NSU-Prozess Wohlleben-Anwälte kündigen Aussage an

Im Münchner NSU-Prozess will nach der Hauptangeklagte Beate Zschäpe auch der wegen Beihilfe zum Mord angeklagte Ralf Wohlleben sein Schweigen brechen. Das kündigten seine Anwälte in einer Erklärung an, die am Sonntag auf einer Facebook-Seite der NPD zu finden war.

"Einige Dinge klarstellen"

Einer von Wohllebens Verteidigern, Olaf Klemke, bestätigte am Sonntagabend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur die Echtheit des Dokuments. Darin heißt es, Wohlleben müsse "einige Dinge klarstellen, um den dreisten Lügen einiger Zeugen und zweier Mitangeklagter" entgegenzutreten. Überschrieben ist die Erklärung mit den Worten "Der Wahrheit eine Gasse: Ralf Wohlleben wird sein Schweigen brechen." Wohlleben werde "selbst aussagen", heißt es darin.

Die Bundesanwaltschaft wirft Wohlleben vor, die Pistole vom Typ "Ceska" beschafft zu haben, mit der der "Nationalsozialistische Untergrund" mehrere Morde begangen haben soll. Außerdem hält die Anklagebehörde den heute 40-Jährigen für eine "steuernde Zentralfigur" hinter dem NSU.

Auch Zschäpe hat Aussage angekündigt

Hauptangeklagte im NSU-Prozess vor dem Landgericht München ist Beate Zschäpe. Die 40-jährige Jenenserin muss sich als mutmaßliche Mittäterin an der Serie von zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen verantworten, die dem NSU zur Last gelegt werden. Auch Zschäpe hatte über ihre neuen Anwälte Mathias Grasel und Hermann Borchert eine Aussage ankündigen lassen, die allerdings von Grasel verlesen werden soll.

 

Aktuelle Meldungen