Nah dran | 06.12.2018 | Jetzt in der Mediathek Der Kampf um die Kohle - Drei Menschen, eine Geschichte

Das Leben von Ruth, Philipp und Anja hat unmittelbar mit der Kohle zu tun. Und so betrifft sie auch direkt die Debatte um den Kohleausstieg. Sie machen sich Gedanken um ihre Zukunft, jedoch auf verschiedenen Seiten und in unterschiedlicher Weise.

Die Tage der Kohle sind gezählt. Eine Kohlekommission brütet gerade über einem Konzept für den Kohleausstieg, das ein Enddatum der Braunkohleförderung und Verstromung enthält und zugleich sicherstellt, dass das Klimaschutzziel für 2030 erreicht wird. Schon heute gewinnt Deutschland fast 40 Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien.

Proteste in Kohlerevieren

Der rheinischen Tagebau Hambach ist der größte Tagebau in Deutschland. Hier werden jährlich etwa 40 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert und in Kraftwerken verbrannt. Damit gilt der Tagebau als eine der größten Kohlendioxid-Quellen Europas – und ist immer wieder Zielscheibe von Protestaktionen. So auch im Herbst, als Tausende Menschen im Hambacher Forst erfolgreich gegen die Abholzung eines 12.000 Jahre alten Waldes protestierten.

Auch im Mitteldeutschen Revier regt sich Protest. Hier ist es Pödelwitz im Süden Leipzigs, das nach den Plänen des Braunkohlekonzerns Mibrag aktuell der Kohle weichen soll. Im August kamen über 1.000 Menschen zum "Klimacamp Leipziger Land" in das 700 Jahre alte Dorf, um gegen die Zerstörung zu protestieren.

Unterdessen ist im Kraftwerk Jänschwalde, das aus dem Lausitzer Braunkohlerevier mit Kohle versorgt wird, ein erster Block vom Netz gegangen. Das Ende der Braunkohle ist eingeläutet. Braunkohlekumpel fürchten um ihre Jobs.

Eine Frage der Perspektive?

Der Kampf um die Kohle ist auch für Ruth, Philipp und Anja eine Frage der persönlichen Perspektive. Während Philipp in einem Tagebau als Ingenieur arbeitet und hofft, bis zu seiner Rente seinen Arbeitsplatz behalten zu können und Anjas Leben immer stärker von der Kohle abhängt, setzt sich Ruth mit zunehmend radikaleren Aktionen und trotz möglicher juristischer Konsequenzen für einen sofortigen Ausstieg aus der Kohle ein.

Wie erleben Philipp und seine Kollegen in ihrem Tagebau Hambach die Klimaproteste? Wie sieht Ruths Arbeitsalltag in einer Organisation aus, die die Gesellschaft sozialer und ökologischer gestalten will und dabei auch zu unbequemen Mitteln greift? Und wie erklärt sie anderen, dass sie für ihr Engagement bereit ist, gesundheitliche und juristische Risiken in Kauf zu nehmen? Wie geht Anja damit um, dass ihre Zukunft auf einem wackligen und gefährlichen Fundament erbaut ist?

Zuletzt aktualisiert: 11. Dezember 2018, 12:03 Uhr

Mehr zum Thema

Religion

Logo
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nah dran | MDR FERNSEHEN | donnerstags | 22:35 Uhr

Nah dran

mehr

Religion

Religion & Gesellschaft
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Religion & Gesellschaft

mehr