Rechtsextreme Terrorzelle Mutmaßlicher Helfer soll ausgesagt haben

Einer der mutmaßlichen Helfer der rechtsextremen Terrorzelle aus Zwickau soll ausgesagt haben. Wie das Magazin "Focus" berichtet, hat sich der vor drei Wochen verhaftete Holger G. umfassend zu den Vorwürfen gegen ihn geäußert. Dabei habe der 37 Jahre alte Mann auch andere mutmaßliche Unterstützer belastet, darunter den früheren Vizechef der NPD in Thüringen, Ralf Wohlleben, der ebenfalls in Untersuchungshaft sitzt. Holger G. war der erste mutmaßliche Helfer des Terrortrios, der verhaftet wurde. Er soll den drei untergetauchten Neonazis seinen Ausweis und seinen Pass zur Verfügung gestellt haben. Mit den Papieren sollen unter anderem Wohnmobile angemietet worden sein.

Beate Zschäpe schweigt weiter

Die einzige Überlebende des Zwickauer Trios, Beate Zschäpe, schweigt unterdessen weiter. Ihr Anwalt Wolfgang Stahl, sagte dem "Focus", noch stehe nicht fest, ob sie "zu irgendeinem Zeitpunkt überhaupt Angaben zur Sache machen wird". Es werde zu wenig Akteneinsicht gewährt. Ein zweiter Anwalt der 36-Jährigen sagte, aus den Akten lasse sich nicht hinreichend schließen, worauf die Ermittlungsbehörden den dringenden Tatverdacht hinsichtlich der Bildung einer terroristischen Vereinigung stützten.

Zschäpe hatte sich gestellt, nachdem sich ihre mutmaßlichen Mitstreiter Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos nach dem misslungen Banküberfall in Eisenach selbst umgebracht haben sollen. Bevor sie in Jena zur Polizei ging, soll sie die Wohnung der Gesuchten in Zwickau zur Explosion gebracht haben. Später wurden darin unter anderem Waffen gefunden wurden, von denen zwei als die Tatwaffen einer Mordserie an neun ausländischen Geschäftsleuten und einer Polizistin aus Thüringen gelten.

Mögliche Spur ins Saarland

Inzwischen weist eine Spur der Terrorzelle ins Saarland. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, steht das Trio im Verdacht, sich an einer Serie von Brandstiftungen in Völklingen beteiligt zu haben. Zwischen 2006 und 2011 waren dort Häuser türkischer Einwanderer angezündet worden.

Der Zeitung zufolge wird der Gruppe außerdem ein Bombenanschlag auf die Wehrmachtausstellung in Saarbrücken 1999 angelastet. Belegt werden könnten die Vorwürfe demnach durch eine DVD, die eine türkisch-islamische Gemeinde in Völklingen erhalten habe. Ob diese neuen Spuren belastbar sind, werde derzeit aber noch geprüft. Die Ermittler halten es demnach auch für möglich, dass sich ein Trittbrettfahrer das Video aus dem Netz heruntergeladen und verschickt habe. Die Bundesanwaltschaft erklärte, man gehe der Sache nach. "Wir verfolgen viele Spuren, dazu gehört auch diese", sagte eine Sprecherin.

Bei den Bränden in Völklingen waren 20 Menschen verletzt worden, zudem entstand hoher Sachschaden. Bei der Explosion in der Wehrmachtsausstellung im März 1999 waren am Ausstellungsgebäude und einer benachbarten Kirche Fensterscheiben zu Bruch gegangen. Außerdem wurden Ausstellungsstücke beschädigt, verletzt wurde jedoch niemand.

Polizei-Hotline Das Bundeskriminalamt bittet die Bevölkerung um Hinweise auf die mutmaßliche Neonazi-Terrorzelle. Alle, die die drei Verdächtigen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe irgendwann gesehen haben, können sich unter der 0800 0130 110 melden.

Zuletzt aktualisiert: 03. Dezember 2011, 22:09 Uhr

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2 Kommentare

04.12.2011 19:32 gast 2

Warum ?

Z. Terrorzelle

"Deal mit dem Verfassungsschutz"

"Brief schürt Spekulationen über Spitzeltätigkeit Zschäpes"

Bürger werden nur Vera....... !!!

03.12.2011 22:07 Enrico Pelocke 1

Warum hat Beate Zschäpe die Wohnung explodieren lassen? Wenn sie nicht total dumm ist, kann sie soweit denken, daß dadurch die Polizei erst recht aufmerksam wird und Beweise findet. Da wäre ein Anruf bei 110 einfacher gewesen. Wen sie sich sosieso stellen will, hätte sie das Zeug gleich mitnehmen können. Ich glaube diese Geschichte nicht! Welcher Geheimdienst täuscht hier was vor? Um Beweise zu vernichten, muß man sich schon was anderes einfallen lassen.