Rechtsterrorismus Zschäpe soll Finanzen des Terror-Trios verwaltet haben

Die mutmaßliche rechtsextreme Terroristin Beate Zschäpe soll einem Zeitungsbericht zufolge die Finanzen der Zwickauer Terrorzelle verwaltet haben. Wie die "Süddeutsche Zeitung" schreibt, haben die Ermittler in der zerstörten Wohnung der Gruppe in Zwickau Quittungen und Bankauszüge gefunden, die diese Vermutung nahelegten.

Bargeldeinzahlungen unter Aliasnamen

Demnach soll Zschäpe unter verschiedenen Aliasnamen Bargeld auf unterschiedliche Konten eingezahlt haben. Hinweise darauf, dass die beiden anderen Mitglieder, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, jemals Geld eingezahlt oder abgeholt hätten, gebe es nicht. Die Ermittler vermuteten deshalb, dass Zschäpe mehr von den Verbrechen, die Mundlos und Böhnhardt angelastet werden, wusste als bislang angenommen. Der Zeitung zufolge wurden im Schutt der Wohnung 5.000 potentielle Beweismittel gefunden, darunter 23 Festplatten und etliche Speichersticks. Die Untersuchungen würden noch Wochen dauern.

Terrorgruppe wird für zehn Morde verantwortlich gemacht

Die Terrorgruppe, die sich "Nationalsozialistischer Untergrund" nannte, wird für die Morde an neun ausländischen Kleinunternehmern und einer Polizistin aus Thüringen verantwortlich gemacht sowie auch für mindestens zwei Anschläge in Köln. Außerdem sollen sie in den 13 Jahren nach dem Abtauchen in den Untergrund bis zu ihrem spektakulären Wiederauftauchen nach einem Banküberfall in Eisenach im vergangenen November immer wieder  Banken überfallen haben. Mit der Beute, mehrere Hunderttausend Euro, sollen sie ihr Leben im Untergrund finanziert haben.

Zschäpe sitzt seit November in Untersuchungshaft. Ihr wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Außerdem soll sie die Wohnung der Terrorgruppe zur Explosion gebracht haben, wenige Stunden, nachdem sich Mundlos und Böhnhardt erschossen haben sollen. Zschäpes Anwälte haben immer wieder auf Haftverschonung gedrängt, weil die Vorwürfe gegen ihre Mandantin kein weiteres Verbleiben in Haft rechtfertigen würden.

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