wirtschaft bleibt die Inlandsnachfrage.

Passanten tragen ihre weihnachtlichen Einkäufe in Taschen durch die Fußgängerzone.
Konsum bleibt tragende Säule der Wirtschaft. Bildrechte: dpa

Der jahrelange Wirtschaftsboom in Deutschland wird nach Einschätzung der Bundesregierung in diesem Jahr fast zum Stillstand kommen. Wirtschaftsminister Peter Altmaier halbierte am Mittwoch die Wachstumsprognose auf 0,5 Prozent. Noch im Januar war die Regierung von 1,0 Prozent Wachstum ausgegangen, im vorigen Herbst sogar noch von 1,8 Prozent.  

Altmaier schließt Konjunkturprogramm aus

Altmaier begründete die Korrektur mit den anhaltenden internationalen Handelskonflikten und dem ungelösten Brexit, der Firmen mit Investitionen zögern lässt. Einem klassischen Konjunkturprogramm, um die Wirtschaft anzukurbeln, erteilte der CDU-Politiker jedoch eine Absage. Er erklärte, er wolle sich lieber für weniger Bürokratie und Abgaben einsetzen. Er habe an die anderen Ministerien eine Liste mit mehreren Maßnahmen gesandt und wolle nach Ostern Gespräche dazu führen.

Rekordbeschäftigung erwartet

Kellnerin in Hotpants trägt einen Teller
Kellnerin beim Bedienen in einem Lokal. Bildrechte: IMAGO

Die tragende Säule der Wirtschaft bleibt nach Angaben des Wirtschaftsministers der Konsum. Er rechne damit, dass die erfreuliche Entwicklung am Arbeitsmarkt anhalte, sagte Altmaier.

So sei damit zu rechnen, dass im kommenden Jahr knapp 45,75 Millionen Personen in Lohn und Brot stünden, so viele wie nie zuvor.

IWH: Dienstleistungen werden immer bedeutender

Oliver Holtemöller
Wirtschaftswissenschaftler Oliver Holtemöller Bildrechte: dpa

Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle reagierte gelassen auf die korrigierte Wachstumsprognose. IWH-Vize Oliver Holtemöller sagte MDR AKTUELL, er sehe keinen Grund zur Sorge. Der langjährige Aufschwung sei zu Ende gegangen, es gebe aber keine Rezession.

Holtemöller sagte weiter, es zeichne sich ab, dass Dienstleistungen in modernen Volkswirtschaften bedeutender seien als die Industrie. Deshalb solle man sich im Dienstleistungsbereich stärker aufstellen, statt der Industrie nachzuweinen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 17. April 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. April 2019, 18:53 Uhr

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19 Kommentare

19.04.2019 18:24 frank d 19

Da es sich ja um eine Prognose handelt sollte die Überschrift im Konjunktiv formuliert sein. Man muss kein Hellseher sein um zu Prophezeien das es noch sehr viel schlimmer kommen wird. Das Wachstum wird schnell zulegen nur halt im negativen Bereich.

19.04.2019 14:56 Willy 18

@ 1 7 ja diese verarschung wußten wir außer natürlich wie immer die feinen Gutmenschen wissen diese bis heute noch nicht !!

18.04.2019 21:02 Orrnee 17

Wie jetzt, trotz der Abertausenden Flüchtlinge kein Wirtschaftswunder?

18.04.2019 13:57 gerd 16

Heute hat Daimler angekündigt 10.000 Stellen in DE abzubauen ,Scholz versucht schon die Flüchtlingskosten auf die Länder abzuwälzen dabei hat er mit am lautesten geschrien wo es ging Million aufzunehmen ,tja so ändern sich die Zeiten.

18.04.2019 11:22 Lilly 15

in Anbetracht des neuen Artikels beim MDR, geht es immer weiter Bergab.

" Sozialbetrug: Wenige Stunden Arbeit, Tausende Euro Sozialleistungen"
https://www.mdr.de/nachrichten/politik/gesellschaft/sozialbetrug-system-rumaenen-eu-zuwanderung-100.html

was denkt sich die SPD eigentlich bei ihrem Kuschelkurs?
Ganz harte Sanktionen müssten hier angelegt werden, aber die SPD stimmt immer wieder dagegen, wenn es um Sanktionen geht.

18.04.2019 10:59 Mane 14

Es wird uns schon noch richtig schlecht gehen ,den Deutschen die Arm sind.

18.04.2019 10:00 kleinerfrontkaempfer 13

Recht hat er der Bundeswirtschaftsminister.
Seine Institution und die Regierung kann sich doch nicht um alles kümmern: Brexit, Handelskonflikte, Autoindustrie usw.
Wir haben doch keine Staats/Planwirtschaft!!!"
So was muß sich in einer Marktwirtschaft marktkonform klären.
Das vorherrschende und ungeschriebene Gesetz des Kapitalismus kennt ja (fast) jeder.

18.04.2019 08:33 Bingo 12

Wirtschaftsboom...auch ein Grund, wenn nicht sogar der Hauptgrund der Erderwärmung bzw.der Umweltzerstörung plus Wachstum der Weltbevölkerung, Weltweit.Und die Mittel dagegen,Fehlanzeige....

18.04.2019 07:42 gerd 11

Jetzt gehts ans Eingemachte ,alle Debatten von Steuersenkungen werden im Keim erstickt ,die Steuereinahmen werden ebenso zurückgehen ,bin gespannt wie man dem Volk den weiteren Zuwachs von Daueralimentierten verkaufen will mit Fachkräftemangel ?
Ganze Industriezweige Energie, Bergbau und auch Automobilindustrie werden schrumpfen tausende, hundertausende Arbeitskräfte nicht mehr gebraucht bin gespannt wie dieser Spagat geschafft werden will ,Merkel die Frau an den Hebeln der Machtt hat sich dann verabschiedet ,Sie hatts geschafft und uns mit.

18.04.2019 01:42 Sabrina 10

Zitat:
"Holtemöller sagte weiter, es zeichne sich ab, dass Dienstleistungen in modernen Volkswirtschaften bedeutender seien als die Industrie. Deshalb solle man sich im Dienstleistungsbereich stärker aufstellen, statt der Industrie nachzuweinen."

Das zeigt, dass der Mann nur ein Schaumschläger ist und überhaupt nicht weiß, wovon er redet.

Nach wie vor kommen alle Gegenstände aus Industrieproduktion.
Haben wir keine Industrie mehr, dann müssen wir die Produkte importieren.
Und damit wir die Importe bezahlen können, exportieren wir was?
Dienstleistungen?
Dienstleistungen ist das, was am schlechtesten bezahlt wird und was jeder Staat selbst hat.

Exportieren wir Ingenieur-Dienstleistungen?
Nun - die Chinesen freuen sich.

Mit so einer Elite, die wirklich auf allen Gebieten versagt, ist unser Land verloren.